Ein Haus, viele Meinungen: Bis zuletzt wurde um die Zukunft des Roten Hauses gerungen, am Ende gibt es eine Mehrheit für den Abriss. archivFOTO: susanne Rapp
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Ein Haus, viele Meinungen: Bis zuletzt wurde um die Zukunft des Roten Hauses gerungen, am Ende gibt es eine Mehrheit für den Abriss. archivFOTO: susanne Rapp

Grundschule

Rotes Haus soll durch Neubau ersetzt werden

  • Dorothea Ittmann
    VonDorothea Ittmann
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Fraktionen stimmen für Variante B - Anwohner sollen beteiligt werden

Königstädten -Wenn es um das Rote Haus der Grundschule Königstädten geht, schlagen die Emotionen der Stadtverordneten für gewöhnlich hoch. So auch in der Stadtverordnetenversammlung am Donnerstagabend. Wieder standen sich die Fraktionen gegenüber, die den Erhalt und den Abriss des Roten Hauses fordern. Nach jahrelanger Debatte in den Fachausschüssen und einer interfraktionellen Arbeitsgruppe steht fest, dass es eine Mehrheit für die Variante B gibt, sprich die Auslagerung der Kita Auerbacher Straße mit Abbruch des Roten Hauses. Anstelle des Gebäudes soll ein modernes Schulgebäude entstehen.

Der WsR-Antrag stellte das Erarbeitete jedoch infrage und heizte die Debatte erneut an. Die beschriebenen Varianten seien aus städtebaulicher und finanzieller Sicht unzureichend, heißt es im Antrag. Vielmehr favorisiere die WsR ein gemeinsames Schulzentrum aus der Grundschule Königstädten und der Gerhart-Hauptmann-Schule (GHS). Dieses Konzept sei vor Jahren geprüft und verworfen worden, erinnerte Wilfried Hauf (SPD). "Wir müssen zu einer Entscheidung gelangen. Wir dürfen die Schulgemeinde nicht wieder vertrösten."

Christian Bock erklärte für die CDU, man stimme einem 41-Millionen-Euro-Projekt nicht zu, solange die Finanzsituation der Stadt nicht geklärt ist. Dennoch wolle die Fraktion die Variante B unterstützen. Obgleich der WsR-Antrag für ein Schulzentrum abgelehnt wurde, so beschlossen die Stadtverordneten einstimmig den Änderungsantrag der Fraktion, in dem die WsR betont, dass die Anliegen der Anwohner des zukünftigen Schulgeländes im Planungs- und Entscheidungsprozess berücksichtigt werden. Einig waren sich die Stadtverordneten auch darin, dass der Neubau, der zum historischen Ortskern passen soll, mit einem Gestaltungswettbewerb gefunden wird. Auch hierbei sind die Bürger miteinzubeziehen.

Karl-Heinz Schneckenberger (Linke/Liste Solidarität) beharrte darauf, dass das Rote Haus erhalten bleiben muss. Für die Königstädter sei das Gebäude symbolträchtig und prägend für den Ortsteil. Ein Erweiterungsbau sei allerdings sinnvoll. Damit befand sich Schneckenberger in der Minderheit. Mit 32 Stimmen beschlossen die Stadtverordneten, dass die Variante B geplant und umgesetzt werden soll; Gründe und Linke/Liste Soli votierten dagegen. Mit 21 Ja-Stimmen leiteten die Fraktionen die notwendigen Vergabeverfahren für die beschlossene Variante ein und stellten die Grobkosten der beschlossenen Variante in das Investitionsprogramm des Haushaltsplanes 2022 bis 2024 einzustellen.

Raumkonzept ist veraltet

Damit dürfte eine jahrelange Debatte beendet sein. Die Weiterentwicklung der Grundschule in Königstädten ist dringend notwendig. Es gibt zu wenige Klassenräume für die rund 420 Schüler und das Raumkonzept ist veraltet. Klassentrakt, Aula, Rotes Haus und die Sporthalle sind stark sanierungsbedürftig.

Offen ist noch, wie es mit dem geplanten Nachbarschafts- und Familienzentrum weitergeht. Variante B sieht vor, dass die Kita Auerbacher Straße im noch zu bauenden Nachbarschafts- und Familienzentrum auf der Überhangfläche des Friedhofs untergebracht wird. Die Kita könne dann abgebrochen werden. Dadurch bestehe die Möglichkeit, Grundschule und Sporthalle auf dem erweiterten Grundstück neu zu errichten, lautere der Plan. Christian Bock hatte bereits Bedenken geäußert: Lage und Umfang des Familienzentrums sehe die CDU kritisch. dit

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