350.000

Der Ruder-Klub will viel Geld in das Bootshaus stecken

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Das Restaurant im Bootshaus ist seit Monaten verwaist. Damit sich das bald ändert, will der Ruder-Klub viel Geld in die Hand nehmen.

Die letzten Pächter hat es nach einem Vierteljahrhundert in die kroatische Heimat gezogen. Zuvor betrieben schon Verwandte von ihnen das Restaurant dort. Seit Ende Mai stehen die gastronomischen Räumlichkeiten im Bootshaus am Mainvorland leer. Damit sich für die Heimstätte des Rüsselsheimer Ruder-Klubs (RRK) bald ein neuer Wirt findet, soll das Haus grundlegend saniert werden.

Der Vorstand des Vereins hat sich dafür kürzlich in einer außerordentlichen Versammlung die Zustimmung der Mitglieder geholt. Vorausgegangen war eine Begehung des Gebäudes und eine Präsentation eines Architekten. Aus eigener Tasche will der Verein nun 350 000 Euro für die Sanierung zahlen. Abgeschlossen sein soll diese bereits im Mai nächsten Jahres.

Die Gesamtkosten, die laut Vorstandschef Fritz Schmidt Junior, eine halbe Million Euro übersteigen könnten, sollen auch durch Eigenleistungen der Mitglieder, Spenden und Fördergelder vom Land gedeckt werden. Entsprechende Anträge für letztere seien bereits gestellt worden. Bei der Finanzierung habe man „konservativ gerechnet“, wie Schmidt betont. „Das wird uns keine schlaflosen Nächte bereiten“, versichert er.

Der laufende Sportbetrieb in den Abteilungen Rudern, Hockey und Tennis werde nicht beeinträchtigt, ergänzt Dagmar Ambach, beim RRK zuständig für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit. „Wir müssen deshalb nicht etwa bei der Jugendarbeit sparen“, macht sie deutlich.

Als neuen Pächter wünschen sie und Schmidt sich jemanden, der eine Küche anbietet, die zu den Sportlern passt. „Eher bürgerlich als fein“, sagt Schmidt. So wolle man das Mainvorland beleben und das kulinarische Angebot dort ergänzen. Dieses soll über den Verein hinaus Gäste anlocken.

Zurzeit sind die Räume des Restaurants abgeschlossen, der Stammtisch des Vereins deshalb heimatlos. Die Vereinsgeschäftsstelle hat im Bootshaus nach wie vor ihren Sitz. Von den Sportlern weiter genutzt werden der Fitnessraum, die Umkleiden und die Besprechungsräume, welche allerdings vergrößert werden sollen. Gleiches gilt laut Ambach für die Sitzmöglichkeiten im Außenbereich des Restaurants. Schmidt schränkt allerdings ein, dass sich die Terrasse nicht vergrößern lasse.

Das Bootshaus besteht aus mehreren Gebäudeteilen, einem Altbau aus den 1920er Jahren und dem Nebengebäude für Bootshallen und Gastronomiebereich (Baujahr 1968). Letzterer ist von der Sanierung besonders betroffen.

„Wir haben dort einen klassischen Wartungsstau“, erläutert Schmidt. So seien etwa die Fenster im Haus 45 Jahre alt, was aus energetischer Sicht problematisch sei.

Geht es nach Ambach, werden die neuen Fenster im Restaurant nicht nur energiesparender, sondern auch größer. Auf diese Weise ließe sich die Natur im Mainvorland „ins Bootshaus holen“.

Jetzt muss sich nur noch ein potenzieller Pächter von dem Standort überzeugen lassen. Die Ausschreibung läuft.

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