Der Standort der Städteservice Raunheim/Rüsselsheim AöR in der Johann-Sebastian-Bach-Straße. Ob es zur Rückabwicklung der AöR kommt, ist weiterhin offen. FOTO: Ralph Keim
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Der Standort der Städteservice Raunheim/Rüsselsheim AöR in der Johann-Sebastian-Bach-Straße. Ob es zur Rückabwicklung der AöR kommt, ist weiterhin offen.

Zukunft des Städteservice

Rückabwicklung noch nicht offiziell

Verwaltungsrat behandelt das wichtige Thema nichtöffentlich

Rüsselsheim -Als der Verwaltungsrat des Städteservice Raunheim/Rüsselsheim am Mittwochabend in Raunheim tagte, stand auch die geplante Rückabwicklung der 2016 gegründeten AöR auf der Tagesordnung. Allerdings berieten sich die Mitglieder zu der vorliegenden Analyse unter Ausschluss der Öffentlichkeit.

Bevor die Nichtöffentlichkeit hergestellt wurde, gab Raunheims Bürgermeister Thomas Jühe (SPD) jedoch eine kurze Erklärung ab. Demnach sei es nicht sinnvoll, auch mit Blick auf die Beschäftigten, zu diesem Zeitpunkt bereits an die Öffentlichkeit zu gehen, da man erst am Anfang des Prozesses stehe. "Allerdings gibt es keine Veranlassung für Unsicherheit und Unruhe bei den Beschäftigten", bekräftigte Jühe, der auch darauf hinwies, dass noch gar nicht öffentlich erklärt worden sei, dass die Rückabwicklung komme.

"Müssen um jeden Euro kämpfen"

Raunheims Rathauschef erinnerte an die Motive, die AöR abzuwickeln: In Rüsselsheim betrachte man mit Sorge die zu erwartende Umsatzsteuerpflicht für die Dienstleistungen, welche die AöR erbringe, was dann deren Wirtschaftlichkeit gefährde. "In Rüsselsheim müssen wir um jeden Euro kämpfen", ergänzte der Vorsitzende des Verwaltungsrats, Rüsselsheims Oberbürgermeister Udo Bausch, mit Verweis auf die klamme Stadtkasse.

In Raunheim sei man der Meinung, eine Wirtschaftlichkeit grundsätzlich noch nicht erreicht zu haben und auch in Zukunft keine zu erreichen, führte Jühe aus. Er bekräftigte auch, dass es zwischen im und OB Bausch keinerlei Verstimmungen gebe. "Wir arbeiten weiterhin gut zusammen", unterstrich Bausch.

Nach Meinung von Jühe komme für beide Städte jetzt die Stunde der Verantwortung. Er übte zudem Kritik an der Rüsselsheimer WsR: Die Wählervereinigung habe stets behauptet, dass man die Unwirtschaftlichkeit bereits vor der Gründung hätte erkennen müssen. "Diese Besserwisserei ist fehl am Platze."

Zu Beginn der Sitzung des Verwaltungsrats gab Städteservice-Vorstand Andreas Lier seinen turnusgemäßen Bericht ab: Demnach hat die AöR derzeit 239 Beschäftigte, darunter acht Auszubildende. Im Bereich Abfallbeseitigung seien drei neue Mitarbeiter mit Einjahresverträgen ausgestattet worden, um Langzeiterkrankungen in der Belegschaft zu kompensieren.

Wertstoffhof macht bald früher zu

Corona sei noch immer ein dominierendes Thema auch bei der Städteservice Raunheim/Rüsselsheim AöR, so Lier. Es gebe zwar immer wieder Infektionen, glücklicherweise derzeit aber ohne schwere Verläufe. Eine von schwerer Corona-Erkrankung betroffene Person sei auf dem Weg der Besserung.

Inzwischen gelte auch beim Städteservice 3G am Arbeitsplatz, was bedeute, dass Nichtgeimpfte täglich getestet würden. Dass Ungeimpfte unter Umständen keinen Anspruch auf Lohnzahlung haben, sei der entsprechenden Entscheidung der Politik geschuldet.

Lange Schlangen am Rüsselsheimer Wertstoffhof besonders samstags am frühen Nachmittag, wenn die Wertstoffhöfe der Umgebung bereits geschlossen sind - diesem Missstand will der Städteservice mit Beginn des neuen Jahres einen Riegel vorschieben. "Dann wird unser Wertstoffhof ebenfalls um 12 Uhr schließen", kündigte Lier an.

Der Winterdienst sei einsatzbereit und auf Schnee und Eis vorbereitet, führte Lier weiter aus. Die Kollegen der Grünpflege seien allerdings noch damit beschäftigt, Laub zu entfernen und es der Kompostierung zuzuführen. Bis Weihnachten sollten noch 69 Jungbäume gepflanzt und weitere Neupflanzungen vorgenommen sowie mehrere Weihnachtsbäume aufgestellt werden. Ralph Keim

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