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Wollen einen neuen Dachverband gründen: Sabine Schaplowski vom Stadtverband Kultureller Vereine (SKV) und Atlina Theodoridou vom Verband Interkultureller Vereine (ViV).

Ausschuss

Rückendeckung für neuen Kulturverband in Rüsselsheim

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Die Trennung zwischen SKV und ViV wird wohl bald der Vergangenheit angehören. Stattdessen soll es nur noch einen Kulturverband in Rüsselsheim geben. Jetzt hat der Kulturausschuss grünes Licht für einen nahtlosen Übergang bei der städtischen Förderung gegeben.

Aus zwei mach eins: Der Stadtverband der kulturellen Vereine (SKV) und der Verband der interkulturellen Vereine (ViV) wollen miteinander verschmelzen. Die Mitglieder stimmen darüber am 18. November ab. Die neue Institution würde Kultuverband Rüsselsheim heißen.

Der neue Name macht es nötig, dass sich auch die Rüsselsheimer Politik mit dem Zusammengehen der Vereine befasst. So hat der Kulturausschuss sich am Mittwoch dafür ausgesprochen, dass der neue Verband und seine zukünftigen Mitgliedsvereine ab 2019 die städtische Kulturförderung bekommen, die bisher an SKV und ViV geht.

Etwas kompliziert: Wegen der Haushaltssperre im vergangenen Jahr ist die jährliche Förderung für den SKV von 60 000 Euro momentan im Wirtschaftsplan des kommunalen Eigenbetriebs Kultur 123 angesiedelt. So ließ sich der vom Regierungspräsidium angeordnete Sparzwang abmildern. Künftig sollen die Fördermittel für den neuen Kulturverband von knapp 67 000 Euro wieder über den städtischen Etat laufen. Dies soll, wie Bürgermeister Dennis Grieser (Grüne) in der Ausschusssitzung deutlich machte, für mehr „Haushaltswahrheit und Haushaltsklarheit“ sorgen. Aus organisatorischen Gründen müsse die Abwicklung der Förderung weiterhin treuhänderisch von Kultur 123 übernommen werden.

Die „Vereinbarung über die Bereitstellung von Leistungen aus dem Technik- und Logistikpool“ werde mit dem neuen Kulturverband neu abgeschlossen. Die Förderung hat einen Wert von 11 000 Euro und bleibt unverändert Teil des Wirtschaftsplans von Kultur 123.

Die Vorsitzende des SKV, Sabine Schaplowski, und die stellvertretende Vorsitzende des ViV, Atlina Theodoridou, erläuterten in der Ausschusssitzung die Gründe für die geplante Verschmelzung. „Wir arbeiten schon lange zusammen“, berichtete Schaplowski.

Zusammen organisieren beide Vereine etwa das Festival der Kulturen. Vorläufer waren das Brunnenfest des SKV und das Solidaritätsfest des ViV am Theater, die jeweils im Wechsel über die Bühne gingen. Doch weil immer die gleichen Akteure mit von der Partie gewesen sind, wurde daraus im Laufe der Zeit das gemeinsam veranstaltete Festival der Kulturen. Den neuen Dachverband wolle man nun gründen, so SKV-Chefin Schaplowski, weil es nicht länger einen Verband für „Ureinwohnern“ und einen für Menschen mit Migrationshintergrund geben solle.

Im Jahr 2016 seien die Vorstände beider Vereine beauftragt worden, die Gründung eines neuen Verbandes vorzubereiten. Die Umsetzung der Neugründung verzögere sich bereits um ein Jahr. Und zwar wegen des Hessentags 2017 in Rüsselsheim, wo SKV und ViV gemeinsam das Programm im Vereinsdorf organisierten. „Das war unheimlich anstrengend, wir wissen gar nicht mehr, wie wir das geschafft haben“, blickte Schaplowski zurück.

Theodoridou sprach im Zusammenhang mit dem gemeinsamen Einsatz beim Hessentag von einer „Feuertaufe“, die damals einwandfrei bestanden worden sei. „Wir sind organisch zusammgewachsen“, äußerte sie sich. Was die Förderung angeht, so bedürfe es der Entscheidung der Politiker, da die bisherige Finanzierung an die alten Vereinsnamen geknüpft sei.

Dass die Trennung schon jetzt eigentlich nur noch auf dem Papier besteht, machte Schaplowski deutlich, als sie davon berichtete, dass beide Vereine sich bereits zu gemeinsamen Vorstandssitzungen treffen.

Wenn der neue Dachverband gegründet wird, bringt der SKV deutlich mehr Mitgliedsvereine mit (52) als der ViV (11). Vertreten wären in einem neuen Verband insgesamt 6500 Menschen. Schaplowski zufolge sei es allen Beteiligten dabei wichtig gewesen, dass der ViV nicht vom SKV geschluckt wird. „Wir wollen zu einem neuen Verband verschmelzen, damit alle Vereine darin gleichberechtigt miteinander arbeiten können“, betonte sie.

Die Zustimmung der Ausschussmitglieder für die Pläne erfolgte einstimmig. Dementsprechend gab es auch ausschließlich Lob für das Vorhaben. So sprach etwa Grünen-Fraktionschefin Maria Schmitz-Henkes von einem „wunderbaren Symbol der Überwindung von Teilung“.

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