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Am Eingang sind Rußspuren zu erkennen.

Zwei Menschen starben

Nach tödlichem Brand in Rüsselsheim: Nachbarin mit drastischer Aussage

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In der Stadt hat es in den vergangenen Wochen mehrfach gebrannt. Beginn der Serie war in der Berliner Straße, wo zwei Menschen ums Leben kamen. Eine Nachbarin soll heute in ihre Wohnung zurückkehren. Doch sie weigert sich. In dem jetzigen Zustand könne sie darin nicht leben.

Rüsselsheim - Die Wohnung, in der das Feuer vor einem Monat ausbrach, liegt im zweiten Stock. Bei dem Brand in dem Mehrfamilienhaus in der Berliner Straße starben damals zwei Menschen, ein 39-jähriger Mann und ein neunjähriges Mädchen. Seine Mutter befindet sich noch immer in medizinischer Behandlung. Die Ursache für den Brand ist weiterhin ungeklärt. Klar ist nur: In die Wohnung wird so bald niemand wieder einziehen können.

Nach tödlichem Feuer: Streit mit der Wohnungsgesellschaft Gewobau

Das Apartment von Ilknur Ertürk befindet sich weiter oben im Haus. Nachdem der Vermieter, die städtische Wohnungsbaugesellschaft Gewobau, ihr in den vergangenen Wochen ein Hotelzimmer bezahlte, soll sie heute wieder in die Berliner Straße zurückkehren. Doch sie hält die zwei Zimmer für unbewohnbar.

Nachdem Ertürk die Schlüssel wiederbekommen hat, führt sie durch ihr bisheriges Zuhause. Vor dem Eingang wurde eine schwere Brandschutztür aus Stahl installiert. An der Decke darüber klebt Ruß. Und obwohl die Versicherung der Gewobau die Wohnung freigegeben und bescheinigt hat, dass sie gereinigt sei, finden sich auch innerhalb der vier Wände noch staubige Spuren des Brandes. Um das zu verdeutlichen, streicht Ertürk mit der Hand über einen Schrank und hält anschließend ihre grau-schwarzen Finger in die Kamera. Bitter ist, dass Ertürk laut eigener Aussage über keine Hausratversicherung verfügt, die für Schäden an ihrem Hab und Gut aufkommen könnte. 

Wohnung ist völlig verrußt: „Ich will keinen Krebs kriegen!"

Ruß habe sich auch an ihrer Bettwäsche, ihrer Kleidung und weiteren persönlichen Gegenständen festgesetzt. Auch an den Wänden ist er noch zu erkennen. Sie hat Angst, dass dies ihrer Gesundheit schaden könnte. „Ich will keinen Krebs kriegen“, sagt Ertürk. Mehrfach hustet sie und ist sichtlich aufgeregt.

Überall ist Ruß: Nach tödlichem Feuer in Rüsselsheim

Vom Vermieter fordert Ertürk eine gleichwertige Wohnung als Ersatz. Das ist jedoch nicht so einfach. Auf der Warteliste der Gewobau stehen momentan 2000 Namen, wie Sprecherin Petra Löhr berichtet. Trotzdem habe man Ertürk eine Ersatzwohnung anbieten können, doch verfüge diese lediglich über ein Zimmer. Für die Mieterin sei mehr getan worden als rechtlich notwendig. Weder zur zwischenzeitlichen Unterbringung im Hotel noch zur Reinigung der Wohnung sei die Gewobau verpflichtet gewesen.

Alternativ könnte Ertürk zu ihrer Mutter ziehen. Diese wohnt ebenfalls in einer Wohnung der Gewobau, die allerdings demnächst für mehrere Wochen saniert wird. Für diesen Zeitraum wird auch der Mutter eine Ersatzunterkunft zur Verfügung gestellt. Laut Gewobau verfügt diese über mehr als ein Zimmer. „Die Tochter könnte dort miteinziehen“, schlägt Löhr vor. Ob sie das Angebot annimmt, ist offen.

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