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Etwas schmucklos, aber nützlich: Über diese Eingänge geht es bei Besuchen in die Container der GPR-Seniorenresidenz. Von Gästen wird das Angebot gut angenommen. Foto: Daniela Hamann

Steigende Infektionszahlen

Familie auch während Corona besuchen: Seniorenbesuch im Container

  • vonDr. Daniela Hamann
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Familie trotz Corona besuchen? In den Seniorenheimen in Rüsselsheim (bei Darmstadt) ist das weiterhin möglich, aber es gelten strenge Regeln. Einige haben sich daher etwas Besonderes einfallen lassen.

Rüsselsheim - Die Infektionszahlen steigen weiter. Bisher zeigt der "Lockdown light" noch keine positiven Folgen. Positiv sind jedoch immer mehr Corona-Testungen in Seniorenheimen. Die Senterra Pflegeresidenz ist bisher von der Pandemie verschont geblieben. Damit das so bleibt, sei gerade ein Testkonzept erarbeitet worden, das in Kürze zum Einsatz kommen soll, berichtet Einrichtungsleiter Dieter Kral.

"Bewohner, Mitarbeiter und Besucher sollen dann freiwillig im Schnellverfahren getestet werden." In Bezug auf die bisherigen Besuchszeiten gebe es jedoch aktuell keine Änderung, so Kral. "Für uns bedeuten die Testungen jedoch einen großen logistischen Aufwand", gibt er zu bedenken. Denn nicht nur müssten Mitarbeiter in den Testverfahren geschult werden. Die Zeit, die sie mit den Testungen verbringen, gehe dann von der Betreuung der Bewohner ab. "Das finde ich wirklich schade", betont Dieter Kral.

Rüsselsheim bei Darmstadt: Familie trotz Corona-Besuchen? Zusätzliche Mitarbeiter

Anders wird die Logistik der Testungen im Martin-Niemöller-Haus organisiert, wie Jennifer Schnitzler erzählt, der die dortige Pflegedienstleitung obliegt. "Wir fangen in der kommenden Woche damit an, alle Mitarbeiter und Bewohner zu testen." Das Management des Altenpflegeheims, das zu einer Kette gehört, habe die Tests organisiert. Organisiert wurden zudem zwei zusätzliche Mitarbeiter, die bei den Testungen unterstützen, damit die weitere Betreuung der Bewohner gewährleistet bleibt.

Die Besuchsregelung im Martin-Niemöller-Haus bleibe vorerst, wie gehabt: Drei Mal in der Woche darf ein Angehöriger für zwei Stunden, nach vorheriger Anmeldung, zu Besuch kommen. Sollten die Corona-Zahlen weiter steigen oder sich die Auflagen erneut ändern, gebe es zudem ein gutes Notfallkonzept, das in der Schublade des Leitungsbüros bereitliege, so Schnitzler.

Seniorenheime in Rüsselsheim bei Darmstadt: Auf den zweiten Corona-Lockdown vorbereitet

Die GPR-Seniorenresidenz Haus am Ostpark hat vorsorglich für den erwarteten Anstieg der Fallzahlen im Herbst und Winter vier beheizbare Container angemietet, die nun im Garten der Einrichtung stehen und bereits rege genutzt werden. Hier können Angehörige die Bewohner treffen, ohne dass sie dabei die Einrichtung betreten müssen.

Denn mindestens über den Zeitraum des Lockdowns - also bis zum 30. November - sind Besuche in den Zimmern der Bewohner ausgesetzt, es sei denn, ein Bewohner ist nicht in der Lage, sein Zimmer zu verlassen, um die Angehörigen im Garten oder in den Containern zu empfangen. Dann gilt unter Einhaltung aller Maßnahmen und Vorgaben eine Ausnahmeregelung.

Schutzmaßnahmen im Seniorenheim in Rüsselsheim bei Darmstadt: Durch Plexiglas getrennt

Von außen betrachtet sehen die Container wie die Einsatzzentralen einer Baustelle aus. Öffnet sich eine der beiden Türen auf den jeweils gegenüberliegenden Seiten, wird ein durch elektrische Heizungen angenehm warmes Inneres sichtbar. Außerdem wird ein Sitzbereich erkennbar, der durch einen Einbau mit Holz und Plexiglas getrennt ist, so dass Besucher und Bewohner bei den Treffen im Container sogar die Maske abnehmen können.

Zwar ist ein Gespräch durch die Plexiglasscheibe möglich, wie Mitarbeiter Helmut Ybema aus dem Sozialdienst der Seniorenresidenz demonstriert. Doch für Bewohner mit einer Hörschwäche stehen zusätzlich Telefone bereit, deren Lautsprecherfunktion bei den Unterhaltungen unterstützt.

Seniorenheim in Rüsselsheim bei Darmstadtauf: Positive Rückmeldungen

Die Container würden von Besuchern und Bewohnern gleichermaßen gut angenommen, berichtet Joachim Haas von der Unternehmenskommunikation des Gesundheits- und Pflegezentrums auf Nachfrage. Es gebe bislang ausschließlich positive Rückmeldungen.

Die Container werden voraussichtlich bis zum 30. April kommenden Jahres auf dem Gelände der Seniorenresidenz stehen. Trotz dieser Vorsichtsmaßnahmen testete jedoch auch das Haus am Ostpark bereits vor drei Wochen ihre Bewohner. Einige von ihnen, die Symptome gezeigt hatten, wurden von ihren Hausärzten einem Test unterzogen. Außerdem wird das Personal der Einrichtung derzeit komplett auf das Coronavirus getestet. (Daniela Hamann)

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