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Hoch durch die Luft werden die Container per Kranwagen an die richtige Stelle gebracht.

Provisorium

Rüsselsheim: Am Berliner Platz schweben die Kita-Container ein

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Am Berliner Platz entsteht eine neue Kita. Allerdings nur vorübergehend. Die Container dürfen höchstens fünf Jahre stehen bleiben.

Der Führer des Kranwagens braucht jetzt ein gutes Auge. Den grauen Kasten, den er durch die Luft manövriert, muss er auf einem anderen abstellen. Millimeter-Arbeit ist das. Doch am Ende passt alles. „Um zwei geschossiges Bauen kommen wir nicht rum“, sagt Architektin Adrienne Mittelstädt, die am Freitagvormittag auf der Baustelle Auskunft über den Fortschritt der Arbeiten gibt. Schließlich ist der Platz in der Danziger Anlage am Berliner Platz begrenzt. Und so müssen die Container für die Kita, die dort zurzeit entsteht, gestapelt werden. 80 Kinder ab drei Jahren sollen dort ab März betreut werden können. Die Kosten für den Bau betragen ungefähr 2,1 Millionen Euro.

Fünf Jahre genehmigt

Die ersten Container sind am Freitag noch vor Sonnenaufgang angeliefert worden. Im Verlauf des heutigen Samstags wollen die Arbeiter sie alle aufgestellt haben. Damit wäre der „Rohbau“ innerhalb von zwei Tagen abgeschlossen.

Zum Vergleich: Bei der U3-Kita, die in Bauschheim kurz vor der Fertigstellung steht, nahm dieser acht Monate in Anspruch. Für ein dauerhaftes Gebäude ist sogar das wenig. Möglich machte es in Bauschheim eine modularisierte Holzbauweise. Ansonsten sind Robau-Zeiten von mehr als einem Jahr üblich.

Allerdings sind die Container lediglich ein Provisorium. Fünf Jahre lang dürfen sie stehen bleiben. Dann läuft die Genehmigung für sie ab. Bis dahin wolle die Stadt einen anderen Standort für eine dauerhaften Kita-Bau finden, sagt Michael Voß, im Rathaus Bereichsleiter Projekte im Fachbereich Gebäudewirtschaft.

Schallschutz und Lüftung

Während der fünf Jahre sollen sich Kinder und Erzieher aber nicht wie in einem Container fühlen. Ziel sei es, eine gewisse Annehmlichkeit zu schaffen, sagt Voß. Die Container seien mit einer Lüftungsanlage ausgestattet und müssten die gleichen Kriterien für Schallschutz erfüllen wie herkömmliche Gebäude.

Vier Gruppenräume mit Nebenräumen und Sanitäranlagen wird es geben. Dazu kommen Küche, Büro, Personalraum und Mehrzweckraum. Das alles macht eine Fläche von 935 Quadratmetern aus. „Weil wir zwei Stockwerke haben, müssen oben Fluchtbalkone installiert werden“, erläutert Architektin Mittelstädt eine Besonderheit des Provisoriums.

Das Außengelände, an dem die Arbeiten im März noch nicht abgeschlossen sein werden, umfasst noch einmal 800 Quadratmeter. Zudem wird ein Verbindungsweg zur benachbarten Kita Godesberger Straße geschaffen.

Laut städtischem Magistrat ist die Container-Kita ein „wichtiger Meilenstein für den weiteren bedarfsgerechten Ausbau der Kinderbetreuung in Rüsselsheim“. Abzuwarten bleibt, an welchen Standorten künftig dauerhafte Kita-Gebäude entstehen.

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