Andreas Lier wundert sich über die Schäden.
+
Andreas Lier wundert sich über die Schäden.

Städteservice-Brand

Ungewöhnlicher Brand zerstört Anhänger: „Mehr wird es nicht zu retten geben“

  • vonAlexander Seipp
    schließen

Gleich vier Brände meldeten Anwohner am Samstagabend auf dem Gelände des Städteservice, einige haben auch Knallgeräusche gehört. Nun hat die Polizei erste Ermittlungserfolge.

  • Am Samstag (25.07.2020) brennt es auf dem Gelände des Städteservice in Rüsselsheim
  • Möglicherweise kamen Feuerwerkskörper zum Einsatz
  • Es gab vier Brandherde und bis zu 15.000 Euro Sachschaden

Rüsselsheim - Der Brand am vergangenen Samstag (25.07.2020) auf dem Gelände des Städteservice in Rüsselsheim gibt noch immer Rätsel auf. Um kurz vor halb 11 Uhr nachts wurde Feuer an gleich vier Orten auf dem Gelände gemeldet. Die Feuerwehr hatte den Brand schnell unter Kontrolle, es entstand ein Schaden von etwa 10.000 bis 15.000 Euro. Laut Polizei wurde der Brand möglicherweise durch Feuerwerksraketen ausgelöst, die vom Bereich der Stettiner Straße auf das Gelände geschossen wurden.

Beim Rundgang über das Gelände ist Andreas Lier, Abteilungsleiter für Finanzen und Controlling beim Städteservice, immer noch etwas ratlos. Er bleibt vor einem Gewächshaus im Bereich der alten Gärtnerei stehen. Eine Ecke ist komplett weggeschmort, egal ob Plastik oder darin gelagerte Keramik. Weit ausgebreitet hat sich das Feuer hier aber nicht. Trotzdem liegt auch gestern, anderthalb Tage nach dem Brand, der Geruch von verschmorten Plastik noch in der Luft.

Brand in Rüsselsheim: Knallgeräusche durch Feuerwerkskörper verursacht?

Ganz ähnlich sieht das ein paar Meter weiter aus. Direkt neben einem Anhänger liegt der Brandherd. „Ich gehe davon aus, dass der Reifen des Anhängers die Ursache der Knallgeräusche war, die einige Anwohner in der Nacht gehört haben wollen“, sagt Lier. Sicher sei er sich aber nicht. Die Polizei vermutet mittlerweile, dass es sich dabei um die Geräusche der Feuerwerkskörper handelte. Der Anhänger ist jedenfalls fast komplett zerstört. „Wir werden ein paar Teile für die Werkstatt ausschlachten, mehr wird es nicht zu retten geben“, sagt Lier.

Von dem Anhänger griff das Feuer auf eine angrenzende Grünfläche über. Dort finden sich auch zwei weitere Brandherde, einmal neben ein paar kleinen Tannen und einmal direkt neben dem Zaun, der das Areal von der Bahnlinie abgrenzt. Auch hier konnte das Feuer schnell eingedämmt werden. Von den Bäumen sind allerdings nur noch verkohlte Stämme übrig, die nun entfernt werden müssen.

Brand in Rüsselsheim: Bloß ein dummer Jungenstreich?

„Ich werde daraus immer nicht ganz schlau“, sagt Lier. „Handelt es sich dabei um einen dummen Jungenstreich oder etwas anderes?“ Denn für ihn steht fest: Hätten die Brandstifter hohen Schaden anrichten wollen, wäre das sehr einfach möglich gewesen. Man habe Glück gehabt, aber insgesamt sei alles sehr verwunderlich, sagt Lier.

Nun gelte es, die Ermittlungen der Kriminalpolizei abzuwarten. Er ist allerdings skeptisch, dass die Täter ermittelt werden könnten. Allein die Lage des Geländes mache dies sehr schwer. Zeugen, die Hinweise zur Tat geben können und die fliegenden Feuerwerkskörper gesehen haben, werden gebeten, sich unter der 06142/69-60 zu melden. (Alexander Seipp)

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare