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Baden im Main: Nicht nur idyllisch, sondern auch gefährlich - selbst wer nur bis zu den Knien im Fluss steht, könnte von Strömungen weggerissen werden.

Gefährliche Verlockung

Freibäder geschlossen – DLRG befürchtet Ansturm auf Flüsse

Wenn es heiß wird, suchen die Menschen Abkühlung. Was tun, wenn die Schwimmbäder geschlossen sind? Lebensretter vermuten, dass viele auf Mainufer und Seen ausweichen – das ist nicht ungefährlich.

  • Corona-Krise zwingt auch Freibäder in die Knie
  • DLRG fürchtet, dass viele Menschen auf den Main und Seen ausweichen
  • Schwimmen in Flüssen ist alles andere als ungefährlich

Rüsselsheim - Dürfen in diesem von den Corona-Verordnungen geprägtem Sommer die Freibäder überhaupt öffnen? Zumindest die Landesregierung hat dazu noch keine Aussage getroffen. Städte wie Hanau haben daher das Heft in die Hand genommen und entschieden, diese beliebten Freizeiteinrichtungen zumindest vorerst geschlossen zu halten.

Doch die dauerhaften 30-Grad-Tage sind nur noch eine Frage der Zeit. Was tun, wenn das beliebte Freibad dann geschlossen hat und die Wasserratten in der Familie anfangen zu quengeln? „Wir befürchten schon, dass die Bürger dann verstärkt auf die Flüsse ausweichen, wenn sie den Badespaß suchen“, lautet die Einschätzung von Ilka Jakobs, bei der Rüsselsheimer DLRG zuständig für die Öffentlichkeitsarbeit.

Rüsselsheim: DLRG warnt Schwimmer vor Gefahren in Badeseen

Doch genau davor warnt die DLRG, besonders jetzt in Zeiten der Corona-Krise, die gerade die Freizeitmöglichkeiten noch immer erheblich einschränkt. „Flüsse und Baggerseen bergen ganz unterschiedliche Gefahren“, erläutert Ilka Jakobs. „Bei den Seen unterschätzen beispielsweise viele die Entfernungen.“

So hätten die DLRG-Wachleute schon öfter Menschen aus dem Wasser gefischt, die völlig erschöpft waren, lange bevor sie das rettende Ufer erreicht haben. „Und in den Flüssen unterschätzen viele die Strömungen, die einen Menschen sogar dann schon wegreißen können, wenn er nur bis zum Knie im Wasser steht.“ Im Rüsselsheimer Waldschwimmbad absolvieren in jedem Sommer täglich zwei Wachleute ihren Dienst. Es sind DLRG-Aktive und städtische Bademeister, die gemeinsam für Sicherheit der Badegäste sorgen. Insgesamt hat die DLRG 50 Männer und Frauen in ihren Reihen, die sich dafür engagieren, Menschen vor dem Ertrinken zu bewahren.

„Während wir beispielsweise im Waldschwimmbad dauerhafte Präsenz zeigen, rücken wir in den Flussbereichen nur aus, wenn ein Notfall vorliegt“, erläutert Ilka Jakobs weiter.

Schwimmen in Main und Rhein: Auch DLRG-Retter haben Angst vor Corona-Ansteckung

Was den Main angeht, ist die DLRG von der Mündung in den Rhein bis maximal Kelsterbach zuständig, am Rhein im Bereich von Ginsheim und Gustavsburg. „Die in der Region ansässigen unterschiedlichen DLRG-Ortsgruppen ergänzen sich auch gegenseitig.“

Die Stadt Ginsheim-Gustavsburg hat dazu bereits Kontakt mit der Rüsselsheimer DLRG aufgenommen. „Es kann sich die Situation ergeben, dass die Bürger bei längerer Schließung von Freibädern verstärkt öffentliche Gewässern nutzen“, teilte Bürgermeister Thies Puttnins-von Trotha (parteilos) auf Anfrage mit. Er verweist darauf, dass am Mainufer in Gustavsburg an keiner Stelle das Baden erlaubt ist. Es sei allerdings nicht vorgesehen, Uferbereiche abzusperren, weil dies an Rhein und Main in größerem Ausmaße geschehen müsste. Durchschnittlich zwölf bis 15 Einsätze haben die Rüsselsheimer DLRG-Aktiven in jedem Sommer, was auch bedeutet, dass sie körperlichen Kontakt zu den Geretteten hatten.

„Jetzt käme mit einer Rettung auch die Gefahr der Ansteckung hinzu“, verweist Ilka Jakobs auf einen nicht unwesentlichen Faktor. 

Ralph Keim

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