Ein künftig vermutlich gewohntes Bild: Der Mund-Nasen-Schutz liegt auf dem Schultisch.
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Ein künftig vermutlich gewohntes Bild: Der Mund-Nasen-Schutz liegt auf dem Schultisch.

Schulstart

Rüsselsheim: So geht es nach den Ferien an den Schulen weiter

  • Stella Lorenz
    vonStella Lorenz
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Schutzmaske zur Schultüte: An vielen Rüsselsheimer Schulen ist die Maskenpflicht eine zusätzliche Vorkehrmaßnahme zum Unterrichtsstart nach den Sommerferien. Außerdem gibt es viele andere Herausforderungen.

Rüsselsheim-Es sind verquere Zeiten, die uns Corona beschert. Das macht sich einmal mehr bemerkbar beim Schulstart am kommenden Montag, der ganz anders ablaufen wird als gewohnt. Offiziell ist das Abstandsgebot aufgehoben, eine Gruppengrößenbeschränkung (wie bisher mit maximal 15 Personen) gibt es auch nicht mehr. "Die Schulen können wieder zu einem geregelten Klassen- und Kurssystem zurückkehren", heißt es seitens des Kultusministerium. Dafür müssen einige Hygieneregeln, wie regelmäßiges Lüften und Händewaschen eingehalten werden. Auch Umarmen und Händeschütteln sind tabu. An diesen Grundlagen, informiert Stadt-Schulelternbeirat Roland Lobenstein, haben auch Eltern mitgestrickt. Via Videokonferenz habe der Stadtschulelternbeirat Bedenken und Anregungen dem Landeselternbeirat mitgeteilt; Vertreter daraus saßen in der Planungsgruppe bei der Landesregierung. "Das fand ich gut", sagt Lobenstein.

"Spannend und ungewöhnlich"

Dass der Übergang nach den Sommerferien zum normalen Schulbetrieb reibungslos funktioniert, glaubt er aber nicht. "Es gibt natürlich große Erwartungen, dass die Schüler möglichst normal wieder beschult werden können, das wird aber kaum ohne Einbrüche geschehen. Es wird spannend und garantiert ungewöhnlich", prognostiziert Roland Lobenstein. Die Rüsselsheimer Schulen haben seit dem Erscheinen des neuen Hygieneplans am 24. Juli an eigenen Konzepten gefeilt - und sie teilweise nach eigenem Ermessen verschärft.

So wird es an der Gustav-Heinemann-Schule eine Maskenpflicht geben, die im Schulgebäude und während des Unterrichts sowohl für Lehrer, als auch für Schüler gilt. Und auch an der Grundschule Königstädten ist die Maske obligatorisch für alle - zumindest auf dem Schulhof und den Gängen. Am Platz darf sie abgenommen werden. Genau so verhält es sich auch an der Max-Planck-Schule (MPS), wo zudem mit Einbahn-Wegesystem gearbeitet werden soll. "Das ist extrem aufwändig", sagt Dr. Annette Schmitt, Oberstufenleiterin an der MPS. In den Klassenräumen selbst herrschen zwar offiziell keine Abstandsregeln mehr, aber dennoch wird es keine Gruppentische geben. "Wir versuchen, die Schüler im größtmöglichen Abstand zu setzen. Pädagogisch wäre sicher anderes wünschenswert", gibt sie zu.

Dem Start in voller Klassen- und Kollegiumsstärke sieht Schulleiterin Kristin Becker mit gemischten Gefühlen entgegen. "Personell sind wir gut aufgestellt", sagt sie. Schwierig wird es im Ganztagsbereich bei der Betreuung. Dort sitzen normalerweise Kinder aus verschiedenen Klassen zusammen. 150 Anmeldungen verzeichnet die Grundschule dafür. "Wenn man vormittags auf den festen Klassenverband achtet, kann man das nachmittags nicht vernachlässigen", findet Becker. Entsprechend arbeite man noch an einer Lösung.

Appell an Urlaubsrückkehrer

Ob die Entscheidung für den Regelbetrieb die richtige war, kann Becker noch nicht beurteilen: "Ich bin sehr gespannt, wie lange wir das so durchhalten können", sagt sie. Auch sei noch völlig unklar, wie viele Schüler zum Schulstart noch im Urlaubsrückkehrer-Quarantäne sind. "Ich kann nur an die Eltern appellieren, die Quarantäne einzuhalten und bei Symptomen sofort zu reagieren", sagt Becker. Wer nicht zur Schule kommen kann, werde natürlich nicht alleingelassen und bekommt Unterrichtsmaterialien, versichert sie. Homeschooling in dem Umfang wie vor den Sommerferien sei aber nicht mehr möglich.

An der Max-Planck-Schule sind fast alle Kollegen im Einsatz - am ersten Schultag werden außerdem zusätzliche Aufsichtskräfte anwesend sein. Auch Dr. Schmitt hofft, dass alle Urlaubsrückkehrer verantwortungsbewusst genug sind, die Quarantäne-Pflicht und Test-Möglichkeiten wahrzunehmen. Dass sich die Lehrkräfte kostenfrei testen lassen dürfen, findet sie gut. "Es gibt eine Liste mit Ärzten, wo das möglich ist", informiert sie. Insgesamt freut sich sie auf den Schulstart: "Wir sind motiviert und werden alles daran setzen, dass der reguläre Schulbetrieb auch lange und gesund fortschreitet."

Auch in den Kirchen läuft es anders

In den Stadtteilen werden die diesjährigen Einschulungsgottesdienste unterschiedlich gehandhabt, zumal die Feiern in vielen Grundschulen gestaffelt abgehalten werden. Während in der Stadtkirche am Dienstag, 18. August, und der Matthäusgemeinde (B-Siedlung) am Donnerstag, 20. August, um jeweils 9.30 Uhr ökumenische Gottesdienste in den Kirchenhäusern (nur mit Anmeldung) stattfinden, gibt es in Königstädten am Sonntag, 16. August, einen ökumenischen Einsegnungsgottesdienst im Freien auf der Wiese an der Johannesgemeinde. Die Bonhoeffer-Gemeinde feiert mit Anmeldung einen Einschulungsgottesdienst am Dienstag, 18. August, um 9 Uhr. Ebenfalls draußen bieten Pfarrerin Schneider-Oelkers und Pfarrer Eich einen "Segen im Vorbeigehen" vor der katholischen Kirche St. Michael in Bauschheim am Dienstag, 18. August, zwischen 8.30 Uhr und 9.30 Uhr an. Außerdem wurden dort auch für die Erstklässler kleine Päckchen geschnürt, die im Laufe der Woche in den Klassen verteilt werden.

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