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Pflege

Generalistische Pflegekraft

Neue Ausbildungswege in der Pflege möglich

Das Echo stellt in einer kleinen Serie die Ausbildungsberufe vor, die am GPR-Klinikum möglich sind. Neu ist ab kommenden Jahr die Ausbildung zur generalistischen Pflegefachkraft. Wir stellen zunächst diesen neuen Beruf und exemplarisch zwei Auszubildende der Gesundheits- und Krankenpflege vor.

Früher kümmerten sich die Krankenschwester und der Pfleger um die Patienten. Derzeit nehmen sich die Gesundheits- und Krankenpflegerin und der -pfleger der Menschen im Krankenhaus an. Ab 2020 lautet die Berufsbezeichnung „Generalistische Pflegefachkraft“, berichtet Klaus Meißner, der Leiter der Pflegeschule des GPR-Klinikums.

Eine allgemeine Ausbildung für die drei Berufsbilder

Das Bundesgesundheitsministerium ziehe mit der generalistischen Ausbildung die drei Berufsbilder zusammen. Mit der Zusammenlegung solle der Beruf in der Pflege professionalisiert und in Europa wettbewerbsfähig gemacht werden, sagt Meißner.

Bisher können die Absolventen der jeweiligen Berufsgruppe nicht ohne Weiteres in den anderen Berufsfeldern tätig sein. Weil nach der Reform des Pflegeberufes nicht mehr zwischen den Berufsgruppen unterschieden wird und es keine Abgrenzung mehr gibt, können die erfolgreichen Auszubildenden sowohl in der Gesundheits- und Kranken- als auch in der Kinderkranken- und in der Altenpflege arbeiten.

Die bisherigen Ausbildungsschwerpunkte der drei Berufsgruppen werden zu den in Europa üblichen Kompetenzbereichen zusammengefasst.

Das Berufsfeld der Pflege wird größer

„Ich finde das positiv“, urteilt Meißner, seit zwei Jahren Leiter de Pflegeschule. „Die absolute Spezialisierung hört auf“, so seine Begründung. Alle Absolventen hätten den gleichen Status, ihr Berufsfeld sei größer. Für die ersten fünf Jahre nach Einführung der generalistischen Ausbildung stehe den Auszubildenden allerdings noch eine Wahlmöglichkeit offen

Nach dem zweiten Ausbildungsjahr dürfen sie entscheiden, ob sie sich doch auf eines der drei alten Berufsfelder konzentrieren möchten. Bei der neuen Pflegeausbildung lernen die Auszubildenden unter anderem Pflegeprozesse, Pflegediagnostik und Pflegesituationen zu planen, durchzuführen und zu bewerten, Kommunikation personen- und situationsorientiert zu gestalten, professionelles Handeln in unterschiedlichen Zusammenhängen sowie das eigene Handeln sowohl ethisch als auch gesetzlich zu hinterfragen.

Ausbildung in der klinikeigenen Pflegeschule

In der Praxis steht unter anderem die stationäre und ambulante Pflege, die pädiatrische und psychiatrische Versorgung auf dem Ausbildungsplan. Für das GPR-Klinikum habe die neue Struktur organisatorische Vorteile, so Meißner.

Die Auszubildenden der Altenpflege mussten bisher verpflichtend den theoretischen Unterricht an der zentralen Altenpflegeschule in Darmstadt besuchen. Jetzt sei es möglich, sie an der klinikeigenen Pflegeschule zu unterrichten. Die Ausbildung in der Kinderkrankenpflege war am Klinikum bisher trotz Kinderstation wegen spezieller Anforderungen nicht möglich.

100 Auszubildende

Mit der Zusammenlegung fließen die Berufsbilder ineinander und können vollständig am GPR-Klinikum ausgebildet werden. Für den theoretischen Unterricht der Altenpflege steht eine Kooperation mit dem Haus am Ostpark an, und es gibt eine personelle Unterstützung für die Sparten Altenpflege und Kinderkrankenpflege.

Die ersten generalistischen Auszubildenden werden ab 1. Oktober 2020 am Klinikum beginnen. Derzeit gibt es 100 Auszubildende bei der Gesundheits- und Kinderkrankenpflege. Den Beruf der Altenpflegerin oder Altenpflegers lernen vier Auszubildende.

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