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Professor Harald Klausmann (Mitte) und seine Studierenden widmen sich an der Hochschule Rhein-Main der Sonnenenergie. Der Roller wird selbstverständlich elektrisch angetrieben.

Forschung im Container

An der Hochschule Rhein-Main gehört Solarenergie zum Alltag

Von außen unscheinbar, im Innern hochmoderne Technik: In einem einfachen Container wird an der Hochschule Rhein-Main am Thema Solarenergie gearbeitet und geforscht. Und das nicht erst seit gestern, sondern bereits seit 30 Jahren.

Rüsselsheim - Wenn Harald Klausmann, Professor für Elektrotechnik und regenerative Energien an der Hochschule Rhein-Main, an einem schönen Tag gen Himmel schaut, geht ihm das Herz auf: Denn in einer Entfernung von 150 Millionen Kilometern arbeitet ein Fusionsreaktor der Superlative rund um die Uhr auf Hochtouren.

Seit 4,5 Milliarden Jahren wandelt die Sonne Wasserstoff zu Helium um und schickt die dabei frei werdende Energie ins All - unter anderem auch zur Erde und damit zu den Menschen.

Zu wenig genutzt

Und dieser kostenlose und wartungsfreie Fusionsreaktor verrichtet seine Energiegewinnung noch weitere einige Milliarden Jahre.

Und darauf ist Verlass. Vor diesem Hintergrund kann Klausmann nicht nachvollziehen, dass der Anteil der Solarenergie, den die Menschheit nutzt, so verschwindet gering ist.

"Dabei haben wir längst die Technologien für einen höheren Anteil", wundert sich der Professor, der selbstverständlich ein Elektro-Auto fährt - wenngleich mit einem herkömmlichen Auto in der Hinterhand.

Klausmann fordert daher besonders die Politik auf, die Rahmenbedingungen für den Einsatz und das Nutzen von Solarenergie und regenerativer Energie grundsätzlich zu verbessern und beispielsweise bürokratische Hürden abzubauen.

Professor Harald Klausmann im Innern des Solarcontainers.

An der Hochschule Rhein-Main gehört die Solarenergie längst zum Alltag. In Sichtweite des GPR-Klinikums steht ein unscheinbarer Container, der jedoch modernste Technik enthält.

Hier arbeitet und forscht Klausmann zusammen mit Studierenden am Thema Solarenergie - und das nicht erst seit gestern. "Bereits vor 30 Jahren, als Solarenergie noch gar nicht in aller Munde war, gab es einen solchen Solarcontainer." Doch irgendwann sei dieser Container nicht mehr zu gebrauchen gewesen, und Klausmann und seine Studierende kümmerten sich darum, einen neuen Solarcontainer aufzubauen, gesponsert von einem Bischofsheimer Unternehmen, das in der Branche tätig ist.

Das Ergebnis präsentierten Klausmann und seine Studenten jetzt im Rahmen einer "Sonntainer-Party". Da schien sogar die Sonne in diesem bislang eher launischen Monat Mai.

Direkt ins Hochschulnetz

Längst speist der Container über die Sonne gewonnenen Strom ins Netz der Hochschule ein. Überschüssiger Strom wird in einer Sechs-Kilowatt-Batterie gespeichert.Am Container gibt es die Möglichkeit, E-Bikes aufzuladen. "Ladestationen für E-Autos sind in der Planung", ergänzt Klausmann.

Und im Innern erforschen die Studierenden anhand kleiner Bauteile der Solarmodule, wie sich die Sonneneinstrahlung auf die Spannung, die Temperatur und die Leistung der Module auswirkt.

Zur "Sonntainer-Party" gab es selbstverständlich Grillwürstchen und kühle Getränke. Der notwendige Kühlschrank und der Elektrogrill waren direkt an den Solarcontainer angeschlossen.

Und in einem einer Parabolantenne ähnlichem Grill brutzelten die Würstchen direkt in der Hitze der gebündelten Sonnenstrahlen.

von Ralph Keim

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