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Damit Kinder sich gut entwickeln, müssen sie früh gefördert werden. Eine umfassende Betreuung ist dabei besonders wichtig.

Bildung

Kinderbetreuung soll schrittweise ausgebaut werden

Die Stadt wächst und mit ihr die Zahl der Kinder, die einen Betreuungsplatz brauchen. Bürgermeister Dennis Grieser will dafür sorgen, dass sie ihn auch bekommen. Doch bis alle versorgt sind, ist es noch ein weiter Weg.

Rüsselsheim - In Grundschulen stehen bei städtischen und freien Trägern momentan 1 064 Betreuungsplätze zur Verfügung. Das geht aus einer Mitteilung der Stadt hervor. „Es ist jedoch absehbar, dass die benötigte Platzkapazität schrittweise weiter erhöht werden muss“, wird Bürgermeister und Magistratsmitglied Dennis Grieser (Grüne) darin zitiert. Denn nicht nur die Anzahl der Kinder nehme zu. Es gelte auch, sich auf den auf Bundesebene vereinbarten Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung für Kinder im Grundschulalter ab 2025 einzustellen.

Früh unterstützen

Für das nächste Schuljahr sollten daher 455 Betreuungsplätze für Grundschulkinder an städtischen Betreuungsschulen zur Verfügung gestellt werden. Dazu kämen 565 Plätze für Grundschulkinder in Ganztags- und Betreuungsangeboten, die von Schulen und Fördervereinen bezuschusst würden. Das seien 30 Plätze mehr als im Vorjahr.

Es sei wichtig, so Grieser, die Kinder bereits zu einem frühen Zeitpunkt in ihrer Entwicklung zu unterstützen. Rund zehn Monate vor Beginn der Grundschulzeit würden die Eltern zur Anmeldung aufgefordert. Der Platz- und Personalbedarf werde jedes Jahr entsprechend berechnet.

Im nächsten Jahr würden die 16,75 bei der Stadt vorhandenen Stellen für die Betreuung von Grundschulkindern um 20 Wochenstunden aufgestockt und befristete Stellen in unbefristete umgewandelt.

An weitere Plänen zum Ausbau der Betreuungs- und Ganztagsangebote an Grundschulen werde zurzeit im Schulentwicklungsplan gearbeitet.

Aber nicht nur in den Grundschulen, sondern auch in den Kitas sollen mehr Betreuungsplätze geschaffen werden. Aktuell fehlen laut Magistrat 411 Plätze im U-3-Bereich. Kurzfristig werde daher den Stadtverordneten empfohlen, das Angebot mit der Anmietung eines Gebäudes für eine dreigruppige Kita in Königstädten zu erhöhen.

Langfristig solle der weitere Ausbau helfen, wozu eine fraktionsübergreifende Arbeitsgruppe bereits Vorschläge unterbreitet habe. Untersucht würden mögliche Standorte an der Hans-Sachs-, der Varkaus- und der Amselstraße sowie im Neubaugebiet Quartier am Ostpark. Bei den über Dreijährigen sei der Bedarf ebenfalls gestiegen. 298 Betreuungsplätze fehlen derzeit stadtweit. Mit der Umsetzung bereits beschlossener Projekte und der Umwandlung einer Hortgruppe in eine altersgemischte Gruppe ab drei Jahren seien es immer noch 201 Plätze, die fehlten.

Mobile Lösung

Um weitere Plätze zu schaffen, solle die Stadtverordnetenversammlung den Magistrat mit der Prüfung und Umsetzung weiterer Interimslösungen beauftragen, vor allem im Bezirk der Grundschule Innenstadt.

Aber auch ein neuer Bauwagen für eine weitere Naturgruppe mit 20 Plätzen im Grundschulbezirk der Albrecht-Dürer-Schule und eine mobile Lösung im Anschluss an das Gebäude der Kita Böcklinstraße seien denkbar, um vorübergehend den größeren Bedarf mit 20 Plätzen aufzufangen. „Um eine hundertprozentige Versorgung zu schaffen, fehlen im Folgejahr, dem Betreuungsjahr 2019/20, weitere 387 Betreuungsplätze,“ sagt Grieser. Insgesamt fehlten 588 Plätze.

red

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