Lisa Eller reitet seit sechs Jahren. Und das will etwas heißen, sie ist gerade einmal elf Jahre alt.

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Von Pferden, Turnieren und dem Alltag im Reitsportverein - Lisa Eller will Springreiterin werden

Schritt reiten, traben und galoppieren: Reitschüler können sich beim Winter-Jugend-Reitwettbewerb des Kreisreiterbundes beweisen. Der Reitsportverein Rüsselsheim ist Gastgeber eines großen Turniers.

Rüsselsheim - Noch reiten die Schülerinnen in der Halle ihre Pferde ein. Nicht ohne die Tipps ihrer Trainer und Eltern. „Nicht überreiten wollen“, „Halt ihn nicht zu fest, du musst zum Reiten kommen“, rufen sie mit gesenkter Stimme über die Absperrung hinweg.

Die Gangart gibt eine Leserin vor

Dann ist es so weit. Die beiden Richterinnen Sabine Stitz und Dagmar Burchert-Leyer betreten den Dressurplatz, die Gruppe geht in die Prüfung. Die Reiterinnen müssen Schritt reiten, traben oder galoppieren, im Viereck oder auch diagonal über das Feld. Die Gangart gibt eine Leserin vor. „Die nächste Reiterin antraben und in der nächsten Ecke galoppieren“, fordert sie auf.

Der Reitsportverein Rüsselsheim richtet das Finale des Winter-Jugend-Reitwettbewerbs des Kreis-Reiterbundes Groß-Gerau aus. Es ist das letzte von drei Turnieren, an dem sich der Reit- und Fahrverein Wolfskehlen sowie der Reit- und Fahrverein Trebur beteiligen, die ebenfalls bereits Gastgeber waren. Insgesamt zählt das Turnier 23 Teilnehmerinnen, jeweils acht aus Rüsselsheim und aus Wolfskehlen sowie sieben aus Trebur.

Kein privates Pferd auf den Tunieren

An dem Turnier nehmen Kinder und Jugendliche teil, die kein privates Reitpferd haben, im Verein mit Schulpferden oder geliehenen Pferden trainieren und noch keine Erfolge auf regulären Turnieren erzielten. „Die Kinder und Jugendlichen können Turnierluft schnuppern“, sagt zweite Vorsitzende und Pressewartin Anke Lorig.

Diesen Rahmen bietet der Winter-Jugend-Reitwettbewerb. Das fängt bereits bei den Hängern an, die auf dem Parkplatz des Reitsportvereins in der Darmstädter Straße stehen. Während die Reiterinnen in der Halle den Richterinnen zeigen, was sie in den Reitstunden gelernt haben, werden Ponys und Pferde auf den Außenreitplätzen unter freiem Himmel eingeritten. Auf den kleineren Ponys oder hoch zu Ross sitzen stolze Mädchen in weißen Reiterhosen und schwarzen Turnierjackets mit Helmen auf ihrem Kopf. In der Halle und auch draußen stehen Eltern und Trainer, fachsimpeln, schauen ihren Schützlingen in ruhiger und beschaulicher Atmosphäre zu. Laut ist hier niemand.

Das Turnier sei ein Einstieg in das sportliche Reiten, sagt Vorsitzende Cora Feldmann. Es sei zudem durchaus ein Sprungbrett für den Kauf eines eigenen Pferdes, so die Erfahrungen nach mittlerweile acht Wettbewerben. Der Reitsportverein versteht sich als Breitensportverein. Die Schüler üben auf Schulpferden, nur wenige nehmen an Reitturnieren teil. Der Verein zählt 230 Mitglieder, davon sind rund 80 Prozent Kinder und Jugendliche, die meisten sind Mädchen.

Ist Reiten eine Mädchensportart?

„Mädchen lieben Pferdesport“, weiß Feldmann. Die Pflege und das Umsorgen des Tieres träfen mehr auf die Rolle des Mädchens zu. Jungen seien zudem auf schnellen Erfolg aus, was beim Reitsport nicht möglich sei.

Lisa Eller reitet bereits seit sechs Jahren. Und das will etwas heißen, ist sie doch gerade einmal elf Jahre alt. Sie kam über ihre Mama zum Reiten. Lisa liebt es, mit Tieren umzugehen und findet den Körperbau der Pferde faszinierend. Natürlich schaut sie auch gerne Pferdefilme. Ihr großer Favorit ist der erste Teil der Reihe Ostwind.

Wenn sie auf dem Rücken eines Ponys sitzt, trabt und galoppiert sie am liebsten. „Weil ich es eher schneller mag“, sagt sie lachend.

Ihre Reitgruppe hat sie als Siegerin abgeschlossen. Wenn sie älter ist, will sie Springreiterin werden, weil sie gerne über Hindernisse fliegt.

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