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Amina Ajouaou neben ihrem Banner zum Thema „Respekt“.

Projekttage

Parkschüler zeigen in der „Galerie auf Zeit“, was ihnen zum Thema Rassismus eingefallen ist

Großer Respekt gilt Zehntklässlern der Parkschule für ihre kunstvolle Auseinandersetzung mit dem Thema „Respekt“. In der „Galerie auf Zeit“ werden ihre Bilder und Plakate nun während der Internationalen Wochen gegen Rassismus gezeigt.

„Respekt ist für mich selbstverständlich. Respekt für jeden, egal welche Hautfarbe oder Religion er hat“, sagt Amina Ajouaou (16) mit Nachdruck. Die junge Rüsselsheimerin aus marokkanischer Familie hat in einer Projektwoche an der Parkschule zum Thema Rassismus eine Fahne als Plädoyer für gesellschaftliche Vielfalt gemalt. „Rassismus ist keine Meinung, sondern ein Verbrechen“, hat sie gut lesbar dazugeschrieben.

Das Banner der Schülerin ist eines von mehreren, die bis zum 23. März neben Plakaten und Bildern kleineren Formats in der „Galerie auf Zeit“ zu sehen sind. Lehrerin Lucia Masarova war am Montag mit ihrer zehnten Klasse zur Eröffnung der Ausstellung in der „Galerie auf Zeit“ gekommen und stand beeindruckt vorm großen Schaufenster in der Frankfurter Straße: „Toll, was ihr gestaltet habt“, lobte sie die Schüler.

Viele Nationalitäten

Die Projektwoche vor der Internationalen Wochen gegen Rassismus (11. bis 23. März) sei in Kooperation mit dem Jugendbildungswerk ausgerichtet worden, berichtete sie. „Wir sind in unserer Klasse viele Nationalitäten. Auch Geflüchtete gehören dazu. Ich finde diese Mischung sehr schön und Gemeinschaft ist bei uns selbstverständlich“, sagte sie.

Dass das Gemeinschaftsgefühl und der Respekt von Herzen kommen, bezeugen die Schüler-Werke in der Galerie. Projektleiter Gerald Bamberg vom Jugendbildungswerk sagte: „Die Projekttage waren spannend. Angefangen haben wir mit Fotobetrachtung – da waren Menschen, Alte und Junge und Behinderte, oder auch Natur, Tiere und Nahrung abgebildet. Respekt gilt ja nicht nur für Menschen.“

Die Schüler hätten selbständig ihre Eindrücke aus Diskussionen in Kunst übersetzt, zollte Bamberg seinerseits den Ergebnissen Respekt. Er wies etwa auf ein Plakat hin, auf dem große Hände die Weltkugel halten. „Respekt“ steht darüber und weist hin auf sorgsamen Umgang mit Ressourcen. In langer Reihe sind die Respekt-Plakate im Schaufenster ausgelegt.

Gutes Herz haben

Freilich: Die großen Fahnen springen als erstes ins Auge: Amina Ajouaou hat Frau und Mann in Porträtköpfen nebeneinandergemalt und die Gesichter zweigeteilt. Dabei verbinden sich die Kopftuch tragende Muslimin und die langhaarige Europäerin, dabei verbinden sich der Farbige und der Weiße. „Wie jemand aussieht oder woran er glaubt, darf kein Grund für Ausgrenzung sein“, äußerte die junge Frau überzeugt. In großer Schrift hat sie neben die Malerei geschrieben: „Ich glaube, dass die wahre Religion darin besteht, ein gutes Herz zu haben.“

Amina Ajouaou unterhielt sich angeregt mit Ruth Schmid, Künstlerin der Vereinigung „Malkasten“, die ihre zentral liegende „Galerie auf Zeit“ den Schülern auf Anfrage des Jugendbildungswerks gern überlassen hat. Sie sei selbst Schülerin der Parkschule gewesen, erzählte Ruth Schmid (73) der jungen Amina: „In Schulen war damals respektvoller Umgang der Lehrer mit Schülern nicht üblich. Wir wurden eher zu Duckmäusern erzogen. Erst viel später wurde ich, was ich heute bin.“

Amina Ajouaou hörte respektvoll zu. „Zum Glück ist das heute anders. Ich fürchte auch die AfD nicht. Ich denke, unsere Demokratie ist sehr stark“, sagte sie. Ihr Banner und die anderen Schülerbilder bezeugen das Bewusstsein gegenseitigen Respekts imponierend.

von CHARLOTTE MARTIN

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