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Volker Stock ist auch bei Regen mit seinem Tankwagen unterwegs, um die Bäume zu gießen.

Grünpflege

Hier wird auch bei Regen gegossen:  Städteservice kämpft hartnäckig gegen die Trockenheit an

Es ist nach wie vor viel zu trocken. Die wenigen Niederschläge reichen der Natur nicht aus. Deshalb bewässert der Städteservice Raunheim/Rüsselsheim Bäume im öffentlichen Raum so früh wie noch nie. Rund 450 Bäume müssen die Mitarbeiter regelmäßig versorgen.

Rüsselsheim - Es regnet schon den ganzen Tag. Ein schöner Dauerregen. Die Natur freut sich. Volker Stock, Mitarbeiter beim Städteservice Raunheim/Rüsselsheim, fährt dennoch mit seinem Tankwagen durch das Stadtgebiet und gießt die Bäume. Das bisschen Regen sei ein Tropfen auf dem heißen Stein, sagen er und Thomas Lunkenbein, der stellvertretende Leiter der Grünpflege beim Städteservice.

Viele Leute schimpften, wenn sie ihn während des Regens die Bäume gießen sehen, berichtet Stock. Wenn er ihnen jedoch erklärt, warum er zu den vom Himmel fallenden Wassertropfen noch Wasser aus dem Tank gibt, dann seien sie einsichtig. Denn wenn es regnet oder geregnet hat, sei die Oberfläche des Bodens gesättigt. Dann versinke das Wasser besser im Erdreich, wo es die Wurzeln erreicht. Deshalb rät Stock den Gartenbesitzern auch, ihre Bäume nach einem kräftigen Regen zu gießen.

So früh wie nie

Die Grünpflege hat in diesem Jahr so früh wie nie begonnen, die Bäume in den öffentlichen Bereichen mit Wasser zu versorgen. "Wir haben schon Mitte März angefangen", berichtet Lunkenbein. Üblicherweise fahre der Städteservice erst einen Monat später mit dem Tankwagen durch die Stadtteile.

Der Winter sei relativ trocken gewesen. Die Temperaturen seien zudem plötzlich auf mehr als 20 Grad angestiegen. Für diese Jahreszeit sei es viel zu warm gewesen.

Auch wenn sich die Trockenheit an den Pflanzen noch nicht direkt sichtbar bemerkbar mache, habe es ein Gärtner im Gefühl, wann es notwendig ist, die Pflanzen mit Extra-Portionen Wasser zu versorgen, sagt Lunkenbein. Zumal die Pflanzen bereits zwei Wochen früher als üblich Knospen austrieben. Dies hänge mit der Witterung zusammen, betont er.

Sollte bei diesen Wetterverhältnissen allein der Niederschlag den Boden ausreichend mit Feuchtigkeit versorgen, müsse es vier Wochen durchregnen. Denn der geringe Niederschlag bleibe an der Oberfläche hängen und dringe nicht bis zu den Wurzeln durch. "Wir wässern auch, wenn es regnet", betont er deshalb noch einmal.

Das Wasser wird in einem Plastikbeutel aufgefangen, von dort versickert es in das Erdreich.

Niederschlag wird indessen kaum vier Wochen am Stück fallen. "Deshalb wird immer fleißig gegossen", sagt Lunkenbein. 20 000 Bäume sind im Kataster verzeichnet; 450 Bäume werden vom Städteservice mit Wasser versorgt.

Dabei handelt es sich um die jungen Bäume, die während der ersten drei bis vier Jahre bewässert werden. Der Städteservice sei gar nicht in der Lage, so viele Mitarbeiter zu stellen, um alle Bäume zu gießen, ganz zu schweigen von der Wassermenge, gibt Lunkenbein zu bedenken.

Derzeit ist der Städteservice an jedem Werktag mit einem Fahrzeug unterwegs. Wenn es in Richtung Sommer geht, werden drei Tankfahrzeuge mit Wasser gefüllt. Volker Stock verteilt momentan rund 10 000 Liter Wasser an die Bäume. 7000 Liter fasst der Tank. Einmal muss er also Wasser nachfassen. Im Sommer wird täglich dreimal so viel Wasser verbraucht.

Gefährliche Tendenz

Ein Baum erhält rund 75 Liter Wasser. An den Bäumen ist ein Sack befestigt, der an seiner Unterseite perforiert ist. So sickert das Wasser langsam in das Erdreich ein.

Thomas Lunkenbein macht deutlich: Wenn auch der kommende Sommer so trocken wird, wie der des vergangenen Jahres, seien nicht nur die Bäume im Wald, sondern auch jene im Stadtgebiet gefährdet, weil der Städteservice sie einfach nicht mit der notwendigen Menge an Wasser versorgen könne.

von Rüdiger Koslowski

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