Inge Staples ist die neue Leiterin des Rüsselsheimer Amtsgerichts.
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Inge Staples ist die neue Leiterin des Rüsselsheimer Amtsgerichts.

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Rüsselsheim: Inge Staples ist die neue Direktorin des Amtsgerichts

  • Stella Lorenz
    vonStella Lorenz
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61-Jährige übernimmt Posten am Rüsselsheimer Amtsgericht. Neu ist die Opel-Stadt für sie aber nicht.

Rüsselsheim -Ein handgeschriebener Willkommenszettel mit Smiley hängt an der Bürotür von Inge Staples. Auf ihrem Tisch steht ein großer Blumenstrauß. Die Begrüßung der neuen Amtsgerichtsdirektorin, die seit dem 3. August im Dienst ist, fiel erwartungsgemäß herzlich aus. Denn Staples hat eine innige Verbindung zu ihrem Arbeitsort.

Eigentlich kommt die 61-Jährige aus Süddeutschland, familiär bedingt zog sie später nach Hessen und arbeitete als Rechtsanwältin. Weil sie der Richterdienst reizte, wechselte sie 1993 nach Rüsselsheim. Mehr als 13 Jahre gestaltete sie als Richterin für Straf- und Familiensachen den Amtsgerichtsalltag mit. Kurze Abstecher ans Oberlandesgericht und ins Bundesjustizministerium in Berlin seien spannend gewesen, letztlich verschlug es sie aber immer wieder in die Opelstadt.

Stets Kontakt gehalten

Die Erfahrung, die sie als Direktorin benötigt, konnte sie in Büdingen im Amtsgericht sammeln: "Dort war ich erst Vertreterin, dann selbst Direktorin bis vergangenen Freitag", sagt sie. Die Gerichte seien ähnlich groß, strukturell lässt sich also einiges anwenden, und unvertraut ist ihr der neue alte Arbeitsplatz ja auch nicht. "Der Kontakt nach Rüsselsheim bestand zu jeder Zeit, ich kenne hier noch sehr viele", so Staples.

Schmerzlich fehlt jedoch ihr Vorgänger Harald Walther, der im Januar 2020 nach schwerer Krankheit verstorben ist. "Ich habe ihn sehr gemocht und hatte große Hochachtung vor ihm. Er war voller Energie", erinnert sie sich. Auch sie will sich künftig stark engagieren: Neben der ständigen Administration ist sie auch weiterhin in der Rechtssprechung für Strafsachen tätig.

Die Abwechslung gefällt ihr: "Würde ich nur in der Verwaltung arbeiten, würde mir etwas fehlen. Ich bin sehr kommunikativ, die mündlichen Verhandlungen sind mir wichtig."

Sie setzt auf Fortschritt

Überhaupt: Der Unrechts-Ausgleich im juristischen Sinne ist das, was Inge Staples an ihrer Arbeit besonders gefällt. "Ich bin im Sternzeichen Waage, das passt als Justiziarin ganz gut", schmunzelt sie.

Für ihre Amtszeit hat sie sich Einiges vorgenommen, das sie nach und nach in Ruhe angehen. Die große Vorstellungsversammlung musste umständehalber natürlich ausfallen, aber "ich bin von Zimmer zu Zimmer gegangen und habe mich so vorgestellt."

Die Bedürfnisse ihrer Kollegen sind ihr ein Anliegen - nicht zuletzt wünscht sie sich für die Mitarbeiter deshalb auch künftig die Möglichkeit, verstärkt aus dem Homeoffice zu arbeiten. "Es steigert die Zufriedenheit und die Motivation ist eine ganz andere", sagt sie. In Büdingen habe es insgesamt 20 Telearbeitsplätze gegeben, das hat sich laut Staples sehr positiv bemerkbar gemacht. Bis es so weit ist, müssten noch einige Absprachen getroffen werden, aber Staples befürwortet Fortschritt und sieht darin eine Chance. "Ich würde das gern umsetzen", sagt sie. Jetzt gehe es erst einmal darum, zu sortieren.

Froh ist sie auch, dass mittlerweile im Amtsgericht trotz der Pandemie alles einigermaßen normal läuft: Abläufe wurden individuell umgestaltet und bis auf die Beratungshilfe können alle Vorgänge regulär stattfinden. "Leif Kindinger, der seit Anfang März ständiger Vertreter im Direktorat ist, hat einen tollen Job gemacht", lobt sie.

Inge Staples sieht in jedem Fall sehr zufrieden aus an ihrem Schreibtisch. In Büdingen, sagt sie, habe es ihr auch sehr gut gefallen, die Kollegen seien toll gewesen, die Aufgaben spannend. Aber erneut in Rüsselsheim zu sein ist, sagt sie und lächelt, "als würde man wie wieder nach Hause kommen". Polizei findet Toten in Wohnung: Verdächtiger gefasst - Hintergründe noch unklar.

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