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Schicke Industrielampen an Balken, neue Wandfarbe: "Rind"-Chef Florian Haupt (Mitte) und seine Mitarbeiter Lisa Rost und Jumawi Zakaria fühlen sich wohl im renovierten Kulturschuppen. FOTO: LORENZ

Kultur

Rüsselsheim: Alles glänzt so schön neu im "Rind"

  • Stella Lorenz
    vonStella Lorenz
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Neue Lampen, neue Fenster, neue Türen, frische Farbe: Die Kult-Kneipe ist runderneuert.

Rüsselsheim Ein wenig ungewohnt ist er ja schon, der Anblick, wenn man das "Rind" betritt. Schon im Treppenhaus sieht es anders aus: Mintgrün und dunkelblau herrschen auf dem groben Putz vor, von der Decke baumelt eine wuchtige Industrielampe in elegantem Kupfer. Die rote Wandfarbe im Erdgeschoss der Kultkneipe ist kräftigem Rauchblau gewichen, und auch hier hängen über den Corona-bedingt dezimierten Tischen Lampen im Industrial-Stil. Die Renovierung, klärt "Rind"-Chef Florian Haupt auf, war schon länger geplant. Geholfen hat dabei auch die Crowdfunding-Aktion der "Rind-Retter" vom Sommer. "Die Unterstützung wurde gut genutzt", sagt er.

Glücklich über den Spielbetrieb

Und nicht nur kosmetisch hat sich einiges getan. "Acht Türen haben wir ausgetauscht, um den Brandschutzmaßnahmen gerecht zu werden", erläutert Florian Haupt. Weiterhin seien Brandschutzabschnitte geschlossen und Fenster neu eingesetzt worden. Eigentlich wollte man bereits im August damit fertig sein, letztlich zogen sich die Arbeiten doch noch hin. Macht aber nichts, denn das "Rind" ist pünktlich zur kalten Jahreszeit jetzt startklar, um auch den Innenbetrieb wieder aufzunehmen.

Zwar seien etwa 90 Prozent des ursprünglich geplanten Programms aus Pandemie-Gründen weggefallen, aber die Jazzcafé-Reihe ist am vergangenen Sonntag gut gestartet. "Die Leute sind noch etwas zurückhaltend", gibt Haupt zu. 45 bis 50 Menschen hätten unter Corona-Bedingungen im bestuhlten Saal Platz. "Am besten wäre es, wenn sich in Gruppen vorab angemeldet wird für die Konzerte", sagt Florian Haupt. Das erleichtere die Planung.

Er ist glücklich darüber, in unsicheren Zeiten ein Programm anbieten zu können. Dabei bekommt er tatkräftigen Rückhalt und Ideen von den jungen "Rindern", eben Mitarbeitern der Kulturkneipe. Einige von ihnen sind sowohl organisatorisch als auch künstlerisch in den "Arts Club" involviert, der am Mittwoch, 21. Oktober, erstmals und dann planmäßig immer mittwochs jungen regionalen Künstlern eine Plattform bietet. Vom Konzert bis zur Kunstausstellung ist alles dabei.

Initiative junger Mitarbeiter

Allen voran sind neben Haupt vor allem Lisa Rost und Jumawi Zakaria verantwortlich. "Ich musste die beiden etwas anstupsen, aber die Idee stammt von ihnen", so Florian Haupt. Von den großen Veranstaltungen ist letztlich nur eine übrig geblieben: Die "Nacht der Gitarren", unter anderen mit Lulo Reinhardt, konnte ins Theater gerettet werden. "Das passt gut auf die große Bühne, künstlerisch wie inhaltlich", sagt Haupt. Dass das zum neuen Standard wird, sieht er allerdings nicht: "Wir konzipieren jetzt nicht alles fürs Theater."

Schließlich hat Haupt auch in der Mainstraße alle Hände voll zu tun - gerade wird noch das Obergeschoss aufgehübscht, und auch die bekannten, weinrot gepolsterten Sitzbänke und Stühle im ganzen "Rind" werden neu bezogen.

Das lohnt sich auch langfristig, mutmaßt Haupt. Er geht davon aus, dass das "Rind" noch mindestens drei bis vier Jahre am gewohnten Standort bleibt, bis klar ist, wie und ob das Altwerk eine neue Heimat werden könnte. So lange dürfen sich die Gäste jedenfalls am neuen Look erfreuen. Und das tun sie schon jetzt: "Das Feedback bisher ist sehr positiv." Stella Lorenz

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