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Solche Schneemassen sind in der Region eher selten. Der Straßendienst ist darauf jedoch vorbereitet.

Straßenservice

Rüsselsheim und Raunheim sehen dem Winter gelassen entgegen

Die Vorbereitung sind längst gemacht, Streusalz ohnehin in rauen Mengen da: Rüsselsheim und Raunheim sehen dem Winter gelassen entgegen..

Nach dem Jahrhundertsommer beschäftigt viele die Frage: Wie wird in diesem Jahr der Winter werden? Gibt es Schnee satt? Oder wird die weiße Pracht wieder Mangelware sein? Die zuständigen Mitarbeiter beim Städteservice Raunheim, Rüsselsheim sehen Schnee und Glatteis gelassen entgegen.

An den Winter 2009/2010 kann sich Werner Fischer, Abteilungsleiter Straßendienst beim Städteservice Raunheim, Rüsselsheim, noch bestens erinnern. Die über viele Wochen dominierenden Tiefdruckgebiete sorgten mit ihren Wolkenmassen nicht nur dafür, dass sich die Sonne kaum blicken ließ. Sie brachten auch Schnee in Massen. Im Rhein-Main-Gebiet schneite es ebenfalls überdurchschnittlich oft, sehr zum Leidwesen der Autofahrer.

Ins Schlittern kamen damals auch die Kommunen, die ihren Winterdienst der in der Region eigentlich moderaten Witterung angepasst hatten. „Damals wurde das Streusalz knapp, die Preise stiegen exorbitant“, weiß Fischer zu erzählen. Eine Folge: Mehrere Kommunen, darunter Rüsselsheim, Raunheim, aber auch Wiesbaden, Marburg, Kassel und fünf weitere hessische Städte schlossen sich zusammen, um Streusalz in großen Mengen günstig einzukaufen. Gelagert wird das im Extremwinter 2009/2010 zum „weißen Gold“ avancierte Streugut in Wiesbaden. Der Städteservice Raunheim, Rüsselsheim verfügt über ein Kontingent von 1500 Tonnen. Kostenpunkt rund 120 000 Euro.

An einem sonnigen Frühherbsttag auf dem Gelände vom Städteservice in der Rüsselsheimer Johann-Sebastian-Bach-Straße: In einer Halle lagern noch einige Tonnen Streusalz, übrig geblieben vom zurückliegenden Winter. „800 Tonnen sollten für einen durchschnittlichen Winter reichen“, erläutert Fischer und lässt das Streugut durch seine Hände rieseln. 300 bis 400 Tonnen davon lagern während der Wintersaison hier in Rüsselsheim, ein weiteres Kontingent in Raunheim.

Denn der Winter kommt unerwartet – zumindest für den Autofahrer, nicht jedoch für den Städteservice. „Der Salzeinkauf ist abgeschlossen, ebenso die Personaldisposition. Demnächst werden die Fahrzeuge einsatzfähig gemacht.“ Man sieht und hört es Werner Fischer an, dass er den bevorstehenden Winter entspannt entgegensieht. „Im vergangenen Winter hatten wir sieben Volleinsätze und 13 Teileinsätze.“ Moderat, wenn man bedenkt, dass ein offizieller Winter rund 120 Tage zählt. Für 50 Städteservice-Mitarbeiter heißt Winter in erster Linie: Bereitschaft. 14 Tage am Stück von 4 bis 20 Uhr. Es folgen 14 Tage ohne Bereitschaft. Und das vom 1. November bis 31. März. „Was natürlich nicht heißt, dass es danach keinen Winterdienst mehr gibt“, versichert der Abteilungsleiter mit Blick auf späte Wintereinbrüche im April.

Doch jetzt steht erst einmal der Winter 2018/2019 vor der Tür. Und wenn der Schnee leise rieselt, fällt die weiße Pracht auf

300 Kilometer Straße

, 250 Kilometer Rad- und Gehwege und auf 130 Überwege, beispielsweise Zebrastreifen und Zuwege zu öffentlichen Gebäuden. Zuständig ist der Städteservice nicht nur für Rüsselsheim und Raunheim, sondern auch für Bischofsheim und Ginsheim-Gustavsburg. Zur Verfügung stehen vier Fahrzeuge und sechs Maschinen für Geh- und Radwege.

Und bald kommt der Deutsche Wetterdienst (DWD) ins Spiel. „Wir bekommen die Daten zu den Niederschlägen direkt vom DWD. Die Verlässlichkeit ist in den vergangenen Jahren erheblich gestiegen“, erläutert Fischer weiter. Doch ein Winter hat seine Facetten: Schnee oder Graupel, Reifglätte oder Blitzeis. Entsprechend kann das Streusalz mit einer Lauge variiert werden, was direkt auf dem Areal vom Städteservice vorgenommen wird. Das Salz mit Splitt aufbereiten, davon ist man in den Kommunen weitgehend abgekommen. Schließlich bleibt dieses Granulat zurück, muss mühsam beseitigt werden und verstopft eventuell Kanäle und Abflüsse.

Und wie der Winter kommt, so kommen bei Schnee und Eis dann auch die Beschwerden der Bürger. „Wir können nicht auch die kleinste Gasse räumen“, stellt Werner Fischer klar. „Dazu sind wir auch gar nicht verpflichtet.

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