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Britta Lubik (Foto) und Ilka Schneider hatten die Idee zur Aktion. fOTO. rALPH kEIM

Rüsselsheimerinnen kochen kostenloses Mittagessen

Was tun wenn die eigene Gaststätte geschlossen bleiben muss? Zwei Rüsselsheimer Köchinnen kochen dennoch weiter.

Rüsselsheim- Unter der Corona-Krise ächzen unter anderem besonders die Gastronomen. Eine Bewirtung der Gäste ist in den Lokalitäten bis auf Weiteres nicht erlaubt. Bestenfalls bieten die betroffenen Gaststätten und Restaurants ihre Speisen zum Mitnehmen an. Manche liefern auch aus.

Britta Lubik jedoch ist zum Nichtstun verdammt. Die Pächterin der Gaststätte auf dem Gelände des VfR Rüsselsheim wollte dies allerdings nicht mehr länger hinnehmen. Zusammen mit Ilka Schneider von der Weinstube Schaab-Louis kam sie auf die Idee: "Warum kochen wir nicht für die Rüsselsheimer? Schließlich können wir ja kochen." Gesagt, getan: Am Freitag hatte die Aktion Premiere. 25 Bürgerinnen und Bürger ließen sich die Gemüsesuppe schmecken, die ein Dutzend ehrenamtliche Helferinnen seit den Morgenstunden in der Küche des Evangelischen Gemeindezentrums am Marktplatz zubereitet hatte.

Und das Angebot geht weiter: Vom heutigen Montag an soll es im Evangelischen Gemeindezentrum unter dem Motto "Kochen für Rüsselsheim" zumindest bis 20. April jeden Werktag ein Mittagessen geben.

Genehmigung vom Gesundheitsamt

Das Angebot richtet sich an alle Bürger der Stadt. Sie müssen sich das Mittagessen nur im Haus der Kirche am Marktplatz abholen. Die Speisen kosten nichts, denn die Zutaten werden gespendet.

Im Haus der Kirche herrschte am Vormittag trotz der allgemeinen Krisensituation beste Stimmung. In großen Töpfen dampfte und brodelte es. Schnell zog ein herrlicher Duft durch die Räume des Gemeindezentrums. "In Pfarrer Andreas Jung haben wir schnell einen Befürworter gefunden, der uns das Haus der Kirche hier in der Innenstadt gerne zur Verfügung gestellt hat", erzählte Britta Lubik.

"Es darf allerdings nicht im Gemeindezentrum gegessen werden", verweist Britta Lubik ausdrücklich darauf, dass es die Speisen ausschließlich zum Mitnehmen gibt. Eingeschaltet war auch das Gesundheitsamt, das seine Genehmigung nur unter dieser Voraussetzung erteilt hat, außerdem die Stadtverwaltung, die das Projekt finanziell unterstützt. "Besonders bei der Stadt war man sehr erfreut über unsere Idee."

Lebensmittel werden gespendet

Ein wichtiger Partner von "Kochen für Rüsselsheim" ist die Organisation "Food Sharing", die Lebensmittel einsammelt und kostenlos abgibt, die normalerweise weggeworfen worden wären, obwohl sie noch genießbar sind. Aber auch eine Bäckerei in Königstädten und ein Landwirt in Bauschheim haben Backwaren, Gemüse, Lebensmittel und Zutaten gespendet. "Wir haben sehr schnell sehr viele Unterstützer gefunden", freut sich Britta Lubik über die durchweg positive Resonanz. "Wir haben sogar handgenähte Mundschutzmasken gespendet bekommen. In diesen schweren Zeiten müssen wir alle zusammenhalten."

Mit "Kochen für Rüsselsheim" soll nämlich für die Solidarität, die viele Bürger der Opelstadt während der Corona-Krise an den Tag legen, gedankt werden. Britta Lubik und ihre Mitstreiterinnen nehmen gerne Spenden jeglicher Art entgegen. "Wer Lebensmittel spenden möchte, muss darauf achten, dass diese verpackt sind." Aber auch Plastikbesteck, Alufolie und Sonstiges, was beim Kochen und beim Essen gebraucht wird, nehmen die Köchinnen gerne entgegen. Und bei jeder Essensausgabe steht eine Büchse bereit, die mit Bargeld gefüllt werden kann.

Die Ausgabe des Essens erfolgt montags bis freitags von 12 bis 13 Uhr. Was serviert wird, richtet sich nach den eingegangenen Spenden. 

Von Ralph Keim

Der 4. Mai wird auch in Rüsselsheim in diesem Jahr ein besonderer Tag. Nach der Schließung dürfen in der Corona-Krise wieder die Friseursalons öffnen*.

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