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In Rüsselsheim werden jede Menge Drogen gehandelt

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Wird die Opelstadt zum Zentrum für den Drogenhandel im Rhein-Main-Gebiet? Die Zahl der Festnahmen und der vor Gericht verhandelten Fälle könnten das vermuten lassen.

Vor dem Landgericht Darmstadt wird in der kommenden Woche (27. und 28. September) gegen einen mutmaßlichen Drogenhändler aus Rüsselsheim verhandelt. Der derzeit in Frankfurt in Untersuchungshaft sitzende 47-Jährige gilt als Mitglied einer größeren Dealergruppierung, die die Opelstadt zu einem Zentrum des Drogenhandels im Rhein-Main-Gebiet gemacht haben soll. Mehrere andere Mitglieder der Gruppe sind bereits rechtskräftig verurteilt.

Die Justiz ist der Meinung, bei dem jetzt vor Gericht stehenden 47-Jährigen handele es sich „eher um einen kleinen Fisch“, der den Drogenfahndern ins Netz gegangen ist. Er soll Drogentransporte aus dem Ruhrgebiet in die Opelstadt organisiert haben. Seit Anfang des Jahres 2016 soll er gemeinsam mit einem Komplizen in die Nähe von Essen gefahren sein, um dort Heroin zu besorgen. Die Drogen sollen anschließend in Rüsselsheim an diverse Abnehmer verkauft worden sein.

Weiter heißt es in der Anklage, dass der Angeklagte von Februar 2016 bis Oktober 2017 mindestens alle vier Wochen bei dem Erwerb von mindestens 250 Gramm Heroin beteiligt gewesen sein soll. Er habe, so die Anklageschrift, den Kontakt zu dem Lieferanten hergestellt und den Einkäufer begleitet.

Schließlich soll der Angeklagte im Mai 2018 rund 200 Gramm Heroin in Bottrop erworben haben. Dabei soll er auf der Rückfahrt ein Messer dabeigehabt haben, das zu seiner und der mitgeführten Betäubungsmittel Verteidigung bestimmt gewesen sei.

Weder Oberstaatsanwalt Knut Happel (Darmstadt) noch die Rüsselsheimer Drogenfahnder der Polizei mochten die Frage dieser Zeitung eindeutig beantworten, ob Rüsselsheim zum Zentrum des Drogenhandels im Rhein-Main-Gebiet geworden sei.

Viel spricht für diese Annahme. Denn in zehn 2018 bereits vor dem Landgericht Darmstadt geführten Verfahren wegen Drogenhandels in und aus Rüsselsheim wurden Urteile gefällt. Mit Kokain und Heroin in großem Stil sowie Cannabisprodukten wurden mehr als zehn Millionen Euro umgesetzt, so die Urteile.

In den vor verschiedenen Großen Strafkammern am Landgericht beendeten Verfahren tauchten immer wieder mehrere Schwerpunkte des Drogenhandels auf: der Löwenplatz, das Wohngebiet „Dicker Busch“ sowie die Hans-Sachs-Straße in Rüsselsheim. In den Anklageschriften werden diese Adressen immer wieder als Wohnsitze oder

Treffpunkte der Dealer

genannt. Von hier aus wurde das gesamte Rhein-Main-Gebiet über Frankfurt und Bad Homburg bis Darmstadt versorgt, sind sich die Drogenfahnder sicher.

Im jüngsten Erfolgsfall der Fahnder gingen drei seit längerer Zeit als Dealer verdächtigte Männer aus Rüsselsheim der Polizei ins Netz und in Untersuchungshaft. Ein vierter Mann blieb nach Vorführung beim Haftrichter auf freiem Fuß. In von ihnen genutzten Wohnungen wurden mehr als drei Kilo Marihuana sichergestellt. Laut Polizei wurden bei der lange geplanten Razzia am 8. September vier Männer zwischen 25 und 33 Jahre alt vorläufig festgenommen.

Dabei wurden in zehn durchsuchten Wohnungen mehr oder weniger geringe Mengen Drogen sichergestellt. Außer in Rüsselsheim gab es weitere Durchsuchungen in Raunheim und Nauheim. Weder Polizei noch Staatsanwaltschaft wollten weitere Angaben machen.

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