Großer Jubel: Die Volleyball-Damen der TG Rüsselsheim sind bisher immer sehr erfolgreich bei den Meisterschaften gewesen. Das Bild zeigt eine Szene des Wettbewerbs 2019 im ostwestfälischen Minden. FOTO: Doris Wippersteg
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Großer Jubel: Die Volleyball-Damen der TG Rüsselsheim sind bisher immer sehr erfolgreich bei den Meisterschaften gewesen. Das Bild zeigt eine Szene des Wettbewerbs 2019 im ostwestfälischen Minden. FOTO: Doris Wippersteg

Sport

Rüsselsheim wird zum Volleyball-Zentrum

140 Teams, 1500 Spieler und natürlich viele Gäste: Die Deutschen Seniorenmeisterschaften sollen 2021 hier ausgetragen werden. Einen großen Anteil daran haben die United Volleys.

Rüsselsheim -Pandemie-Lethargie - ein Wort, das der Volleyball-Abteilung der TG Rüsselsheim und dem Sportamt der Stadt fremd ist. Sie machen trotz Corona gemeinsame Sache und organisieren gerade das zweitgrößte Amateur-Sportevent Deutschlands, das an Pfingsten 2021 nach Rüsselsheim kommt: die Deutschen Volleyball-Seniorenmeisterschaften.

In Zahlen bedeutet das: mindestens 100 Helfer für das Veranstaltungswochenende, 140 Teams, 1500 Spieler und natürlich zahlreiche Gäste. Unter den aktuellen Umständen schwer vorstellbar? Ja, aber kein Grund, die Planungen komplett zu verwerfen, meint Sportamtsleiterin Anette Tettenborn. "Wir geben einen Ausblick unter Pandemie-Bedingungen", sagt sie.

Davon auszugehen, dass im nächsten Jahr alles gut wird, wäre falsch, deshalb plane man nun mit allen Eventualitäten. Das bedeutet: festgelegte Besucher- und Spielerzahlen in den Hallen und ein dezentral organisierter Spielplan, der garantiert, dass die jeweiligen Mannschaften nur in ihrer zugewiesenen Halle spielen.

In allen Hallen ´ein Spiel?

Im besten Fall ist in allen Rüsselsheimer Volleyball-geeigneten Drei-Felder-Hallen - darunter die SKV-Halle, die Sporthalle im Hasengrund, die der Gerhart-Hauptmann-Schule, die Großsporthalle und die der Heinemann-Schule - eine komplette Belegung möglich, im schlimmsten Fall ist das mittlere Feld wegen Abstandsregeln nicht bespielbar.

Insgesamt ist die Belegung von zwölf Hallen, darunter auch im Kreis Groß-Gerau, geplant. Unterstützung gibt es vom Deutschen Volleyball-Verband (DVV), zum Beispiel bei der Spielplanerstellung und einem Hygienekonzept.

Dass die Veranstaltung, die bisher im Wechsel in den Volleyball-Hochburgen Minden oder Berlin stattgefunden hat, nach Rüsselsheim kommen soll, stand schon Anfang 2019 im Raum, verrät Tim Zimmermann, Vorstandsmitglied der Volleyball-Abteilung und verantwortlich für die Organisation der Großveranstaltung.

"Der DVV hatte den Wunsch, die Meisterschaften im Rhein-Main-Gebiet zu sehen", sagt er. Nicht zuletzt dank der United Volleys, erwachsen aus der TG Rüsselsheim und längst in der Bundesliga etabliert, sei die Opel-Stadt ein attraktiver Standort. Nach reiflicher Überlegung - Corona war noch in weiter Ferne - beschloss die Abteilung die Ausrichtung und ging sofort auf die Stadt zu, die das Projekt auf verschiedenen Ebenen unterstützt: Nicht nur die Hallen werden zur Verfügung gestellt und gegebenenfalls aufgerüstet, auch bei Transportfragen und der Sponsorensuche gibt es Hilfe aus dem Rathaus. "Unsere Aufgabe als Stadt ist es, Rückhalt zu bieten", so Tettenborn.

Synergien, da sind sich Stadt und TG einig, werden auf beiden Seiten freigesetzt. "Wir als Stadt lernen durch den Kontakt zu den Vereinen auch allgemein, wo es klemmt", sagt Tettenborn.

Umgekehrt weiß Zimmermann: Ohne gute Zusammenarbeit mit der Stadt geht es nicht. In der Folge profitiere auch die "Sportstadt Rüsselsheim", lobt Oberbürgermeister Udo Bausch (parteilos). "Die Meisterschaften sind eine sehr charmante Möglichkeit, sich überregional zu präsentieren", so Bausch, seines Zeichens selbst passionierter Volleyballer. "Tim Zimmermann, dem Team sowie dem TG-Vorstand Martin Skalsky und Daniela Schmuderer gebühren Dank, dass sie das in so einer Zeit angehen." Und Zimmermann ergänzt mit Blick auf die kommunalwirtschaftliche Attraktivität der Meisterschaften: "Die bundesweite Veranstaltung hat eine extrem breitgefächerte Zielgruppe, viele reisen mit ihren Familien an."

Der Höhepunkt des Jahres

"Für viele nicht mehr Aktive ist das das Highlight des Jahres", sagt Tim Zimmermann, der sich als gelernter Eventmanager mit dem Organisationsaufwand auskennt. Oft gebe es in den Vereinen - und so auch bei der TG - keine offizielle Seniorengruppe. Umso essenzieller sei also ein solches Event.

Derzeit, informiert er, bilde sich das Kernteam. Parallel werden der Registrierungsprozess gestartet, die Website erstellt, Sponsoren angesprochen und Gastronomieangebote eruiert. "Wir wollen so weit es geht auf lokale Dienstleister setzen", sagt Zimmermann. Er und Tettenborn sind guter Dinge. "Die Veranstaltung soll Vereinen Mut machen, solche Dinge trotz Corona anzugehen", sagt die Sportamtsleiterin. "Berlin ist in diesem Jahr ausgefallen. Jetzt wollen wir ein Zeichen setzen. Die Leute freuen sich und haben Bock zu spielen", zeigt sich Tim Zimmermann zuversichtlich. Von Stella Lorenz

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