Spendenaufruf

Rüsselsheimer Bio-Landwirte suchen Unterstützer im Internet

Zwei Hektar Ackerfläche in der Nähe von Rüsselsheim sollen demnächst Bio-Obst und -Gemüse für 30 Mitglieder einer lokalen Erzeugergemeinschaft liefern. Für einige dringende Anschaffungen wollen die Betreiber nun per Crowdfunding noch fehlende finanzielle Mittel zusammenbringen.

Neue Wege in Sachen Landwirtschaft will die „Bio SoLaWi Auf dem Acker“ in Rüsselsheim in mehrerer Hinsicht beschreiten. Sowohl das Prinzip der Solidarischen Landwirtschaft (SoLaWi), als auch das des Crowdfundings sind vielleicht nicht jedem geläufig. Solidarische Landwirtschaft bedeutet, dass eine Gruppe von Menschen einen landwirtschaftlichen Betrieb mit monatlichen Beiträgen finanziert und dafür die gesamte Ernte unter sich aufteilen darf.

Crowdfunding ist ein Weg über das Internet, finanzielle Unterstützung für ein Projekt zu suchen. So konnten auf diese Weise zum Beispiel auch schon Film- und Musikprojekte realisiert werden.

„Wir machen Krautfunding mit einem Danke-Schön-System“, erklärt Vereinsvorsitzender Toni Groß augenzwinkernd. Die individuelle Schreibweise sei einfach zu nahe liegend gewesen. „Schließlich wird bei uns auch Kraut produziert“, bestätigt seine Mitstreiterin Sandra Wolf. So erhalte man bei einer 40 Euro-Spende eine Stofftasche mit dem Logo der Initiative, bei 75 Euro könne man, unter anderem, zwischen einem

T-Shirt, einem Brotback-Kurs oder einer Outdoor-Yoga-Stunde wählen. Und für fünf Euro soll den Spendern der ewige Dank der Initiatoren sicher sein.

„Es ist eine witzige Idee, dass jeder so einen kleinen Teil geben kann für eine gute Sache“, ist Groß überzeugt. Zusammen mit Wolf hat er den Vorsitz in dem Verein übernommen.

Auf vorerst einem Hektar Ackerland und einem weiteren Hektar Streuobstwiesen soll ab diesem Jahr für 30 Teilnehmer Obst und Gemüse produziert werden. Die Mitgliederbeiträge reichten zwar, um der Gärtnerin Anne Leonhard eine 60-Prozent-Stelle zu finanzieren, doch für einige notwendige Anschaffungen müsse dringend Geld her. Eine Einzelkorn-Sämaschine, ein paar Obstbäume, Werkzeuge und ein kleiner Folientunnel stehen auf der Wunschliste.

Auf der Crowdfunding-Plattform Startnext läuft die Sammelaktion noch bis zum 22. April. Ziel sei es, auf einen Betrag in Höhe von 3000 Euro zu kommen. „Wenn wir die nicht erreichen, wird das Geld den bisherigen Spendern wieder zurückgezahlt“, erklärt Wolf. Das sei bei diesen Aktionen so üblich.

„Eigentlich hatten wir das erst für nächstes Jahr geplant, wenn die ganze Sache schon ein bisschen angelaufen ist“, erklärt Groß. Doch dann habe sich die Möglichkeit ergeben, beim neu gegründeten „place2help Rhein-Main“ als Pilotprojekt mitzumachen. Das habe man sich nicht entgehen lassen wollen. „Place2help ist eine Internet-Plattform, die Crowdfunding-

Projekte in der Region

bündelt und bewirbt“, erläutert Diplom-Mathematikerin Wolf.

Groß ist zuversichtlich, genügend Spendenwillige auf diesem Wege zu finden. „Ich habe Leute im Freundeskreis, die die Idee gut finden, aber kein Gemüse brauchen, weil sie selbst einen Garten haben“, berichtet er. Die könnten die Initiative jetzt unterstützen ohne Mitglied zu werden. Während sich der Verein im ersten Jahr auf Gemüse und Obst beschränken will, sind für die Zukunft übrigens auch der Anbau von Getreide und das Imkern geplant.

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