Straßenfastnacht

Rüsselsheimer Carneval Verein: Der Tradition verpflichtet

Es steht fest: Die Rüsselsheimer Straßenfastnacht hat eine Zukunft. Doch wie diese Zukunft aussieht, das hängt auch von der Unterstützung der Rüsselsheimer ab.

Das waren noch Zeiten, als im kühlen Februar Tausende Menschen die Straßen säumten, fröhlich winkend, um gemeinsam die Rüsselsheimer Straßenfastnacht zu feiern. Wehmütig denken manche Rüsselsheimer an diese Zeiten. „Doch von solch einer großen Straßenfastnacht sind wir heute leider weit entfernt“, sagt Christian Schildge. Tatsächlich stand die Zukunft der Rüsselsheimer Straßenfastnacht sogar eine ganze Weile auf der Kippe. Weil es einige Umstrukturierungen im Rüsselsheimer Carneval Verein (RCV) gab, dazu ein bedenkliches Nachwuchsproblem, wusste man lange nicht, wie das ganze Ding weiter zu stemmen sei. Dank des beherzten Engagements des RCV ist nun immerhin klar: „Wir spucken jetzt in die Hände und gehen das an“, sagt Vorstandsmitglied Schildge. „Es geht ja schließlich auch um Traditionspflege.“

In der vergangenen Woche veröffentlichte der Verein die frohe Botschaft, dass die 57. Auflage des Rüsselsheimer Straßenumzugs stattfinden wird, und zwar am Sonntag, 28. Januar 2018. „Wir kehren zurück zu alten Traditionen und paaren dies mit frischer Moderne. Das bedeutet, dass wir den jahrelangen und bewährten Namen ,Gardetag‘ wieder aufleben lassen“, sagt Jörn Lüder, ebenfalls Vorstandsmitglied. Man habe nun begonnen, verschiedene Fastnacht-Vereine anzuschreiben und um eine verbindliche Anmeldung zu bitten: „Wir sind aufgrund der unsicheren Lage zu Beginn des Jahres mit der Planung jetzt natürlich sehr spät dran, das ist klar“, sagt RCV-Mitglied Heiko Stach. Fünf Zusagen für den Zug seien bisher eingegangen, doch ist man optimistisch, dass weitere Vereine folgen werden. „Mitlaufen kann beim Umzug jeder“, sagt Schildge. Hessentags-Gruppen, Sportvereine, freie Treffs – jede Anmeldung sei willkommen, heißt es aus der Vereinsführung.

Erste Gespräche mit der Stadt hat es bereits gegeben: „Da erhalten wir volle Unterstützung“, sagt Lüder. Doch ist weitere Hilfe vonnöten, um die Rüsselsheimer Straßenfastnacht zu stemmen. „Die Durchführung der Straßenfastnacht trägt sich fast ausschließlich durch Spenden“, sagt Stach. Der Verein bittet daher um Spenden, zudem wird es sogenannte Zugbuttons geben: „Wir werden diese Button auch schon auf dem Weihnachtsmarkt verkaufen. Mit diesem Geld werden wir etwa die Sanitäranlagen und die Zugleitung finanzieren“, sagt Schildge. Informationen dazu hält der Verein auf seiner Internet-Seite bereit, die unter erreichbar ist.

Langfristig plant der Verein, dass die Straßenfastnacht in Rüsselsheim wieder an Kontur gewinnt. „Wir wollen 2018 irgendwie über die Bühne bringen, um uns für das nächste Jahr entsprechend breit aufzustellen“, so Stach. Ideen jedenfalls habe man genug. Die Straßenfastnacht habe eine lange Tradition in Rüsselsheim, das dürfe man nicht einfach so aufgeben.

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