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Auf Netzreise: Peter Altmaier.

Demonstration

Rüsselsheimer bei Demo vor Altmaier-Auftritt: Protest gegen geplante Ultranet-Leitung

Der Bundeswirtschaftsminister kommt in den Taunus, um für den Stromnetzausbau zu werben. Dort trifft er auf den geballten Widerstand von Ausbaugegnern aus ganz Deutschland, auch aus Rüsselsheim. Zwei Stadträte wollen ihre Forderungen an Altmaier bei einem Gespräch persönlich formulieren.

Die „Bürgerinitiative gegen Ultranet in Rüsselsheim“ wird am morgigen Freitag, 8. Februar, an einem Bürgergespräch zur Energiewende und zum Stromnetzausbau in Niedernhausen teilnehmen. Zu diesem Termin hat auch Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) sein Kommen angekündigt. Eingeladen hat der „Bürgerdialog Stromnetz“, eine vom Bundeswirtschaftsministerium geförderte, aber nach eigenen Angaben von der Stromindustrie unabhängige Aktionsgruppe, an der auch eine Tochtergesellschaft der Deutschen Umwelthilfe federführend beteiligt ist.

Die Rüsselsheimer Stadträte Nils Kraft (SPD) und Marianne Flörsheimer (Linke/Liste Solidarität) werden ebenfalls in Niedernhausen anwesend sein und Altmaier zu einem Gespräch treffen. Sie wollen im Interesse der von Ultranet betroffenen Bürger aus der Böllenseesiedlung die Verlegung der Stromkabel in die Erde oder aber einen Mindestabstand von 400 Metern zur Wohnbebauung fordern.

Vor der Veranstaltung um 17 Uhr in der Niedernhausener Aultalhalle planen Initiativen gegen den Stromnetzausbau aus ganz Deutschland einen Demonstrationszug durch die Innenstadt mit Start am Rathaus. Da es um den Erhalt von Lebensqualität in der Opelstadt gehe, hoffen die Rüsselsheimer BI-Sprecher, dass auch andere Einwohner sie unterstützen und mit zur Demonstration sowie zum Bürgerdialog nach Niedernhausen kommen. Treffpunkt der Fahrgemeinschaften ist morgen um 14 Uhr am VfR-Sportplatz in der Paul-Hessemer-Straße 43.

Die Demonstration und der Bürgerdialog sollen laut Rüsselsheimer Delegation genutzt werden, um Befürchtungen über mögliche, gesundheitsgefährdende Auswirkungen, aber eben auch zukunftsweisende Alternativen zum geplanten Stromleitungs-Netzausbau und -Trassenverlauf durch das dicht besiedelte Rhein-Main-Gebiet und auch Bereiche in Rheinland-Pfalz deutlich zu machen.

Gegen die geplante Stromautobahn Ultranet gibt es teilweise heftigen Widerstand bis hin zu Androhungen von Klagen. Sie soll auf 340 Kilometern von Osterath in Nordrhein-Westfalen durch Rheinland-Pfalz und Hessen bis Philippsburg in Baden-Württemberg führen und von 2023 an Windstrom bis in den Süden Deutschlands transportieren.

Erstmals in Deutschland sollen dabei im Zuge der Energiewende an einer schon bestehenden Hochspannungsleitung mit Wechselstrom zusätzlich Kabel für Gleichstrom montiert werden. Laut dem Aktionsbündnis Ultranet, in dem sich 18 Bürgerinitiativen gegen die hybride Stromautobahn zusammengeschlossen haben, befürchten tausende Anwohner gesundheitsgefährdende Wechselwirkungen. ok

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