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Die Phonys mit Johannes Grom, Lukas Würsching und Niklas Schumacher (von links). Mit erfrischendem Sound sorgte die Band für lockere Stimmung.

Jahrgangspräsentation

Rüsselsheimer Riesling fließt im Adlersaal

Wenn sich einmal im Jahr der Rüsselsheimer Adlersaal mit schick gekleideten und festlich gestimmten Menschen füllt, die alsbald ein Weinglas in der Hand halten, dann ist die Jahrgangspräsentation der Winzerfreunde Rüsselsheim angesagt.

Bei der Jahrgangspräsentation der Winzerfreunde Rüsselsheim kann man getrost von einer Tradition sprechen, denn „unseren Verein gibt es seit 1985, und wir sind in den letzten Jahren tüchtig auf über 100 Mitglieder gewachsen. Besonders stolz sind wir noch immer auf unseren erfolgreichen Stand beim Hessentag in Rüsselsheim, an dem wir viel Aufmerksamkeit erfahren haben und wir toll unterstützt wurden“, berichtete der Erste Vorsitzende Albrecht Schmidt zur Begrüßung der Gäste. Auch der Dienstherr des historischen Weinbergs, Oberbürgermeister Patrick Burghardt (CDU), fand bei seinem letzten Auftritt in diesem Rahmen nur lobende Worte für das Engagement des Vereins.

Jedes Jahr wird das Programm ein wenig anders gestaltet, nach italienischem Flair im Vorjahr wurden diesmal frische Akzente in musikalischer und literarischer Hinsicht gesetzt. Die junge Band Phonys mit Lukas Würsching, Jonas Grom und Niklas Schumacher – mit einer Violine als Leadinstrument auch ungewöhnlich instrumentiert – begeisterte den ganzen Abend über mit eingängigem, fluffigem Popsound, der selbst die zahlreichen älteren Gäste zusammen mit dem gutem Wein im Glas wunderbar verjüngte. Schon bald konnte Moderator Ralf Keil freudig konstatieren: „Man bemerkt die gute Stimmung bei euch, das macht Spaß.“

Etwas Konzentration war bei den beiden literarischen Intermezzi gefordert. Der Autor Jürgen Heimbach aus Mainz las aus seiner Anthologie „Riesling-Leichen“ eine spannende Kriminalgeschichte vor, der die Protagonisten aus den unterschiedlichsten Milieus, geprägt von Armut, Gier und Ignoranz, geschickt und spannend miteinander verwob.

Das Motto „Staunen, Flanieren, Genießen“ konnte natürlich im kulinarischen Bereich bestens ausgelebt werden. Drei Stände mit exquisiten Speisenfolgen, präsentiert von den Gastronomen Peter Kolb vom „Festungscafé“, Goran Sosic vom „Nassauer Hof“ in Hattersheim und von Hausherr Kurt Eisenacher vom „Adler“ entzückten die Feinschmecker. Das Angebot reichte von Tuna-Tartar über Hirschrücken bis zum Schwertfischfilet. Mit einem guten Glas Wein und den italienischen Tropfen von Mitglied Ruth Gehler-Rauen rutschten die Speisen besonders gut, die Empfehlungen und den Ausschank übernahmen die Hochheimer Weingüter Fabian Schmitt vom „Weinegg“ und Gunter Künstler, der ja auch den Riesling der Weinfreunde ausbaut, sowie das Weingut „Bastianshäuser Hof“ der Familie Erbeldinger aus Bechtheim.

Hauptakteur des Abends ist jedoch der Rüsselsheimer Riesling, der zum 23. Mal in dunkelgrünen Halbliterflaschen mit schmuckem Künstleretikett seinen Auftritt hat. Diesmal entwarf der Rüsselheimer Designer Thomas Marutscke, der auch das Hessentags-Logo gestaltete, das einprägsame und plakative Motiv, das aus fünf Entwürfen ausgewählt wurde.

Der Inhalt der Schlegelflaschen ist nach einem von Witterungskapriolen geprägten Weinjahr 2016 feinherb ausgebaut, von feinfruchtigen Zitrus- und Apfelaromen durchzogen. Ein guter, wenngleich rarer Genuss, denn die Menge ist klein, und öffentlich verkauft wird der Wein nicht.

Eine Überraschung hielt der Abend besonders noch für Albrecht Schmidt und Herbert Everts bereit: die beiden verdienten „Motoren“ der Winzerfreunde wurden von Mitglied Margret Dambmann mit der vom Rüsselsheimer Goldschmied Michael Jahr eigens entworfenen „Goldenen Weintraube“ geehrt. „Auch wir Mitglieder möchten uns einmal mit einem sichtbaren Zeichen bei den beiden Personen bedanken, die über Jahre den Verein mit ihrem großen Engagement maßgeblich vorangebracht haben“, erklärte Margret Dambmann.

Mit Dankesworten und Weinpräsenten – überreicht von Herbert Everts – klang der sinnenfrohe Abend aus, und Mitglied Jürgen Gehler resümierte: „Der Abend war harmonisch wie der Rüsselsheimer Riesling, begleitet von Gesprächen, die in toller Umgebung weit über Small-Talk hinausgingen.“ Treffende Worte.

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