Der neue SPD-Vorstand in Rüsselsheim: Gerhard Bergemann, Yelda Akmut, Nils Kraft und Frank Tollkühn.
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Der neue SPD-Vorstand in Rüsselsheim: Gerhard Bergemann, Yelda Akmut, Nils Kraft und Frank Tollkühn.

Politik

Rüsselsheimer SPD setzt weiter auf Nils Kraft

  • Sven Westbrock
    vonSven Westbrock
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Die SPD hat Nils Kraft als Vorsitzenden bestätigt. Neben zwei alten bekannten gibt es im Vorstand auch ein neues Gesicht. Bei ihrer Versammlung beschäftigten sich die Genossen zudem mit steigenden Mieten.

Die Spitze der Rüsselsheimer SPD ist am Sonntag weitgehend im Amt bestätigt worden. Die Sozialdemokraten wählten bei der Jahreshauptversammlung in der Stadthalle Nils Kraft mit 30 Ja- und drei Nein-Stimmen für zwei weitere Jahre zum Vorsitzenden. Die übrigen Mitglieder des geschäftsführenden Vorstands, Stellvertreter Frank Tollkühn, Kassierer Gerhard Bergemann und Schriftführerin Yelda Akmut, durften sich über ein einstimmiges Ergebnis freuen.

Letztere ist das einzige neue Gesicht im Führungsgremium. Akmut folgt auf Sabrina Ferraro. Sie studiert in Rüsselsheim Wirtschaftsingenieurwesen, ist Sprecherin der Kreis-Jusos und ehemalige Vorsitzende der Jusos Untermain. Mit ihr will Nils Kraft den Kontakt zur Jugendorganisation der SPD stärken. „Mit Dir als Vorsitzende war die Zusammenarbeit enger, da müssen wir wieder hin“, sagte Kraft.

In seiner Rede an die Genossen lobte der alte und neue Rüsselsheimer SPD-Chef seine Genossen für den Zusammenhalt innerhalb des Ortsvereins. „Im Gegensatz zu anderen Ortsvereinen gibt es bei uns keine großen Auseinandersetzungen“, äußerte Kraft sich. Er freute sich darüber, dass die Zahl der Rüsselsheimer SPD-Mitglieder im Zuge der parteiinternen Abstimmung über den Eintritt in die Bundesregierung von 279 auf 299 gestiegen ist. Dass die große Koalition zustandegekommen ist, habe er sich zwar nicht gewünscht. Dies sei aber kein Grund, aus der Partei auszutreten. Viel mehr sollten sich die Neu-Mitglieder jetzt erst recht engagieren.

Bei der Vorstandsarbeit sieht Kraft noch Luft nach oben. An einige Kollegen richtete er die deutliche Kritik: „Sie haben sich fleißig wählen lassen, erscheinen dann aber nicht zu Sitzungen.“ Zudem wünschte er sich mehr Unterstützung bei den großen Themen, da er als hauptamtlicher Stadtrat oft „geschäftsmäßig unterwegs“ sei und im „Klein-Klein“ stecke.

Zu den ganz großen Themen in Rüsselsheim gehört für Kraft das Fehlen von Wohnraum. „Die Mieten steigen rasant“, stellte er fest. Auch werde es immer schwieriger, Immobilien zu kaufen. Persönlich unterschätzt habe er, wie junge Menschen davon betroffen sind. Für sie werde Rüsselsheim wieder interessant, weil das Wohnen in Städten wie Mainz und Frankfurt unbezahlbar sei. „Wir müssen schauen, dass wir ihnen etwas bieten können“, betonte Kraft, der auf die aktuellen Bauprojekte am Ostpark und der Eselswiese verwies. Dabei will die SPD nicht nur auf sozialen Wohnungsbau setzen. „Wichtig ist, dass es genug bezahlbare Wohnungen gibt“, ergänzte Krafts Stellvertreter Frank Tollkühn.

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