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Oberbürgermeister Udo Bausch ist bald ein Jahr im Amt. Die Jahres-Pressekonferenz nutzte er für einen Rückblick.

Lokalpolitik

Rüsselsheimer OB zieht nach seinem ersten Jahr im Amt Bilanz

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Seit fast einem Jahr ist Udo Bausch Oberbürgermeister. Jetzt hat er Bilanz gezogen – und dafür einen besonderen Ort gewählt.

Kapitän, Rekord und Co. stehen dicht an dicht nebeneinander aufgereiht. Die Oldtimer sind Symbole für eine goldene Automobil-Ära, die von Rüsselsheim aus maßgeblich mitgeprägt wurde. Wenngleich diese Zeit schon einige Jahrzehnte zurückliegt, schön anzuschauen sind die Karossen im Showroom des Opel-Altwerks nach wie vor. Es ist ein Vorgeschmack auf eine ganze Motorworld, die dort in den kommenden Jahren entstehen soll.

Oberbürgermeister Udo Bausch (parteilos) genießt bei der Jahres-Pressekonferenz am Dienstag den Glanz der alten Autos sichtlich. Im Showroom empfange er gerne Gäste. Denn dieser stehe für das Thema Mobilität, das für Rüsselsheim ein Alleinstellungsmerkmal im Rhein-Main-Gebiet sei. „Hier zeigt sich die Stärke, die in der Stadt liegt“, sagt Bausch. Die Jahrespressekonferenz ist für ihn Gelegenheit, auf sein erstes Jahr als Oberbürgermeister zurückzublicken. Dabei lässt er es sich nicht nehmen, auf eine lange Liste von Erfolgen zu verweisen, die er zu verbuchen habe.

Gewerbe angesiedelt

Mit Blick auf die wirtschaftliche Entwicklung, die er sich bei Amtsantritt besonders auf die Fahne geschrieben hatte, nennt Bausch die Ansiedlung der Motorworld-Manufaktur zuerst. Der Showroom ist dabei nur ein Teil des Bauprojekts der Unternehmensgruppe Dünkel Holding. Auf 60 000 Quadratmetern sind ein Hotel, Gastronomie, Büros und Geschäfte geplant.

Ferner verweist Bausch auf Gewerbe-Ansiedlungen im Hasengrund und mehrere Gesprächsreihen mit Vertretern verschiedener Branchen.

Beim Thema Ordnung und Sicherheit verweist Bausch unter anderem auf den Kampf gegen Falschparker, wofür etwa im November als Unterstützung für die Polizei ein privater Sicherheitsdienst engagiert wurde. Was die Bewirtschaftung des städtischen Parkraums angeht, so schlügen in seiner Brust zwei Herzen: das des Wirtschafts- und das des Ordnungsdezernenten. „Der eine will immer mehr Parkraum schaffen, der andere dafür sorgen, dass sie Leute sich an die Schilder halten“, erläutert Bausch seinen Zwiespalt.

Wettbewerb entschieden

In Sachen Stadtentwicklung freut sich Bausch darüber, dass der städtebauliche Wettbewerb für das Quartier am Ostpark entschieden wurde und über das grüne Licht für die Bebauung der Eselswiese. Bei Letzterer habe er gleich zu Beginn seiner Amtszeit helfen müssen, einen Streit zwischen dem Projektentwickler Nassauische Heimstätte und einem bei der Ausschreibung unterlegenem Unternehmen zu schlichten. Seine Ausbildung als Jurist habe ihm dabei geholfen.

Areal schnell entwickeln

Mit Blick auf die Entwicklung des Karstadt-Areals in der Innenstadt verteidigte Bausch den Auftrag an die städtische Wohnungsbaugesellschaft Gewobau. „Die Stadt hat dort schon 4,2 Millionen Euro investiert, das Gelände ist aber nur 1,9 Millionen Euro wert. Es würde sich also gar kein privater Investor finden“, gibt der Oberbürgermeister zu bedenken.

Dass der Kauf des Geländes teuer erkauft ist, räumt Bausch ein. So gelte es nun, die Entwicklung möglichst schnell voran zu treiben.

Der Niedergang dort ruft bei ihm auch persönliche Erinnerungen hervor. Einst habe er in der heutigen Kaufhaus-Ruine seine erste Spiegelreflexkamera gekauft.

Leerstand gibt es auch im sogenannten Y-Gebäude zu beklagen. Doch anders als beim Karstadt-Areal hat sich dort ein privater Investor gefunden, der die 23 000 Quadratmeter entwickeln will.

Über alle Quartiere hinweg lobt Bausch das bürgerliche Engagement: „Das zeigt, dass den Menschen hier an der Entwicklung ihrer Stadt gelegen ist.“

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