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In Farbe und schwarz umrandet ist das Gebiet für den Bebauungsplan des Schäfergassenviertels, das zwischen Vernapark und Mainstraße und zwischen Frankfurter Straße und Mainvorland liegt.

Stadtentwicklung in Rüsselsheim

Altstadt soll bleiben: Bebauungsplan für das Areal um die Schäfergasse nimmt konkrete Formen an

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Das Schäfergassenviertel im Stadtkern von Rüsselsheim soll seinen Charakter behalten. Ein Bebauungsplan soll her. Doch das ist alles andere als einfach.

Rüsselsheim - Nils Kraft kann sich noch gut erinnern. Der heutige Baudezernent im Magistrat der Stadt Rüsselsheim kennt die Schäfergasse noch aus der Zeit als kleiner Junge. „Ein trauriges Bild“ habe die Straße mit seinen alten Häusern damals abgegeben. Viel habe sich aber seitdem getan und zum Positiven entwickelt, wie Kraft betont. Viel Liebe hätten die Besitzer in die Sanierungen einzelner Fachwerkhäuser gesteckt.

Schäfergasse 1: Direkt neben das Verwaltungsgebäude der Stadt (rechts) sah ein Plan die Errichtung eines mehrgeschossigen Hauses vor.

Tatsächlich ist das Schäfergassenviertel, das zwischen Frankfurter Straße und Mainvorland liegt und im Westen an das Rathaus und das Hotel MK Hotel angrenzt, mit seiner Nähe zum Vernapark schon längst ein beliebter Wohnort. Trotzdem klaffen hier und da Lücken, verschiedene Gebäude sind ungenutzt oder stehen leer. Sanierungsbedürftige Objekte sind ebenso augenfällig wie Bausünden der vergangenen Jahrzehnte.

„Eine Herkulesaufgabe“

Künftige Auflagen sollen einen Wildwuchs verhindern und Rahmenbedingungen nach Sanierungsrecht vorgeben, damit das historische Viertel im Stadtkern von Rüsselsheim weitgehend seinen Charakter behält. Ohne aber modernen Ansprüchen ans Wohnen im Weg zu stehen. „Eine Herkulesaufgabe“, kommentiere Kraft gestern bei der Erläuterung zum Stand des Verfahrens für das Gebiet „Innenstadt-Nord, Schäfergasse“.

Schäfergasse 6: Hier soll ein Mehrfamilienhaus entstehen, die historische Mauer wird aber erhalten, so die Vorgabe. 

2016 hatte die Stadt das Projekt auf den Weg gebracht. In den vergangenen zwei Jahren sind Stellungnahmen von Bürgern und Trägern öffentlicher Belange, wie auch der Denkmalpflege eingegangen, da große Teile des Viertels als Gesamtanlage geschützt sind, wie auch mehrere Einzelanlagen. Nicht immer wurden alle Wünsche aber in vollem Umfang berücksichtigt. So konnte etwa die Idee des Eigentümers eines Parkplatzes in der Schäfergasse 1, der derzeit für Angestellte und Gäste des Hotels Höll genutzt wird, nicht aufgegriffen werden.

Stadtbüro kein Maßstab

Laut Plan sollte dort ein Wohngebäude entstehen, das direkt an das städtische Verwaltungsgebäude angrenzt und mit vier bis fünf Geschossen genauso hoch wäre. Das Stadtbüro, laut Kraft Beispiel einer baulichen Fehlentwicklung aus einer Zeit, als man noch großspuriger dachte, solle hier nicht Maßstab sein. Was mit dem einst abgebrannten „Canadian Club“ wird, ist weiterhin unklar. Konkreter sind die Planungen aber an anderer Stelle. In der Schäfergasse 6 will man ein Mehrfamilienhaus errichten. Im Herbst könnte es dort schon mit den Arbeiten losgehen. Zuvor wird der neue Bebauungsplan aber dem Bauausschuss, danach den Stadtverordneten vorgelegt und schließlich noch einmal offen gelegt.

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