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Ein kleiner Junge kurvt durch eine Kita: Wo sind die Erzieherinnen?

Personalnot

Mehr Geld für Kita-Personal laut Verdi möglich

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100 Euro Zulage für Erzieherinnen: Das ist den Verdi-Vertrauensleuten nicht genug. Sie fordern weiterhin, dass die Kita-Mitarbeiterinnen höher eingestuft werden.

Rüsselsheim - Die Personalnot in den Kitas spitzt sich immer weiter zu. Dieser Auffassung ist Michaela Stasche, Sprecherin der Verdi-Vertrauensleute bei der Stadt. Nur mit einer höheren Eingruppierung in die Entgeltgruppe S 10 des Tarifvertrags für den öffentlichen Dienst „kriegen wir auch Personal für die Kindertagesstätten“. Verdi widerspricht der Auffassung des Magistrats, der sich „nach einer umfangreichen rechtlichen Prüfung“ vor einigen Tagen gegen eine Höhergruppierung ausgesprochen hatte – nicht ohne zu betonen, dass er „diesen Schritt gerne gegangen wäre“.

Höhere Eingruppierung des Kita-Personals immer mögl

Für Stasche stellt sich die Situation ganz anders dar: „Wir halten die Gründe für vorgeschoben. Der Magistrat will diese Eingruppierung einfach nicht.“ Sie komme zu einer anderen Bewertung. Rechtliche Konsequenzen seien – anders als es der Magistrat darstelle – nicht zu befürchten. Sie verweist nach Frankfurt, wo städtische Gärtner auch höher eingruppiert worden seien, ohne dass jemand „OB Feldmann verklagt“.

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Tarifverträge seien Mindestnormen. „Höher geht immer“, ist Stasche überzeugt. Eine bessere Eingruppierung sei eine verlässliche Zusage des Arbeitgebers und vor allem eine Wertschätzung, die den Kolleginnen in den Kitas sehr wichtig sei. „Auf eine Zulage ist kein Verlass, und das wissen abhängig Beschäftigte auch“, sagt die Vertrauensfrau. Außerdem verliere eine Zulage an Wert, weil sie den Tariferhöhungen nicht unterliege.

Die angekündigten Verbesserungen wie rückenschonendes Mobiliar hält Alexandra König, Verdi-Vertrauensfrau für die Rüsselsheimer Kitas, zwar für „einen schönen Nebeneffekt“, und auch das verkürzte Bewerbungsverfahren nach dem Anerkennungsjahr sei ein Fortschritt. Doch das alles werde nicht dazu führen, „Erzieherinnen nach Rüsselsheim zu locken“. Das geht nach Ansicht der Verdi-Frauen nur übers Geld.

100 Euro mehr im Monat pro Vollzeitstelle

Nun soll also die Zulage von 100 Euro pro Vollzeitstelle kommen. Sie kann aber erst gezahlt werden, wenn der Haushalt 2019 vom Regierungspräsidium genehmigt ist. Stasche und König rechnen nicht damit, dass das vor dem Sommer der Fall sein wird.

Dann wollen sie genau beobachten, ob die Zulage den gewünschten Effekt bringt und mehr Erzieherinnen für Rüsselsheim gewonnen werden können. Derzeit seien 27 Stellen unbesetzt. Die Dramatik für Erzieherinnen, Eltern und Kinder nehme zu. „Wir befürchten, dass der Tag kommt, an dem Gruppen geschlossen werden müssen“, sagt Stasche. ohl

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