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Symbolbild

Protest in Rüsselsheim

Plakat-Aktionen gegen Teilverkauf des Opel-Entwicklungszentrum ärgert Geschäftsleitung

Gegen den Teilverkauf des Opel-Entwicklungszentrums wird protestiert. Auch mit Plakat-Aktionen. Für die Geschäftsleitung ging man hier in Teilen offenbar zu weit.

Rüsselsheim - Bei Opel in Rüsselsheim ist ein Streit darüber entbrannt, ob Plakate gegen den geplanten Teilverkauf des Entwicklungszentrums zu unrecht abgehängt worden sind oder nicht. Die Gewerkschaft IG Metall sieht sich in ihrem Recht auf freie Meinungsäußerung behindert, weil die Geschäftsleitung Plakate mit der Aufschrift „Segula? Nein Danke! Wir sind Opel“ abhängen ließ.

Nach den PSA-Plänen sollen 2000 der noch rund 7000 Beschäftigten im Opel-Entwicklungszentrum (ITEZ) zum französischen Ingenieurdienstleister Segula wechseln. Dagegen macht die IG Metall seit Monaten Front. „Selbstverständlich wird das Recht auf freie Meinungsäußerung bei Opel zu jeder Zeit geachtet“, erklärt ein Unternehmenssprecher. Er verweist auf die etablierten Kommunikationswege wie beispielsweise Schwarze Bretter. Die umstrittenen IG-Metall-Plakate waren demnach außerhalb der sonst üblichen Flächen in der Unternehmenszentrale aufgehängt worden.

Keine Kenntnis

„Mag sein, dass Plakate auch tatsächlich dort aufgehängt worden sind, wo sie nicht hängen sollten“, sagte Jochen Homburg, Erster Bevollmächtigter der IG Metall in Darmstadt, gestern auf Nachfrage. Die Plakate wurden zwar von der IG Metall gedruckt und anschließend an die Mitarbeiter an den einzelnen Standorten verteilt, wie Homburg bestätigt. Wer diese aber letztlich aufgehängt habe, darüber habe die IG Metall im Einzelnen keine Kenntnis mehr. An den Schwarzen Brettern in der Rüsselsheimer Unternehmenszentrale seien die Plakate jedoch auch abgehängt worden.

Dem widerspricht ein Opel-Unternehmenssprecher. Selbstverständlich würden diese dort noch hängen. IG-Metall-Vertreter Homburg verweist auch auf den Standort in Dudenhofen: Von dort wisse er, dass die Plakate ganz verschwunden seien.

„Dieses Verhalten der Geschäftsleitung ist nicht akzeptabel und der Versuch, die Belegschaft und IG Metall mundtot zu machen“, monierte Jochen Homburg. Dieses Vorgehen des Arbeitgebers zeige aber auch, dass die Sorge bei Opel und PSA vor einem Scheitern des Deals offensichtlich zunehme. Die Belegschaft sei gegen den Deal und sehe, dass der Verkauf an diesen unbekannten Dienstleister mit erheblichen Risiken verbunden sei.

Außerdem gebe es ein Alternativkonzept des Gesamtbetriebsrats, den die IG-Metall-Vertrauensleute unterstützen. Homburg: „Die wirtschaftliche Notwendigkeit des Teilverkaufs des Opel-Entwicklungszentrums ist uns nicht nachgewiesen worden.“ Nach wie vor zweifelhaft sei, ob Segula auch die finanzielle Solidität für einen solchen Deal hat.

Vor die Werkstore

Die IG Metall kündigte nunmehr in einer Pressemitteilung an, ihre Kampagne für Alternativen zum Segula-Deal zu intensivieren. „Wir werden unsere Kampagne und unsere Botschaften vor die Werkstore tragen müssen, wenn man uns im Betrieb den Platz hierfür verwehrt.“

(red/dpa)

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