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Chaotisch: Das Müllbeseitigungskonzept ging beim Love Family Park 2018 nicht auf. Der Veranstalter will nun daran arbeiten. Archivfoto: Ittmann

Elektro-Festival

So soll das Love Family Park-Festival 2019 sauberer werden

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Im Juli findet der Love Family Park zum zweiten Mal am Rüsselsheimer Mainvorland statt. Die Veranstalter haben nun ihre Erfahrungen vom letzten Jahr dem Kultur-, Schul- und Sportausschuss präsentiert.

Rüsselsheim - Aus Fehlern lernt man, heißt es – ein Sprichwort, das Robin Ebinger und Frank Eichhorn sehr ernst nehmen. Die beiden Verantwortlichen des Elektro-Festivals Love Family Park präsentierten am Mittwochabend dem Kultur-, Schul- und Sportausschuss eine fundierte Analyse der im Juli 2018 erstmals in Rüsselsheim abgehaltenen Veranstaltung.

„Wir machen das nach allen Festivals, um Optimierungspotenzial festzustellen“, erklärte Ebinger, der bei der Eventagentur „cosmopop“ für Kommunikation zuständig ist. Neben der Erfassung von Wirtschafts- und Marketing-Faktoren seien vor allem die Besucherzahlen und deren Feedback von Wichtigkeit.

Dass sehr viele Menschen im Voraus über Werbung und die sozialen Medien erreicht wurden, spiegele sich in den Zugriffs- und Interaktionszahlen wider: So griffen etwa 10 000 Besucher auf die Website zu, die „alle den Namen Rüsselsheim gelesen haben“. Die Stadt sei somit von Anfang an auf dem Schirm gewesen. Selbst in der internationalen Presse, beispielsweise der britischen „Sun“ fand das Festival Beachtung.

Anreise zum Love Family Park mit dem ÖPNV

Zufrieden zeigten sich die Veranstalter auch mit der Besucherevaluation. Viele hätten auf dem Weg durch die Innenstadt zum und vom Festival den lokalen Einzelhandel unterstützt, weiterhin seien 80 Prozent mit öffentlichen Verkehrsmitteln angereist – eine Entwicklung, die man sehr begrüße, zumal das Festival „umweltfreundlicher gestaltet“ werden soll.

„Wir zahlen an drei Verkehrsverbunde Abgaben, damit unsere Gäste kostenlos mit dem Kombiticket anreisen können“, so Eichhorn. „Wir sind bereit, dafür in die Tasche zu greifen.“ Dass der Umweltschutz in Zukunft eine noch größere Rolle spielen soll, machten Ebinger und Eichhorn deutlich. „Wir hatten wirklich Probleme mit dem Müll auf dem Gelände“, räumten beide ein.

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Noch Tage nach dem Festival lag Abfall auf den Mainwiesen. Ein Reinigungskonzept habe es gegeben, dieses sei aber vom externen Partner nicht so umgesetzt worden. „Da müssen wir selbstkritisch sein. Wir wollen das Gelände mindestens genau so hinterlassen, wie es vorher war“, erklärte Eichhorn.

Auch die Beschwerden über Lärm aus Rüsselsheim und vor allem aus Flörsheim würden ernst genommen. „Wir werden eine Bühne streichen und keine der übrigen drei mehr direkt nach Flörsheim ausrichten“, so Eichhorn.

Das sei zwar eine große konzeptionelle Umstellung, aber „wir wollen die Bürger aktiver integrieren.“ Auf dem Festivalgelände soll das Catering optimiert werden, außerdem werde es zusätzliche Toiletten geben. Eine räumliche Vergrößerung ist nicht angedacht. Man werde aber mit den Behörden eruieren, ob und wie die maximale Besucherzahl von derzeit 20 000 erhöht werden könnte.

Das Sicherheitskonzept habe gut funktioniert, die Zusammenarbeit mit den Behörden sei hervorragend gewesen. „Wir prüfen das Konzept dennoch. Es ist quasi ein lebender Organismus“, so Frank Eichhorn. „Jetzt durch den realen Test vor Ort haben wir mehr Entscheidungssicherheit.“

Mehrwert des Standortes Rüsselsheim für das Elektro-Festival

Durchweg glücklich mit der Veranstaltung äußerten sich auch die Stadtverordneten im Kultur-, Schul- und Sportausschuss. Matthias Metz (CDU) sprach von einem „angenehmen Publikum“, Olaf Kleinböhl (SPD) betonte, dass ihm die gute Organisation und die „freundliche Atmosphäre“ positiv aufgefallen seien. Christian Vogt (Grüne) freute es, zu sehen, dass der Mehrwert des Geländes – erfolgreich erprobt durch den Hessentag – durch die weitere Nutzung hier einmal mehr zum Tragen käme.

Dass Rüsselsheim als neuer Standort auch von den Fans begrüßt wird, habe sich in der Besucherbefragung gezeigt, erklärte Eichhorn. 55 Prozent aller Raver waren zum ersten Mal zu Besuch in der Opelstadt – insgesamt 80 Prozent aller wollten wiederkommen.

Der Vorverkauf für den Love Family Park läuft bereits seit Dezember, am Montag, 4. Februar, soll voraussichtlich das Programm bekanntgegeben werden. Das Elektro-Festival findet in diesem Jahr am Samstag, 27. Juli, von 10 Uhr bis 22 Uhr statt.

Kommentar von Stella Lorenz:

Losgelöste Raver mit Blumenkränzen im Haar, hochkarätige Künstler aus der Szene, belebtes Rüsselsheim: Wer beim Love Family Park dabei war, weiß, was das Festival für die Stadt wert ist. Das Müllkonzept ist nicht aufgegangen, die Lärmbelästigung auf der anderen Mainseite wurde unterschätzt. Dementsprechend gab es nicht nur positive Rückmeldungen von Bürgern und Besuchern. Dass der Veranstalter sich jetzt intensiv mit einer langfristigen Lösung beschäftigt, den Kontakt zu Bürgern sucht und an Stellschrauben dreht, um sich zu verbessern, spricht für verantwortungsbewusstes Handeln. Und dass die Stadt dem Love Family Park dafür ein zweites Mal ihr Vertrauen und ihre Unterstützung zusichert, ist ein richtungsweisendes Signal für die künftige Gestaltung des kulturellen Stadtbilds.

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