Die Erneuerung der Fahrbahndecke im Rugbyring beginnt am 30. Juli im Kreuzungsbereich Wormser Straße. FOTO: Dorothea Ittmann
+
Die Erneuerung der Fahrbahndecke im Rugbyring beginnt am 30. Juli im Kreuzungsbereich Wormser Straße.

Verkehr

Rugbyring wird runderneuert

  • Dorothea Ittmann
    VonDorothea Ittmann
    schließen

Hessen-Mobil saniert die Fahrbahndecke bis Ende des Jahres. Das hat natürlich Folgen für den Verkehr. Ab Herbst muss man wohl mit Einschränkungen rechnen.

Rüsselsheim - Die Pendler und Bewohner der Opelstadt müssen sich darauf einstellen, dass der Auto- und Lkw-Verkehr im Rugbyring (Bundesstraße 43) in der zweiten Jahreshälfte zeitweise ins Stocken geraten wird. Hessen-Mobil plant die Erneuerung der Fahrbahndecke auf einer Länge von 2,3 Kilometern, angefangen von der Kreuzung Wormser Straße bis zur Kreuzung Berliner Straße, dem nördlichen Ortseingang aus Richtung Raunheim. Die 15 Bauabschnitte sollen vom 30. Juli bis 10. Dezember abgearbeitet werden.

Die Magistratsvorlage, die am Donnerstagabend im Bauausschuss behandelt wurde, beschäftigt sich schwerpunktmäßig mit dem barrierefreien Umbau der beiden Haltestellen "Stadion" an der B 43. Umso überraschter waren die Ausschussmitglieder, Oberbürgermeister Udo Bausch (parteilos) mit eingeschlossen, wie umfänglich die Straßensanierungsarbeiten ausfallen werden. Jörn von Brügge, der Projektverantwortliche für Straßenbau bei Hessen-Mobil, stellte das gesamte Bauvorhaben vor.

Neu dürfte das Bauprojekt aber nicht sein. Hessen-Mobil bereite seit 2019 die Deckenerneuerung des vielbefahrenen Rugbyrings vor. Los geht es am 30. Juli, 18 Uhr, mit dem ersten dreitägigen Bauabschnitt von der Kreuzung Wormser Straße bis zur Kreuzung Alzeyer Straße.

Die Fahrbahnen werden übers Wochenende bis 2. August, 5 Uhr, in beide Richtungen voll gesperrt. In mehreren Projektschritten - im September und nach der Winterpause von März an - widmet sich Hessenmobil außerdem der Sanierung des Geh- und Radwegs westlich der Wormser Straße. Dafür wird der Verkehr zeitweise einspurig an der Baustelle vorbeigeleitet.

Jeweils acht Tage lang plant Hessen-Mobil für die weiteren Bauabschnitte Feuerwache und Kreuzung Darmstädter Straße ein. Weiter geht es bis zur Kreuzung Friedrich-Ebert-Straße; sowohl für die Fahrtrichtung Rüsselsheim als auch Mainz rechnet die Straßen-und Verkehrsbehörde mit 24 Werktagen Bautätigkeit.

Kreuzung wird voll gesperrt

Eine stärkere Belastung für den motorisierten Verkehr dürfte die Vollsperrung der Kreuzung Darmstädter Straße sein, wo die B 43 auf die B 519 trifft. Dort sind die Bauarbeiten übers Wochenende, vom 8. Oktober, 18 Uhr, bis 11. Oktober, 5 Uhr, angesetzt.

Voraussichtlich vom 23. August an wird die Fahrbahn vom "Haßlocher Kreisel" kommend bis zur Kreuzung Berliner Straße erneuert. Auf diesem Streckenabschnitt soll jeweils nur ein Fahrstreifen je Fahrtrichtung gesperrt werden. Die Arbeiten werden bis zur Aldi-Kreuzung am Ortsausfahrt Richtung Raunheim, fortgesetzt, wo parallel dazu die Bushaltestellen "Stadion" barrierefrei umgebaut wird. Auf diesen Streckenabschnitten werden neben der Fahrbahndecke auch die Entwässerungsrinnen erneuert, erläutert Jörn von Brügge.

Kritisch für den Verkehr dürfte die Vollsperrung der Aldi-Kreuzung sein - in westliche Richtung am 24. und 25. September sowie in östliche Richtung am 25. und 26. September.

Während der Bauarbeiten wird Hessenmobil den Verkehr großräumig von Raunheim kommend über die Lucas-Cranach-Straße, den Evreuxring und den Kurt-Schumacher-Ring bis zum Umspannwerk Bischofsheim umleiten, wo die Fahrt in Richtung Mainspitze auf der B 43 fortgesetzt werden kann.

Eine Umleitung des Verkehrs über die Autobahnen 67 und 60 habe die Behörde aufgrund bestehender Autobahnbaustellen abgelehnt, bemerkte der Projektverantwortliche Brügge abschließend.

Im Zuge der Bauarbeiten wird zwar der barrierefreie Umbau der Haltestellen vorangetrieben, die Verkehrsführung, etwa durch die Markierung von Radwegen, sei nicht angedacht, beantwortete Achim Dingeldein vom Rüsselsheimer Tiefbauamt die Nachfrage von Brit Scherer (Grüne).

Überwachung der Lastwagen

Ebenfalls um den motorisierten Verkehr ging es im nächsten Tagesordnungspunkt. Seit 2018 beschäftigen sich die Stadtverordnetenversammlung und die Verwaltung mit der Errichtung eines Systems zur Überwachung des Lkw-Durchfahrtsverbots, kurz "DikoVers". Zuletzt hatte die Stadt das Durchfahrtsverbot in einer vier- bis fünfwöchigen Testphase mit laserbasierten Erfassungsgeräten kontrolliert. Weil erst eine Firma gefunden werden musste, die den dafür notwendigen Datenschutz gewährleisten kann, habe sich die Umsetzung etwas verzögert, so Dingeldein. Nun könnten der Aufbau eines datenschutzkonformen Überwachungssystems und die damit einhergehenden Tiefbauarbeiten ausgeschrieben werden. Das digitale Überwachungssystem besteht aus Monitoring-Boxen, die an acht Standorten, "wichtigen Einfallstraßen", in Rüsselsheim installiert werden sollen. Für die Überwachungsstationen und Tiefbauarbeiten veranschlagt die Stadt rund 900 000 Euro.

Weil die Projektförderung "DikoVers" zum 30. September ausläuft und das Parlament im August nicht tagt, beantragt der Magistrat, dass die Stadtverordneten die Auftragserteilung an das Gremium delegieren. Dem stimmte der Bauausschuss in Gänze zu.

Auf wenig Verständnis stießen die Grünen mit ihrem Antrag zur Bildung eines Unterausschusses "Mobilität und Klimaschutz" bei der WsR. Mathias Flörsheimer argumentierte, ein weiterer Unterausschuss sei weder zielführend, noch hätten die ehrenamtlichen Mandatsträger Zeit, sich so intensiv mit den Themen zu beschäftigen.

Birgit Steinborn (Grüne) hob hervor, dass in einem solchen Gremium auch Fachleute und betroffene Bürger gehört werden können, was sich positiv auf die Arbeit der Stadtverordneten auswirke. Dem stimmten CDU, SPD und Linke/Liste Solidarität zu. Der Antrag wurde mehrheitlich angenommen. dit

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare