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Zum Wohl auf den Erfolg: Henrike Blaum und der Runde Tisch freuen sich über die Ehrung.

Engagement lässt nach

Runder Tisch Asyl: Weniger Freiwillige bei der Flüchtlingshilfe

Zum Lohn für die Arbeit gab es beim Runden Tisch Asyl ein Glas Sekt. Jedoch lässt die Begeisterung für das Engagement nach.

Die Leiterin Henrike Blaum und der Runde Tisch wurden mit dem Bürgerpreis in der Kategorie „Alltagshelden“ für ihr Engagement für Flüchtlinge geehrt. Anlass genug, die Würdigung bei der Sitzung am Donnerstag im Rathaus mit Sekt zu begießen. Viel Schaumwein musste Blaum allerdings nicht in die Gläser eingießen, waren doch nur sechs ehrenamtliche Helfer anwesend.

Blaum entschuldigte sich für die kurzfristige Einladung, einige Mitstreiter hätten im Vorfeld abgesagt. Nichtsdestotrotz verschlossen die Anwesenden die Augen nicht vor dem nachlassenden Engagement. Der harte Kern sei da, „aber wir müssen uns was einfallen lassen, dass wieder mehr Leute kommen“, machte Blaum auf die Misere aufmerksam. Bei der nächsten Sitzung im kommenden Jahr sollen die Teilnehmer Vorschläge machen, um die Leute wieder zu aktivieren.

Am Freitag, 9. Dezember, lädt der Runde Tisch die Flüchtlinge zu einer Weihnachtsfeier ein. Nun doch zur Eröffnung des Weihnachtsmarktes im Bürgersaal. Blaum hatte zwischenzeitlich mangels Helfer vorgeschlagen, die Feier an einem Sonntag in ein Begegnungscafé einzubetten.

Es wurde jedoch moniert, dass sich der Besucherandrang derzeit bei dem Café in der Flüchtlingsunterkunft in der Karl-Liebknecht-Straße in Grenzen hält und der Integrationsfaktor bei einer Weihnachtsfeier in unmittelbarer Nähe zum Weihnachtsmarkt größer ist. „Da merken die Leute, dass ein Asylbewerber nicht beißt“, meinte Daniela Bonn-Lösch vom Turn- und Sportverein sarkastisch. Die Weihnachtsfeier beginnt um 17.30 Uhr im Anschluss an die offizielle Eröffnung des Weihnachtsmarktes.

Der neue Sport-Coach Waseem Shir (wir berichteten) stellte sich bei der Sitzung dem Runden Tisch vor. „Shir ist optimal, weil er sich schon lange mit Flüchtlingen beschäftigt“, unterstrich Blaum. Er fungiert seit neun Monaten als Dolmetscher und gibt seit zwei Monaten Deutschkurse.

Auf der Wunschliste von Flüchtlingen stehen Schwimmen, Badminton und Cricket, berichteten Teilnehmer. Möglichkeiten, diese Sportarten zu betreiben, gibt es durchaus, informierten die Helfer.

Schwimmen könnte beim SSV-Training denkbar sein. Badminton wird beim TSV gespielt. Und Ansprechpartner für das Cricket könnte die muslimische Ahmadiyya-Gemeinde sein. Zumindest ist bekannt, dass Pakistanis regelmäßig spielen.

Den Wunsch einiger Flüchtlinge, ihre Fitness fördern zu wollen, wie es Shir vorbrachte, kann allerdings nicht nachgekommen werden. rko

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