Straßenfest

Ein rundum gelungener Rieslingsonntag

So sollte es in der Innenstadt immer sein: gerammelt voll. Beim Rieslingsonntag und beim Spargelsonntag ist das üblich, an den Werktagen nicht.

„Ein herzliches Willkommen an diesem wunderschönen verkaufsoffenen Sonntag“, begrüßt Andreas Lutz die Kunden vor der Cityparfümerie überschwänglich. Kaiserwetter am Rieslingsonntag. Besser kann die Witterung für den verkaufsoffenen Sonntag, der den Namen der edlen weißen Rebsorte trägt, kaum sein. Blauer Himmel, Temperaturen um die 25 Grad. Da erfreut sich der Gaumen doppelt an dem Riesling.

Wein darf gleich an sechs Ständen probiert werden, natürlich auch bei den Winzerfreunden, wo Heide Böcker und Natascha Kollanitsch den Gästen Riesling aus eigenem Anbau einschenken. „Es läuft sehr gut heute, es ist schönes Wetter, das lockt die Leute an“, stellt Heike Böcker gut gelaunt fest.

25 000 Menschen sollen es bereits am späten Nachmittag gewesen sein, schätzt Thomas Hartmann, der Vorsitzende des Treffpunkt Innenstadt. Er zeigt sich, wie Oberbürgermeister Udo Bausch (parteilos), sehr zufrieden mit dem Zuspruch. Es gelte, gemeinsam die Bevölkerung zu motivieren, dass die Innenstadt auch an den Werktagen so gut belebt ist.

An den Cafés in der Bahnhofstraße und in der Marktstraße herrscht mediterranes Flair. Alle Stühle sind belegt, es kommt Urlaubsstimmung auf. Am Nadelöhr zwischen Marktstraße und Marktplatz ist kaum ein Durchkommen möglich. Hier kommen auch die Redakteure und Mitarbeiter dieser Zeitung mit den Rüsselsheimern ins Gespräch.

Gleich um die Ecke sind nicht etwa die Mainlandgames, sondern das Weinfassrollen der Stadtwerke. „Wir wollten eine Verbindung zum Riesling“, meint Pressesprecher Jürgen Gelis schmunzelnd.

Richtig voll ist auch der Marktplatz. Inge und Klaus Blauenburg sowie Ursula Hettinger und Rolf-Rainer Ickler haben sich vor einem Café niedergelassen. „Als Rüsselsheimer ist es eine Pflicht, hierher zu kommen“, betont Klaus Blauenburg. „Gestern waren wir auch hier, da war die Stadt noch tot“, zeichnet Inge Blauenburg das sonst übliche Bild der Innenstadt nach.

Der Lions Club bietet Raclettekäse aus der Schweiz an, der von Adolf Zobrist vom befreundeten Club aus Meiringen-Brienz geschnitten wird. „Das geht ohne uns nicht“, sagt er lachend und findet das Fest toll.

Eva Logres hält noch einen Käsebrot in der Hand. „Wir kommen immer hier her“, versichert sie. Ralf Meckel stellt ebenfalls fest, dass die Stadt sonst ausgestorben ist.

Und was sagen die Geschäftsleute? Melanie Pop, Geschäftsführerin von Schuh Weishaar, kommt gar nicht von der Kasse weg. Sie schätzt den Zuspruch wie an den anderen verkaufsoffenen Sonntag ein: gut.

Der Rieslingsonntag sei eine tolle Sache. Roja Karnitzschky, Inhaberin des Benetton-Geschäfts, ist ebenfalls zufrieden – übrigens auch an den Werktagen, denn durch die neuen Cafés sei viel Bewegung in die Stadt gekommen.

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