Landtagswahl 2018

Sabine Bächle-Scholz hängt Konkurrentin im Hasengrund ab

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Sabine Bächle-Scholz hat ihr Direktmandat bei der Landtagswahl knapp verteidigt. In Rüsselsheim machen vor allem drei Bezirke den Unterschied. Auch zwei weitere Frauen in dem Wahlkreis schaffen es ins Parlament.

Den Ausschlag haben 542 Stimmen gegeben. Es ist der Vorsprung, der dafür sorgt, dass Sabine Bächle-Scholz bei der Landtagswahl am Sonntag ihr Direktmandat verteidigt. Die Christdemokraten kommt im Wahlkreis 47, zu dem auch Rüsselsheim gehört, auf 26,2 Prozent. „Ich bin froh, dass ich mich dem Trend aus Berlin entziehen und mein Direktmandat in einem eher von der SPD geprägtem Wahlkreis verteidigen konnte“, blickt sie am Montag zurück. In den kommenden fünf Jahren wolle sie wieder alle Menschen in ihrem Wahlkreis vertreten, mit den Leuten vor Ort Kontakt halten.

Die Sozialdemokratin Kerstin Geis liegt anderthalb Prozentpunkte hinter Bächle-Scholz. Geis zieht über die Liste ihrer Partei dennoch erneut ins Parlament ein. „Das war ein Kopf-an-Kopf-Rennen. Zwischenzeitlich habe ich daran geglaubt, das Direktmandat holen zu können“, kommentiert Geis das Ergebnis. Nun freue sie sich darauf, sich in Wiesbaden weiter besonders ihrem Schwerpunkt-Thema Bildung zu widmen.

Dank ihres Listenplatzes erstmals in Wiesbaden dabei ist die Rüsselsheimerin Alexandra Walter von der AfD. Mit 14,9 Prozent belegt sie bei den Erststimmen Platz vier im Wahlkreis. Dass sie es in den Landtag geschafft hat, komme ihr noch etwas unwirklich vor. „Ich muss das erst einmal sacken lassen“, lautet ihre erste Reaktion im Gespräch mit dieser Zeitung. Viel Zeit zum Feiern bleibe jedoch nicht. Mit ihren ebenfalls neuen Kollegen, die AfD zieht zum ersten Mal in den Landtag ein, treffe sie sich demnächst, um die Parlamentsarbeit vorzubereiten.

Mit welchem Thema sie sich als erstes befassen will, steht für Walter bereits fest. „Der Rundfunkbeitrag muss reformiert werden“, ist sie überzeugt. Einen entsprechenden Antrag wolle sie ins Parlament einbringen.

Vor Walter liegt der Rüsselsheimer Michael Tönsmann von den Grünen, der 19 Prozent auf sich vereinigen kann. Da er jedoch über keinen Platz auf der Liste seiner Partei verfügte, wird er dem neuen Landtag nicht angehören. Vom Ergebnis seiner Partei, hessenweit erzielten die Grünen fast 20 Prozent, zeigt er sich nichtsdestotrotz begeistert. „Es ist hervorragend, dass so viele Menschen den Grünen ihr Vertrauen geschenkt haben“, freut er sich. Bemerkenswert sei bei dieser Wahl besonders das starke Abschneiden seiner Partei bei den Erststimmen.

Doch wie haben die Parteien in Rüsselsheim genau abgeschnitten? Dies verraten die Ergebnisse der einzelnen Stimmbezirke. Dabei fällt auf, dass Direktmandats-Gewinnerin Sabine Bächle-Scholz sich vor allem in drei Bezirken von Kerstin Geis absetzen kann. Im Hasengrund erzielt Bächle-Scholz 29,6 Prozent, während Geis lediglich auf 23 Prozent kommt. In der Horlache und Alt-Haßloch ist der Unterschied sogar noch deutlicher. Hier kommt die Christdemokratin auf 31,2 und 31,9 Prozent. Geis muss sich mit 21,1 beziehungsweise 21,5 Prozent begnügen.

Geis ist derweil besonders stark in der Böllensee-Siedlung und im Berliner Viertel. In beiden Bezirken schafft sie 26 Prozent. Interessanterweise sind das die gleichen Hochburgen, die auch AfD-Frau Walter ein starkes Ergebnis beschert haben. Sie holt im Berliner Viertel 17,4 Prozent und in der Böllensee-Siedlung 17 Prozent der Stimmen.

Auch auffällig: Grünen-Kandidat Tönsmann knackt in einer Reihe von Stimmbezirken die 20-Prozent-Marke. So in der Altstadt, im Eichgrund, im Rübgrund und in Bauschheim.

Der Kandidat der Linkspartei, Marcel Baymus, kommt insgesamt auf 6,8 Prozent. Über einen Ausreißer nach oben darf er sich in der Altstadt freuen. Hier wird sein Ergebnis mit 10,2 Prozent sogar zweistellig.

Am Ende des Feldes finden sich Peter Engemann von der FDP (4,9 Prozent) und Klaus-Jörg Wetzel von den Freien Wählern (4,6 Prozent) wieder. Engemann gibt allerdings zu bedenken, dass er keinen Direktwahlkampf geführt habe. „Von mir gab es ja nicht einmal ein Plakat.“ Das Geld dafür habe er sparen wollen. Bei seiner Kandidatur sei es ihm vor allem darum gegangen, für das Programm seiner Partei zu werben.

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