Er weiß, wie man Obstbäume schneidet: Eduard Eppert vom OGV.
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Er weiß, wie man Obstbäume schneidet: Eduard Eppert vom OGV.

Obstbäume-Schnittlehrgang

Ran an die Sägen und Astscheren

Etwa 20 Männer und Frauen haben am Baumschnittlehrgang des Obst- und Gartenbauvereins Dornheim teilgenommen. Was die kommende Saison angeht, sind die passionierten Obstbauer des Vereins skeptisch. Grund ist der zu milde Winter.

Es wird langsam Zeit, dass die Obstbäume geschnitten werden. Nach dem milden Januar, dem zu warmen Februar und den zurückliegenden Sonnentagen sind bei manchen Kirschbäumen bereits jetzt schon die Blüten aufgegangen. Also ran an die Sägen und Astscheren und weg mit dem überflüssigen Gewächs. Wie das am besten klappt, zeigte am Samstag der frühere Vorsitzende des Obst- und Gartenbauvereins (OGV) Dornheim, Eduard Eppert, auf der OGV-Anlage.

Mit einer Säge schnitt er bei einem dicht gewachsenen Zwetschgenbaum kurzerhand einen dicken Ast ab. Es war an manchen Gesichtern der etwa 20 Teilnehmer abzulesen, dass sie sich an solch eine Radikalkur wahrscheinlich nicht herangetraut hätten. Doch eine lichte Krone ist vorteilhafter für den Baum. So kann er beispielsweise bei Feuchtigkeit besser abtrocknen und ist weniger anfällig für Pilzbefall. „Die Äste am besten am Ansatz abschneiden“, lautete der Rat des Fachmanns. Was die Laien ebenfalls mit nach Hause nahmen: Obst wächst am besten und am üppigsten an Ästen die drei oder vier Jahre alt sind, erklärte Eppert.

Baum verkraftet Astverlust sehr gut

„Der Baum verkraftet den Verlust von Ästen in der Regel sehr gut“, fuhr Eppert fort, während erneut ein ganzer Ast mit vielen Zweigen auf dem Boden landete. Allerdings sollte man Bäume nicht während einer starken Frostperiode schneiden. Doch die gab es in diesem Winter ja sowieso nicht und sind auch nicht mehr zu erwarten.

Dass die zurückliegenden Monate erneut so mild ausfielen, gefällt den Aktiven des Obst- und Gartenbauvereins Dornheim gar nicht. „Wir hätten einige starke Frosttage gut gebrauchen können. Dann wäre das Ungeziefer abgestorben“, erläuterte Vorsitzender Kurt Heger. Denn auch diese Plagegeister machen den Obstbäumen zu schaffen.

Bienenvölker sollen helfen

Dass mancherorts bereits jetzt, Ende Februar, die ersten Kirschbäume blühen, mag für das Auge schön sein, nicht aber für die kommende Ernte. Denn noch sind die fleißigen Bienen nicht aktiv. Und ohne Bienen keine ausreichende Bestäubung. Der OGV-Vorstand lässt daher möglichst bald zwei Bienenvölker aus Leeheim auf das Vereinsgelände im Bereich „In der Lache“ bringen, damit sie ihren wichtigen Job erledigen. Schließlich wollen die Aktiven des OGV und die privaten Nutzer der Anlage bald wieder reiche Ernte einfahren.

Etwa 200 Bäume stehen auf der Anlage, die der 1963 gegründete OGV 1988 in Betrieb genommen hat. Hier wachsen Kirschen, Aprikosen, Zwetschgen – und natürlich Äpfel, die der OGV zu leckerem Saft und süffigem Apfelwein verarbeiten lässt und beim Schnittlehrgang verkaufte. Die Obstbäume kann man auch als Privatmann mieten. Doch Heger hat oft die Erfahrung gemacht, dass dann die für ein gedeihliches Wachstum notwendige Pflege nicht selten vernachlässigt wird. „Letztendlich kümmern wir uns dann wieder darum.“ Auch die Zwetschgenbäume, die Eduard Eppert am Samstags zuschnitt, waren recht verwildert.

Am 19. März bietet der OGV Dornheim erneut einen Schnittlehrgang an. Beginn ist um 14 Uhr auf der Anlage in der Taunusstraße. Eine Anmeldung ist nicht notwendig. Am 19. Juni feiert der OGV auf seiner Anlage sein Grillfest. Beginn ist um 11 Uhr. rke

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