Verkehr

Schild für Eltern: Eltern-Taxis bitte hier halten!

Morgendliches Verkehrschaos soll an der Alexander-von-Humboldt-Schule seit Freitagmittag Geschichte sein. Mit der Einweihung einer Elternhaltestelle sollen die Eltern in Zukunft dazu bewegt werden, ihre Kinder nicht mehr bis vor die Tür der Schule zu fahren.

Um kurz vor acht Uhr am Morgen entsteht fast immer das gleiche Bild vor hessischen Schulen. Fahrzeuge reihen sich an Fahrzeuge. Aus den Türen steigen Kinder, die von ihren Eltern zur Schule gefahren werden. Dabei entsteht meist ein immenses Verkehrschaos, bei dem kaum jemand mehr vor oder zurück fahren kann. Und dazwischen laufen die Schüler, die ihren Schulweg alleine bewältigen und werden so zusätzlich Gefahren ausgesetzt. Dem will die Alexander-von-Humboldt-Schule am Freitag mit der Einweihung einer Elternhaltestelle auf dem Parkplatz am Hessenring im Einkaufszentrum Dicker Busch ein Ende setzten. „Am Wendehammer vor unserer Schule ist morgens kein Durchkommen mehr. Es stehen Autos Stoßstange an Stoßstange. Die Anwohner können ihre Parkplätze nicht mehr verlassen. Wir möchten die Eltern mit der neuen Elternhaltestelle dazu bewegen, dass sie ihre Kinder die letzten 250 Meter zur Schule alleine laufen lassen“, berichtet Martin Einsiedel.

Einsiedel ist Lehrer an der Humboldt-Schule und hatte die Idee zu dem Projekt Elternhaltestelle. Im März sei Einsiedel auf die Verantwortlichen der Stadt zugekommen, erinnert sich Oberbürgermeister Udo Bausch. Schnell sei die Idee gewachsen und finde heute ihren vorläufigen Höhepunkt. Es ist die erste Elternhaltestelle in Rüsselsheim, werde jedoch nicht die Einzige bleiben, sollte sich herausstellen, dass das Projekt erfolgreich ist. „Wir werden in den kommenden Wochen genau hinschauen und auch kontrollieren, dass die Parkplätze, die für die Haltestelle vorgesehen sind, nicht von anderen Menschen vollgeparkt werden“, stellt Bausch fast drohend fest. „Wenn es funktioniert, werden wir das Konzept der Elternhaltestelle auch an anderen Schulen der Stadt und auch an den Kitas einführen“, verspricht der Oberbürgermeister weiter.

An die etwa 100 Schüler, die bei der Einweihung der Elternhaltestelle anwesend sind gewandt, sagt Udo Bausch: „Ihr seid die Multiplikatoren. Ihr müsst euren Mitschülern klarmachen, dass sie ihren Eltern sagen, dass sie an der Haltestelle und nicht vor dem Schuleingang herausgelassen werden wollen.“ Zumal ein wenig Bewegung am Morgen viele positive Effekte, wie eine Steigerung der Konzentrationsfähigkeit oder der körperlichen Fitness habe. Zudem sorge die Bewältigung des Schulwegs zu Fuß für eine Verbesserung des Sozialverhaltens und eine Steigerung der Verkehrskompetenz.

Das Projekt der Elternhaltestelle sei nur ein Baustein im Bemühen der Schule, die Kinder und Jugendlichen zu einem umweltbewussteren Verhalten zu erziehen, bemerkt Schulleiterin Renate Pilgenröther. Die Schule werde in Zukunft auch die Themen Mülltrennung,

Recycling und Fair-Trade

in den Blick nehmen um sich mittelfristig als Umweltschule zertifizieren zu lassen. Gemeinsam enthüllen Udo Bausch und Renate Pilgenröther schließlich das Verkehrsschild, dass die Elternhaltestelle deutlich kennzeichnet.

Nach der offiziellen Einweihung des Schildes nehmen mehrere Schüler der Alexander-von-Humboldt-Schule Schablonen von Füßen, die an langen Stäben befestigt sind, in die Hand und drücken diese auf den Bürgersteig neben dem Parkplatz, auf dem sich die Elternhaltestelle befindet. Mit Sprühfarbe aus der Dose malen sie die Schablonen aus und markieren so den 250 Meter langen Weg von der neuen Elternhaltestelle zu ihrer Schule.

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