"Medifit"-Mitarbeiter André Lopez in Schutzkleidung: An diesem Vormittag führt er die Test bei den Mitgliedern durch. Das Angebot wird von vielen gerne in Anspruch genommen. foto: ok
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"Medifit"-Mitarbeiter André Lopez in Schutzkleidung: An diesem Vormittag führt er die Test bei den Mitgliedern durch. Das Angebot wird von vielen gerne in Anspruch genommen.

Corona

Schnell mal testen vor dem Sport

Erstes Fitness-Studio mit eigenem Schnelltest-Angebot für Mitglieder.

Rüsselsheim -Ohne Corona-Test kein Zutritt zum Fitness-Studio. So lautet derzeit die Vorgabe. Das Rüsselsheimer Studio "Medifit" in der Innenstadt geht jetzt noch einen Schritt weiter. Mitglieder des Fitness-Bereichs können sich seit ein paar Tagen direkt von "Medifit"-Mitarbeitern testen lassen. Dafür hat die Geschäftsführung eigens eine überdachte Zone am Hintereingang des Hauses (Zugang über die Ochsengasse) eingerichtet, die sonst für Anlieferungen oder als Stellplatz gedacht war.

Jetzt steht dort gut geschützt in einer Ecke ein kleiner Pavillon, darunter ein Tisch mit Unterlagen sowie Schnelltests. Angemeldet ist das Angebot ganz offiziell bei den Behörden als offizielles Bürgerschnelltestzentrum.

Wie funktioniert es? Mitglieder des Fitness-Studios können vor dem Training spontan vorbeikommen, müssen eine Einverständniserklärung ausfüllen, lassen von einem der geschulten Mitarbeiter den kostenlosen Schnelltest über einen Nasenabstrich durchführen und müssen wie üblich 15 Minuten abwarten, um das Ergebnis dann entgegenzunehmen. Auch Nicht-Mitglieder können sich im Übrigen hier testen lassen.

Ist das Ergebnis negativ, können Mitglieder den für Nicht-Geteste komplett geschlossenen Erdgeschoss-Bereich betreten und mit ihrem Sportprogramm beginnen. Fällt der Test positiv aus, wird dies ans Gesundheitsamt gemeldet und der Getestete muss einen PCR-Test an anderer Stelle machen lassen. "Medifit" ist nach eigenen Angaben das erste Fitness-Studio, das so viel Aufwand für seine Mitglieder betreibt und somit Vorreiter in der Branche. Andernorts müsse man den Test selbst zu Hause durchführen.

Sicherheit in allen Bereichen

"Medifit"-Kunde Francisco Villanueva, der an diesem Morgen mit seiner Frau zum Training an den Kraftgeräten gekommen ist, weiß diesen Service deswegen zu schätzen. Zu zweit würde man ansonsten wohl mehr Euro für die Tests im Monat ausgeben, als der Mitgliedsbeitrag im Studio betrage, rechnet er vor. Es sei eben sehr wichtig, während der Corona-Pandemie weiter den gewohnten Sport treiben zu können. In Zeiten von Kurzarbeit bewege man sich sowieso weniger, ergänzt seine Frau. Außerdem tue man etwas für den Erhalt der Arbeitsplätze im Studio. In der Krise müssen man sich ja gegenseitig unterstützen. Tatsächlich hat die Geschäftsführung Mitarbeiter aus verschiedensten "Medifit"-Bereichen, wie auch aus den angeschlossenen Reha- und Therapieangeboten, in einem Kurs im Umgang mit den Corona-Tests schulen lassen. Sie teilen sich jetzt den Dienst im Service-Zelt auf.

Von Anfang an habe man die verordnete Testpflicht für Fitness-Studios als "Herausforderung" im "Medifit"-Team begriffen und gemeinsam überlegt, was man tun könne. "Wir sind Lösungsfinder", sagt Studioleiter Yannick Birlinger. Man habe sich dann kurzfristig entschlossen, die Sache selber in die Hand zu nehmen und ein Testzentrum aufzubauen. Auch um keine "Zwei-Klassen-Gesellschaft" entstehen zu lassen zwischen jenen, die sich einen Test leisten könnten und anderen, die es vielleicht nicht könnten. Zudem wolle man Sicherheit für alle anderen Kunden gewährleisten, die die Therapieeinrichtungen des Hauses in Anspruch nehmen würden, darunter auch viele Risiko-Patienten. ok

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