Ketchup wollen Sumeja Husovic (links) und Melissa Drakopoulos mit Tomatensaft herstellen.
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Ketchup wollen Sumeja Husovic (links) und Melissa Drakopoulos mit Tomatensaft herstellen.

Naturwissenschaften

Schon die Kleinsten sollen experimentieren dürfen

Experimente sollen den Lehrern und Erziehern, aber auch den Kinder in den Kitas und Schulen Spaß machen. Anleitungen und Kompetenz erhielten Pädagogen bei einem Workshop der Stadt.

Milch und Brot, Mandarinen und Quark, Eier und vieles mehr steht auf den Tischen. So ein bisschen schaut es im Bürgersaal nach großem Frühstücksbuffet aus. Weit gefehlt. Diese Lebensmittel sind vielmehr die Zutaten für spannende Experimente. Mit ihnen kann zum Beispiel Ketchup und Farbe hergestellt werden. Es brodelt und blubbert zwar nichts, aber die Versuchsanordnungen kommen bei den Teilnehmern gut an. „Das sind alles alltagsnahe Experimente“, meint die städtische Umweltpädagogin Karin Jechimer.

Jacqueline Wawro und Tanja Frasch von der Krabbelstube Kolibris wollen Farbe zum Malen selber herstellen. Die beiden Frauen zerreiben farbige Kreide, geben zu dem Pulver Quark und verrühren die Masse mit Leinöl in einem Becher. Hinein mit dem Pinsel und die Farbe auf ein Blatt Papier aufgestrichen – der Versuch gelingt. „Es ist wichtig für die Grundschule, dass schon die ganz kleinen Kinder experimentieren“, sagt Wawro. Die Kinder der U3-Betreuung sollen nicht einfach nur beschäftigt werden, sondern auch an die Kita und die Grundschule herangeführt werden. Die 34-Jährige experimentiert gerne und findet es toll, wenn die Kinder selbst Versuche durchführen und die Ergebnisse vor Augen haben.

Melissa Drakopoulos und Sumeja Husovic von der Ganztagsbetreuung der Anne-Frank-Schule wollen Ketchup herstellen. Sie wollen die Kinder in der Ganztagsbetreuung fördern und fordern. Sie experimentieren gerne mit Lebensmitteln, denn solche Versuche könnten die Kinder zu Hause wiederholen.

Melissa Drakopoulos und Jacqueline Wawro haben keine Hemmungen, vor den Augen von Kindern zu experimentieren, mit dem Risiko, dass vielleicht mal ein Versuch in die Hosen geht. „Wenn es nicht funktioniert, dann funktioniert es halt nicht“, meint auch Tanja Frasch. Sumeja Husovic hat ebenfalls keine Scheu, sondern probiert Versuche einfach aus.

Mit dem Seminar wollen Umweltpädagogin Jechimer und Leiterin Carina Hesse vom Schulungsunternehmen 3-up den Erziehern und Lehrern nämlich auch die Ängste vor Experimenten nehmen. „Viele haben Angst, dass das Experiment nicht klappt oder, dass sie es nicht erklären können“, erzählt Hesse.

Für die Lehrer und Erzieher sei es mitunter frustrierend, wenn Experimente nicht funktionieren. „Hier dürfen sie die Versuche in Ruhe ausprobieren, erhalten Erklärungen und fühlen sich dann sicher“, sagt sie.

Die Teilnehmer lernen anspruchsvolle Experimente für Kinder mit Vorkenntnissen aber auch einfach Versuche für ganz junge Kinder kennen.

Jechimer findet es wichtig, dass die Kinder in den Kitas und in den Schulen über Experimente die Naturwissenschaften verstehen lernen. „Wir wollen über das eigene Handeln Begeisterung wecken“, meint die Umweltpädagogin. Die Teilnehmer erfahren bei dem Seminar, dass Experimente Spaß machen. Ihre Freude und Kompetenz überträgt sich in der Praxis auf die Kinder. Abgesehen von dem praktischen Erleben der Naturwissenschaften fördere das Experimentieren die Sprachentwicklung, so Jechimer. Denn beim Lesen der Anleitung und beim gegenseitigen Austausch nutzen die Kinder das Mittel der Sprache. Das Seminar unterstützte der Verband Chemische Industrie in Frankfurt. Er spendierte jeder teilnehmenden Kita und Schule eine Experimentierkiste mit 40 Versuchen zu den Themen, Feuer Wasser und Luft.

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