Immanuel-Kant-Schule

Schüler fragen, Bundestagsabgeordnete Stefan Sauer antwortet

Hessenwahl, der Klimawandel, der Dieselskandal und natürlich Merkel. Es gibt viel zu besprechen, wenn man einen Politiker aus Berlin schon mal da hat. Schüler der Immanuel-Kant-Schule treffen auf den CDU-Politiker Stefan Sauer.

Die Tischreihe vor der Bühne der Aula wurde nicht gebraucht. Ebenso wenig die Getränke, die bereitgestellt worden waren. Das Rednerpult mit dem Mikrofon sollte ebenfalls verwaist zwischen den Stuhlreihen bleiben.

Das Treffen von Stefan Sauer, direkt gewählter Bundestagsabgeordneter der CDU des Wahlkreises Groß-Gerau, und rund 100 Schülern des Oberstufenjahrgangs Q1 der Immanuel-Kant-Schule geriet also nicht zu einem starren Frage- und Antwortspiel mit Schülern auf der einen und dem Politiker auf der anderen Seite, sondern vielmehr zu einer lockeren Gesprächsrunde, bei der natürlich auch Fragen gestellt und Antworten gegeben wurden.

Die Schüler und der Bundespolitiker waren gerade erst im September im Rahmen einer Studienfahrt in Berlin zusammengetroffen. Das einstündige Gespräch im Abgeordnetenhaus war aber den Schülern und Sauer zu kurz erschienen. Deshalb versprach der Christdemokrat einen baldigen Besuch an der Schule.

Er habe in Berlin den Eindruck mitgenommen, dass sich die Schüler mit gesellschaftskritischen Themen auseinandersetzen würden, dass sie global denken würden. Beispielsweise hätten sie über Kunststoffmüll diskutiert, aber auch Themen wie Pflegepolitik, was ihre Generation noch gar nicht betreffe. Mit Blick auf die Gesellschaft als Ganzes halte er diese Generation für gut aufgestellt.

Die Vorfreude bei den Schülern auf die zweite Gesprächsrunde ist groß. „Das ist sehr interessant, wenn man Politiker hautnah erleben kann“, findet Felix Herzer. Es sei interessant, das politische Leben Deutschlands aus der Nähe zu erfahren.

Katharina Beemelmann findet es toll, dass jeder Schüler kritische Fragen stellen darf. Bereits in Berlin hätten sie mit Sauer über sehr interessante Dinge geredet.

Die beiden sind 16 Jahre alt. Was halten sie von einem

Wahlrecht ab 16?

Beide beurteilen diese Idee kritisch. Es gebe auch Jugendliche, die sich nicht für Politik interessieren, deshalb sei die Herabsetzung nicht sinnvoll. Die Schüler des Leistungskurses und der drei Grundkurse in Politik und Wirtschaft des Jahrgangs Q1 scheinen sich für Politik zu interessieren. Sie stellten fünf Themen zusammen: Flüchtlingspolitik, Umwelt- und Klimapolitik, Digitalisierung, Innenpolitik und Bildungspolitik.

Die Hessenwahl, der Klimawandel, der Dieselskandal, die Ankündigung von Bundeskanzlerin Angela Merkel, nicht mehr für den CDU-Bundesvorsitz kandidieren zu wollen, die AfD, die Parteienvielfalt, den Föderalismus in der Bildung und sogar der Straßenbau sind einige Aspekte eines breiten Spektrums von Fragen. Ungemütlich wird es für einen Schüler, der von asozialen Flüchtlingen im Bus spricht. Damit punktet er auch bei den Mitschülern nicht. Sauer rät, nicht zu pauschalisieren und Dinge nicht zu vermischen.

Die letzte Frage: Wie stellt er sich die Bundesrepublik 2030 vor? Dass die digitale Welt weiterentwickelt wurde und der ländliche Raum wieder als Wohnort zurückgewonnen wurde, antwortet er. „Es hat mir Freude bereitet, für mich war es klasse“, lautet sein Fazit nach etwas mehr als 90 Minuten. Und wie beurteilen die Schüler das Gespräch? Cynthia Cyron fand es sympathisch, dass Sauer die Fragen ausführlich beantwortete. Konstantin Lutz gefiel es, dass der Politiker die Hintergründe gut erläutert habe.

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