Apps, Roboter und eine Ampel

Schüler des Gustav-Heinemann-Gymnasiums präsentieren Ideen

Was macht eine gute Schule aus? Wo gibt es Probleme und wie können sie mit digitalen und technischen Hilfsmitteln gelöst werden? Das Projekt „Make Your School – Eure Ideenwerkstatt“ gibt Schülern die Chance, ihr schulisches Umfeld mitzugestalten und sich im Programmieren, Tüfteln und Basteln auszuprobieren.

Malte stellt eine App vor, mit der Schüler alle Informationen zu einer Klausur nachlesen können. Sabiha und Aisha haben eine E-ID Card Applikation entwickelt, die die Fehlstunden der Schüler auflistet. Diese und andere Ideen stellten die Schüler zweier 11. Klassen des Oberstufengymnasiums Gustav-Heinemann-Schule (GHS) am Donnerstagnachmittag bei der Abschlusspräsentation des Projekts „Make Your School“ vor.

„Wenn ein Auto auf den Parkplatz fährt, wird es registriert. Ein Zähler hält die Anzahl der Fahrzeuge elektronisch fest. Ist nur noch ein Parkplatz übrig, schaltet die Ampel auf gelb. Ist auch die letzte Park Möglichkeit vergeben, schaltete die Ampel auf Rot“. Eine Gruppe Schülerinnen zeigt anschaulich anhand eines Modells, wie sie diese Idee für den Schulparkplatz der Gustav-Heinemann-Schule entwickelt und technisch umgesetzt hat.

Wie kann man die eigene Schule mit technischen und digitalen

Innovationen

verbessern? Mit dieser Fragestellung haben sich zwei elfte Klassen in der letzten Woche vor den Osterferien unter Überschrift des Projekts „Make Your School – Ideenwerkstatt“ befasst. Am Donnerstag präsentieren die Schüler ihre Ergebnisse in einer Abschlussveranstaltung.

„Die Jugendlichen haben alle Ideen und Konzepte zu Beginn der Ideenwerkstatt selbst entwickelt. Zuerst standen ganz viele Einfälle im Raum, die wir nach und nach auf 20 verschiedenen ,Hacks’ reduziert haben“, erklärt der zuständige Lehrer, Sebastian Wilhelm. „Hack“ stehe dabei für das kreative Tüfteln an und die Problemlösung und schlussendlichen Umsetzung einer Idee.

Um ihre Ideen Wirklichkeit werden zu lassen, konnten die Schüler in den vergangenen Tagen auf das Know-how von Mentorinnen und Mentoren aus Wissenschaft, Informatik und Design zurückgreifen. Zudem standen ihnen Werkzeuge, PCs und Laptops, Sensoren – wie sie von der Schülerinnen-Gruppe bei der Parkplatz-Ampel verbaut wurde – und Microcontroller zur Verfügung.

Ihre Idee, eine E-ID-Card App zur Feststellung und Entschuldigung von Fehlstunden im Unterricht zu entwickeln, setzten Sabiha und Aisha um. Am Donnerstagnachmittag zeigen die beiden Schülerinnen ihr fertiges Produkt – eine App, die über einen QR-Code alle wichtigen Daten – auch zum Schülerausweis – speichert. „Wenn wir uns bei den Lehrern entschuldigen, können sie unsere Fehlstunden mit Hilfe eines Smartphone-Stifts in der App abhaken. So wissen wir immer, wie viele Fehlstunden wir angesammelt haben und was noch nicht entschuldigt ist“, so Sabiha.

Mohammed, Tom und Younis haben sich eine mittels Sensoren gesteuerte Apparatur ausgedacht, mit der die Anwesenheit der Schüler über einen Chip-Code registriert werden kann. Mohammed führt bei der Abschlussveranstaltung vor, wie das System funktioniert. „Hält man der Chip-Code an den Sensor, gibt es einen kurzen Piepton. Kommt jemand zu spät, gibt es einen langen, lauteren Ton“. Als der Schüler das Zuspätkommen demonstriert, ist der Ton derart laut, dass alle auflachen. Überhaupt sind die Gäste von den Ideen begeistert.

Gefördert wird das Projekt „Make Your School“ von „Wissenschaft im Dialog“ und der Klaus-Tschira-Stiftung. Ziel des Projekts, das die Schule bereits im zweiten Jahr anbietet, ist es, die digitale Bildung der Jugendlichen zu verbessern. Zudem soll die Fähigkeit gefördert werden, Problemstellungen zu identifizieren und eigene Lösungswege mit Hilfe der neuesten Technologie zu entwickeln. Und die Technische Universität (TU) Braunschweig begleitet und evaluiert das Ganze außerdem wissenschaftlich.

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