"Es geht um Chancengleichheit": Schüler im Präsenzunterricht. foto: dpa
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"Es geht um Chancengleichheit": Schüler im Präsenzunterricht.

Bildung

Schulsozialarbeit soll ausgebaut werden

  • Stella Lorenz
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Zusätzliche Stellen geplant - Mehr Gleichbehandlung für alle Schulformen

Rüsselsheim -Schulsozialarbeit soll in Rüsselsheim an allen Schulformen geleistet werden und sich an der Schülerzahl orientieren - das schlägt der Magistrat auf Antrag der Grünen vor.

Von 2022 an sind dafür 6,59 neue Vollzeitstellen an Grund- und Förderschulen geplant, von 2023 an dann auch 4,42 neue Stellen an Gesamtschulen und Gymnasien. Die Personalkosten sollen entsprechend angehoben werden, zwei zusätzliche Stellen sollen sich um Fachkoordination und Sachbearbeitung kümmern.

Weiterhin soll die Personalbemessung anhand der Schülerzahlen ausgerichtet werden. Damit würden die gleichen Standards wie an den Kreis-Schulen eingeführt. Maria Schmitz-Henkes (Grüne) bezeichntete dies im Sozialausschuss am Montagabend als einen wichtigen Schritt.

"Es geht um Chancengleicheit und Chancengerechtigkeit." Vor allem in Pandemie-Zeiten habe sich gezeigt, dass die Schulsozialarbeit dringlich gebraucht werde - auch an Gymnasien, so Schmitz-Henkes.

Wilfried Hauf (SPD) sah das ähnlich. "Das wird notwendiger sein als je zuvor. Es ist von essenzieller Bedeutung, dass die Standards stimmen und abgeglichen sind", sagte er. Auch die CDU-Fraktion sprach ihr Wohlwollen gegenüber der Vorlage aus: "Chancengleichheit ist ein hohes Gut. Wir dürfen nicht hinterherhängen", so Matthias Metz (CDU). Die WsR beantragte hingegen Beratungsbedarf. "Das Gießkannenprinzip finde ich nicht in Ordnung", so Hélène Schunk (WsR). Vielmehr sei individuell zu prüfen, wo wie viele Sozialarbeiter benötigt würden, statt dies von der Schülerzahl abhängig zu machen. Bürgermeister Dennis Grieser (Grüne) betonte, dass die schülerzahlabhängige Zuteilung "absolut praktiable und angemessen" sei, eine Feinjustierung ergebe wenig Sinn, wenn Gerechtigkeit hergestellt werden soll. Weiterhin wollte die WsR im Kultur-, Schul- und Sportausschuss am Dienstagabend zur gleichen Drucksache wissen, ob die zusätzlichen Stellen nicht auch weiterhin nur mit den vorhandenen Sachbearbeitern in der Verwaltung betreut werden könnten. Dies sei mitnichten der Fall. "Eine Verdopplung der Sozialarbeiterstellen kann nicht mit dem vorhandenen Personal geleistet werden", sagte Grieser.

Die SPD war ebenfalls dieser Meinung. Für Olaf Kleinböhl war im Kulturausschuss der Beratungsbedarf der WsR demnach "nicht nachvollziehbar", zumal seit Anfang des Jahrtausends ein Konzept zur erfolgreichen Schulsozialarbeit disktuiert wird.

Ein Signal für Anerkennung

Dennis Grieser stellte weiterhin klar, dass es sich nicht um eine "Corona-Vorlage" handele, die Schüler aber dennoch "ein hohes Maß an Solidarität den Älteren gegenüber gezeigt" hätten.

Die Schulen trügen eine große Last. Der Beschluss käme in diesem Fall einem Signal für die Anerkennung der Flexibilität von Eltern und Schülern gleich.

Roland Lobenstein, Vorsitzender des Stadtschulelternbeirats, begrüßte die Vorlage als "langfristig, fair und planbar".

Die Entscheidung fällt aufgrund des Beratungsbedarfs erst in der kommenden Stadtverordnetenversammlung am Donnerstag, 20. Mai. lor

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