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Der Ausbildungsverbund Metall hat seinen Bericht für 2016 / 17 zum Thema Schulsozialarbeit vorgelegt.

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Schulsozialarbeit umstrukturiert

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Seit 1. Januar liegt die Schulsozialarbeit in städtischer Hand. Der bisherige Träger, der Ausbildungsverbund Metall, gibt mit dem Bericht 2016 / 17 interessante Einblicke in seine Arbeit.

Die Schulsozialarbeit ist in den vergangenen Jahren zu einem wichtigen Bestandteil des täglichen Lernens an deutschen Schulen geworden. Durch Gruppenarbeiten, präventive Angebote, Beratung von Schülern, Lehrern und Eltern sowie Einzelfallhilfe bei verhaltensauffälligen Jugendlichen sollen die Fähigkeiten und Kompetenzen der Schüler gefördert werden.

An Rüsselsheimer Grundschulen und weiterführenden Schulen arbeiten zurzeit insgesamt elf Fachkräfte (davon acht Sozialarbeiterinnen und drei Sozialarbeiter), heißt es im Sachstandsbericht des Ausbildungsverbunds Metall (AVM). Das kostete die Stadt 2016 rund 590 000 Euro. Fünf Jahre zuvor waren es noch 579 000 Euro gewesen. Die Ausgaben könnten weiter steigen. Denn nachdem die Stadt den Vertrag zur Schulsozialarbeit mit dem bisherigen Träger AVM gekündigt hat, werden die Angestellten nicht mehr nach dem Kommunalen Tarifvertrag des öffentlichen Dienstes, sondern nach dem Tarifvertrag zum Sozial- und Erziehungsdienst bezahlt, was für sie eine höhere Vergütung bedeutet, erklärt Anja Kunz vom AVM.

Seit 1. Januar ist die Stadt Rüsselsheim neben der Schulsozialarbeit an den Grundschulen auch für die an den weiterführenden Schulen verantwortlich. Grund für den Wechsel ist der Wunsch der Stadtverordneten, gleiche Standards an allen Schulen zu gewährleisten sowie doppelte Strukturen und Kosten zu vermeiden. Die Stadt übernahm alle Fachkräfte des AVM. „Der Übergang gestaltete sich absolut reibungslos“, bestätigt Kunz.

Im Jahr 2016 schlägt zum ersten Mal die neu eröffnete Sophie-Opel-Schule (SOS) mit rund 13 600 Euro zu Buche. Neue Stellen wurden keine geschaffen, lediglich die Arbeitsstunden der Sozialarbeiter umverteilt. Da an der Friedrich-Ebert- und Parkschule die Schülerzahlen zurückgingen, leisten zwei Sozialarbeiter einen Teil ihrer Stunden an der SOS. Die Schulsozialarbeit weitete der AVM auch an der Alexander-von-Humboldt-Schule aufgrund gestiegener Schülerzahlen aus; die Jahrgänge sind dort sechszügig geworden. Kunz freut sich, dass die Stadt die bisherigen Stellen erhält. Wünschenswert wäre es, Schulsozialarbeiter auch an den Gymnasien einzusetzen, aber dafür sieht die AVM-Mitarbeiterin wegen der schwierigen Haushaltslage.mittelfristig keine Chance.

Umso erfreulicher seien die vielseitigen Kooperationen mit diversen Vereinen und Organisationen. Die Schulleitungen und Sozialpädagogen arbeiteten laut Bericht bei themenspezifischen Projekttagen eng mit Pro Familia, Wildwasser und Caritas-Beratungsstellen zusammen. Manche Sport- und Kulturvereine erklärten sich des Weiteren bereit, nachmittags Arbeitsgemeinschaften für die Schüler anzubieten.

Zu den häufigsten Aufgaben der Schulsozialarbeiter gehört laut Bericht des AVM die Begleitung der Schüler im Unterricht. Dabei stehen der Erwerb sozialer Kompetenz und die Stärkung von Fähigkeiten im Umgang miteinander im Vordergrund. Nachmittagsangebote und AGs stehen an zweiter Stelle, gefolgt von Elterngesprächen. Projekttage und Klassenkonferenzen machen nur einen kleinen Teil der Tätigkeit aus.

Die Projektthemen, mit denen sich die Schüler auseinandersetzen, sind vielfältig. Von Klassengemeinschaft, Anti-Mobbing über Umgang mit dem Internet bis Geschlechterrollen. Das Programm entwickele in der Regel das Schulleitungsteam im Gespräch mit den Sozialarbeitern je nach den Bedürfnissen der Schüler, so Kunz. Neben zeitlich begrenzten Projekten, bieten die Schulen AGs an. Gefragt sind kreative Nachmittagsangebote, aber auch Sport und Sozialkompetenztrainings.

Die Schulsozialarbeiter kommen nicht nur in den Klassen zum Einsatz, sie beraten auch einzelne Schüler, die im Unterricht oder den Pausen auffällig werden. 2016 / 2017 unterstützten die Schulsozialarbeiter insgesamt 228 Schüler, davon 122 Jungen und 106 Mädchen. Im Bericht ist von grenzüberschreitendem, auffälligem sowie aggressivem und impulsivem Verhalten sowie psychisch bedingten Auffälligkeiten wie Aufmerksamkeitsdefizitstörung (ADS) oder Hyperaktivität (ADHS) die Rede, die von familiären Schwierigkeiten herrührten. Benötigen die Schüler weitreichendere Beratung, vermitteln die Schulsozialarbeiter zu therapeutischen Einrichtungen, führt der Bericht aus. So fungieren sie als Bindeglied zwischen Schüler, Elternhaus, Schule und den Fachstellen der Jugendhilfe.

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