Doris Hopf, Gerhard Hopf und Oberbürgermeister Udo Bausch (von links) taufen das neue Schlauchboot der DLRG Rüsselsheim auf den Namen "Barrakuda" FOTO: Rüdiger Koslowski
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Doris Hopf, Gerhard Hopf und Oberbürgermeister Udo Bausch (von links) taufen das neue Schlauchboot der DLRG Rüsselsheim auf den Namen "Barrakuda"

Ehrenamt

Sektdusche für die "Barrakuda"

DLRG tauft ihr neues Schlauchboot und vergibt Ehrenabzeichen in Gold an Gerhard Hopf

Rüsselsheim -Eine Bootstaufe mit der höchsten Ehrung eines Ehrenamtlers zu verbinden, dies gelang der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) Rüsselsheim am Freitagabend. Das Boot wird den Lebensrettern noch viele wertvolle Stunden dienen; Gerhard Hopf, der mit dem Ehrenabzeichen in Gold mit Brillanten ausgezeichnet wurde, leistete für die DLRG schon viele ehrenamtliche Stunden, möchte dies aber auch in Zukunft machen.

Er erhielt das Abzeichen aus den Händen des Landesverbandspräsidenten, Michael Hohmann, für sein langjähriges ehrenamtliches Engagement. Klar, dass er auch das neue Boot gemeinsam mit seiner Frau Doris und Oberbürgermeister Udo Bausch (parteilos) auf den Namen "Barrakuda" taufen durfte.

Aber Sascha Spengler, der Vorsitzende des DLRG-Bezirks Rüsselsheim, riet zur Vorsicht. Eine Sektflasche sollten sie nicht am Bug des Bootes zerschellen lassen, handelt es sich bei der "Barrakuda" doch um ein Schlauchboot. Deshalb füllte Petra Jung, die stellvertretende Bezirksvorsitzende, lieber drei Gläser - und die drei Täufer begossen das Boot mit dem Schaumwein.

Sinnvoll bei der Strömungsrettung

Damit wurde es endlich einmal nass, denn das Boot wurde nicht am Waldschwimmbad, sondern am DLRG-Stützpunkt in der Weinbergstraße getauft. Dort hatten sich rund 50 Gäste eingefunden. Spengler freute sich über die große Runde nach der langen Pause. Der Impffortschritt und die 3G-Regelung erlaubten es, die Bootstaufe mit dieser großen Anzahl Gäste zu feiern.

Es sei ein ganz besonderer Anlass, denn die jüngste Bootstaufe liege bereits 20 Jahre zurück. Sogar die Kirchenglocken verliehen dem Anlass mit ihrem minutenlangen Geläut einen würdigen Anstrich.

Die DLRG habe festgestellt, dass die "Pelikan" ein nicht mehr zeitgemäßes Boot sei, so Jan Klemm, der Beauftragte für den Bereich Boot. Denn die DLRG leiste inzwischen auch Strömungsrettung und Nachteinsätze. Dafür reiche das alte Boot, das bereits verkauft wurde, nicht mehr aus.

Das neue Begleitboot kann in der allgemeinen Gefahrenabwehr, für den Katastrophenschutz und wegen seines recht geringen Tiefgangs eben auch bei Strömungen eingesetzt werden. Der Clou sind ein Live-Echolot und das "Side Scan Sonar". Primäre Aufgaben seien die Ortung von Personen und Gegenständen unter Wasser mittels hochauflösender Sonartechnik sowie die Unterstützung der Strömungsretter bei der ufernahen Suche, so Spengler.

Das Modell Patrol 500 vom Hersteller Highfield mit einem 70-PS-Außenbordmotor kann acht Personen aufnehmen und hat einen 90 Liter fassenden Tank. Das neue Boot hatte die DLRG Rüsselsheim mit eigenen Mitteln und einem Zuschuss des Bundesverbandes finanziert.

Spengler wies auf die Bedeutung der Ausrüstung für die DLRG hin. Mit Blick auf die Hochwasserkatastrophe in Westdeutschland und die überfluteten Gebiete machte er auf die Anforderungen des Katastrophenschutzes aufmerksam. Der DLRG stehen drei Boote zur Verfügung. Udo Bausch wusste, von was der Bezirksvorsitzende sprach. Er gehöre selbst seit den 1970er Jahren zum THW. "Ich weiß, was es heißt, gutes Material zu haben", sagte der Oberbürgermeister. Man müsse mit der richtigen Ausrüstung auf die Katastrophen vorbereitet sein. "Wir brauchen die DLRG und werden sie weiterhin unterstützen", versicherte Bausch.

Für Landesverbandspräsident Hohmann war es die dritte Bootstaufe innerhalb weniger Tage. Er dankte dem Oberbürgermeister, dass Rüsselsheim der DRLG das Hallenbad zur Verfügung stelle. Er bat, das Bad weiterhin offen zu halten, denn es sei die Keimzelle für die Ausbildung. Durch Corona und den Lockdown habe sich die Zahl der Nichtschwimmer in diesem Jahr in Hessen um 75 000 Personen erhöht.

Der dienstälteste und erfahrenste Bootsführer sei übrigens Gerhard Hopf, so Spengler. Er habe den Führerschein 1998 erworben und zudem sicher rund 1000 Kindern das Schwimmen beigebracht, das sei eine enorme Leistung. Aktuell leitet er die Wassergymnastik für Senioren an.

Unermüdlicher Einsatz

"Ob ich die Auszeichnung verdient habe, kann ich nicht sagen", meinte der Geehrte. Er habe probiert, seine Freizeit in den Dienst der DLRG zu stellen, und werde versuchen, dies auch weiterhin zu tun, sagte der 85-Jährige.

Im Rahmen der Bootstaufe wurden zudem für langjährigen aktiven Einsatz geehrt: Friedbert Lorenz (40 Jahre), Jens Heger (20 Jahre), Pascal Stadler und Ioannis Alexandrakis (zehn Jahre). Für langjährige Mitgliedschaft wurden gewürdigt: Peter Münch, Ute Feldmann, Günter Hock, Carsten Brust (50 Jahre) und Georg Ranly, Olaf Schnückel (40 Jahre). Rüdiger Koslowski

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