+
Mit diesem Logo werben die Stadtwerke für den Quartier-Wettbewerb.

Rüsselsheimer Stadtwerke

Auf dem Weg zur Smart City

Die Rüsselsheimer Stadtwerke wollen ein Wohnquartier mit modernster technischer Infrastruktur ausstatten. Doch welches Quartier kommt in den Genuss?

Um in der Zukunft zu landen, reicht es längst nicht mehr aus, nur Körper und Geist gegen die Zumutungen des Alltags zu wappnen. Man benötigt mindestens auch ein Smartphone, mit dem man den Kühlschrank steuern, den Ofen anfeuern und mit den Freunden in Übersee kommunizieren kann. Damit das auch in Rüsselsheim zukünftig reibungslos funktioniert, wollen die Stadtwerke die Daten-Infrastruktur in der Stadt entsprechend ausbauen. Dazu kommt ein Forschungsprojekt gerade recht, das von den Stadtwerken nach rund einjähriger Vorbereitung an den Main gelotst wurde und nun umgesetzt werden soll. Das auf zunächst drei Jahre angelegte Projekt trägt den Titel „Quartier der Zukunft“. Entwickelt werden soll es entweder in der Böllenseesiedlung, im Dicken Busch I oder in Haßloch-Nord. Diese drei Quartiere seien aufgrund ihrer Struktur als am besten geeignet eingestuft worden.

Die Bewohner dieser drei Bezirke können bis zum 7. Juni an einer von den Stadtwerken durchgeführten Umfrage teilnehmen. Das Quartier mit dem größten Interesse der Bewohner erhält den Zuschlag.

Doch um was geht es hier eigentlich? Mit einem vom Bundesministerium für Wirtschaft und Forschung ausgelobten Forschungsvorhaben wollen die Stadtwerke das sogenannte Quartier der Zukunft entwickeln. „Die angebotenen Dienste sollen das Leben leichter machen“, heißt es bei der Projektvorstellung. So sollen die Angebote etwa bei der Parkplatzsuche helfen oder konkrete und individuelle Hinweise auf Energieeinsparung geben. Ein sogenanntes Quartiernetzwerk soll zudem eingeführt werden, in welchem sich Nachbarn austauschen können. „Darüber hinaus wird es allgemein zugängliche Verbesserungen geben, etwa ein öffentliches WLAN und eine Ladesäule für Elektromobilität“, heißt es weiter.

Laut Stadtwerke-Chef Hans-Peter Scheerer sei die Entwicklung eines pragmatischen und nutzerorientierten IT-Systems das Ziel der Forschung. Ein Fachbeirat soll zur Auswertung gegründet werden, zudem soll den Anwohnern die Möglichkeit zur Mitsprache und Beteiligung eingeräumt sowie Fortbildungsprogramme angeboten werden. Die Stadtwerke installieren die für das Vorhaben erforderliche Technik, die auch nach Projektabschluss erhalten bleiben soll. Dazu wird jeder teilnehmende Haushalt mit einem Tabletcomputer oder einem ähnlichen Gerät ausgestattet. „Das Beste für die Anwohner aus dem Quartier der Zukunft: Für sie sind alle Dienste und die dazu erforderlichen technischen Voraussetzungen während der Projektzeit kostenfrei“, sagt Hans-Peter Scheerer.

Die Teilnahme für jeden Anwohner im Quartier ist freiwillig. „Jeder entscheidet selbst, ob und welche Dienste er in Anspruch nimmt.“ Jene erhobenen Daten werden jedoch nicht nur genutzt, um das Leben der Quartierbewohner besser zu machen. „Wir verdienen mit dem Projekt kein Geld“, sagt Scheerer. Doch habe man die Hoffnung, dass sich Geschäftsfelder entwickeln lassen.

Insgesamt werden rund 3,8 Millionen Euro während der Projektlaufzeit investiert, die Stadtwerke Rüsselsheim geben zudem rund 450 000 Euro für das Vorhaben aus. Als Infrastrukturdienstleister möchten die Stadtwerke, die ohnehin schon für das Glasfasernetz in der Stadt verantwortlich sind, schließlich auch an den Diensten und Geschäftsfeldern partizipieren, die mit einer sogenannten Smart City verbunden sind.

Oberbürgermeister Udo Bausch (parteilos) lobt das Engagement der Stadtwerke: „Das ist eine riesige Chance für Rüsselsheim.“ Die Lebensqualität lasse sich so steigern, zudem würde dieses Projekt den Immobilien-Standort Rüsselsheim stärken. „Ich würde selbst gerne in dem teilnehmenden Quartier wohnen“, so Udo Bausch.

Am Dienstag, 22. Mai, wird es um 19 Uhr eine Bürger-Info in der Stadthalle geben, anschließend beginnt die Online-Umfrage, bei der die Bürger ihr Interesse bekunden können.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare