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Der Rüsselsheimer Felix Keitel gilt als eines der größten deutschen Talente im Fahrrad-Trail. Auch er fährt um die Meisterschaft.

Meisterschaften im Fahrrad-Trial auf dem Hessentag

Ein Spektakel auf zwei Rädern

Fahrrad-Hüpfer sagen die einen, Künstler auf zwei Rädern sagen die anderen. Auf dem Hessentag wird der Nischensport vor großem Publikum präsentiert.

Wozu denn einen Sattel, wenn man doch zwei Pedale zum Stehen hat? Beim Fahrrad-Trial geht’s schließlich nicht ums Radfahren, sondern um komplizierte Sprünge und spektakuläre Tricks. Da gibt’s waghalsige Loopings und beeindruckende Balance-Akte auf dem Hinterrad. Ans Sitzen ist da sowieso nicht zu denken.

Der Sport ist zwar nicht olympisch, trotzdem ist er eine der derzeit angesagtesten Trendsportarten in Deutschland. Auf dem Hessentag in Rüsselsheim wird der Fahrrad-Trial nun auf großer Bühne präsentiert. Am Mainvorland wird dazu ein umfangreicher und abenteuerlicher Parcours errichtet.

Einen gewissen Anspruch muss der Parcours haben, sollen während des Landesfestes doch unter anderem Hessen- und Deutsche Meisterschaften im Fahrrad-Trial in Rüsselsheim ausgetragen werden. So finden am 10. und 11. Juni am Mainvorland die Deutschen Meisterschaften in der Kategorie 20 Zoll statt, am 17. Juni die Deutschen Meisterschaften in der Kategorie 26 Zoll, dazu am 18. Juni die Hessenmeisterschaften und ein Lauf zur Norddeutschen Meisterschaft in beiden Kategorien. Insgesamt nehmen nach ersten Schätzungen 80 Fahrer pro Wettbewerb teil. Und wie man von den Veranstaltern hört, ist die Austragung einer solchen Meisterschaft vor solch einem großen Publikum ein Novum.

Trial-Spezialist Markus Erlenbach aus Waldems kümmert sich federführend um die Veranstaltung und die Konzeption des Parcours. Ende des Monats werden dazu gewaltige Baumstämme in Rüsselsheim angeliefert. „Da sind zum Beispiel sehr große Pappeln dabei“, sagt Erlenbach. „Die haben einen Durchmesser von 1,20 bis 1,80 Meter.“ Nach Ostern werden diese wuchtigen Stämme mit schwerem Gerät zu einem komplizierten Hindernisparcours aufgestellt, damit die Trail-Fahrer ihre Tricks zeigen können.

„Die Sportart ist sehr spektakulär, doch fristet sie leider noch ein Nischendasein“, sagt der Hessentag-Beauftragte Christian Vogt. Seit September 2015 habe man über den Trial-Auftritt beim Landesfest gesprochen. Bald war klar: „Wir ziehen das durch.“ Argumente gab es viele: So kommt etwa Felix Keitel, einer der talentiertesten deutschen Trial-Fahrer aus Rüsselsheim. Zum anderen ist die Sportart ein großer Publikumsmagnet: „Am Parcour werden jeden Tag sehr viele Menschen vorbei laufen, dazu wird es am ersten Wochenende auch eine Bühne mit DJ und Moderatoren geben“, sagt Harald Schenk vom Sportbund.

Und wie beeindruckend dieser Sport ist, das zeigte der 14-jährige Lucas Voetz aus Idstein beim Pressetreffen am Mainvorland. Ratzfatz steht Lucas auf dem Hinterrad des Kunstrads, dann balanciert er freihändig, macht hohe Sprünge.

Neben den Trial-Spezialisten können sich während des Hessentags auch Amateure in der Sportart ausprobieren. Unter der Woche ist das Gelände für Neugierige geöffnet. Entsprechende Räder werden gestellt, dazu wird es auch vereinzelt Tipps der Profis geben. „Da kann man mal ausprobieren und gucken, ob einem die Sportart gefällt“, so Markus Erlenbach. Viele Leute sind daran interessiert, wie man mit seinem Mountainbike etwa mit Hindernissen im Wald umgehen kann“, sagt Markus Erlenbach.

Weitere Informationen rund um das Trial-Programm auf dem Hessentag gibt es ab Ostern auf der Internetseite DM2017.Fahrradtrial.de.

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