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Die „Spicys“ wirbeln über das Parkett

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Sonja Schmidt (vorne), in Nauheim besser bekannt als Sonja Kühnl, trainiert die ?Spicys?.
Sonja Schmidt (vorne), in Nauheim besser bekannt als Sonja Kühnl, trainiert die ?Spicys?. © ( Rainer Beutel)

Wer während ihres Probetanzes auf der Bühne steht, fühlt die Wucht körperlich: Die Bretter beben im Rhythmus synchroner Sprünge, das Donnern schallt durch die Halle, und die „Spicys“ lächeln, als hüteten sie ein Baby anstatt sich auf den Saisonhöhepunkt vorzubereiten.

Die Tanzsportformation „Spicys“ der Sport- und Kulturvereinigung (SKV) strebt einem doppelten Finale entgegen: Am Samstag, 14. April, veranstaltet der Hessische Verband für Garde- und Schautanzsport die zweitägige Landesmeisterschaft in Neu Isenburg. Ein Muss für die „Spicys“, die noch einen drauf setzen: Eine Woche später organisieren sie in der SKV-Halle erstmals seit Jahren wieder ihre Tanzgala, die wegen mangelnder Brandschutzvorkehrungen für Großveranstaltungen nicht zugänglich war.

„Es ist zweifellos unser Höhepunkt“, sagt Sonja Schmidt. Die Nauheimer kennen sie als Sonja Kühnl, nicht weil sie die Tochter des früheren Gemeindebrandinspektors ist, sondern ob ihrer berauschenden Soli als Schautanz- und Gardemädchen. Was wurde sie gefeiert und bejubelt, doch nun tritt sie kürzer, ist verheiratet und achtet als Trainerin darauf, dass es bei den „Spicys“ so rund läuft wie einst bei eigenen Choreografien.

Figuren zeigen

Beispiel gefällig? Flugs hüpft die 28-Jährige zu den „Spicys“ auf die Bühne, um ihnen vier, fünf Figuren zu zeigen. Nur einmal macht sie die Abfolge vor, schon sitzt die Sequenz bei fast allen wie eine Eins. Gleich darauf noch ein Tanz, nur für das Foto. Kein Thema, Sonja Schmidt wirbelt mit ihrer Gruppe übers Parkett, als hätte sie niemals pausiert. Sie hat das einfach im Blut.

Die Powerfrau erklärt, dass Training und Auftritte fast ein Jahr lang auf dieses Saisonfinale hinausliefen. Da passe es, den Fans Zuhause unmittelbar nach der Hessenmeisterschaft alles vorzuführen, was einstudiert wurde. „Es gibt bei unserer Gala die Turniertänze zu sehen, eine Reihe von extra Tänzen und einige Höhepunkte wie das Garde-Medley, die Eröffnung und den Abschluss“, betont Schmidt.

Große Vorfreude

Sind die Jugendlichen und jungen Frauen deshalb angespannt? „Naja“, sagt die Trainerin, „Angst haben wir keine, aber eine gewisse Nervosität und Aufregung macht sich schon breit. Aber auch eine große Vorfreude.“ Dabei kennen die Akteure ihre Stücke in- und auswendig.

Schon bei der Liedauswahl, die lange Zeit vor dem Training vorgenommen wird, kann die Gruppe mitwirken, sich einbringen, Vorschläge für Lieblingssongs machen. Irgendwann aber müsse dann entschieden werden, sagt Schmidt, denn „bei 20 Mädels gibt es sonst kein Ende“. Die Entscheidung richte sich nicht danach, welcher Song gerade hip ist, sondern ob Melodie und Rhythmus zweckentsprechend sind und zu einem Thema passen.

Das gilt ebenso für die Jüngeren und Jüngsten der „Spicys“. Der Nachwuchs der mittlerweile 170 Mitglieder der SKV-Sparte bekommt erstmals eine eigene Gala, die vom Auftritt der Älteren am Samstag ausgegliedert wurde. Damit wollen die Organisatoren den zu erwartenden Andrang aller Muttis, Papas und Großeltern etwas kanalisieren. Dann wird es in der SKV-Halle zwar etwas seltener donnern, dafür umso putziger zugehen.

Die Tanzgala beginnt am Samstag, 21. April, um 19.30 Uhr. Die Kidsgala, ebenfalls in der SKV-Halle, ist für Sonntag, 22. April, von 14 Uhr an terminiert. Die Hessenmeisterschaft, an der die „Spicys“ mit mehreren Formationen teilnehmen, startet am Samstag, 14. April, um 8 Uhr in der Neu Isenburger Hugenottenhalle und wird tags darauf mit der Hauptklasse als Höhepunkt fortgesetzt. Die Veranstalter melden, dass der Wettkampf ausverkauft sei, selbst die Wartelisten für Eintrittskarten seien riesengroß.

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