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Renate Gotthold hilft Fabian Graf vor der Nikolaus-Aktion der Handballer.

Aktion für Kinder

Sportlicher Nikolaus bei der Anprobe

Bei den Handballern gibt es nicht nur einen Nikolaus und einen Knecht Ruprecht, sondern jeweils fünf. Am 6. Dezember ziehen sie los und besuchen Familien mit Kindern. Manchmal passt nicht alles in ihren Sack.

Für die Handballer des Turnvereins steht am kommenden Mittwoch, 6. Dezember, ein besonderes „Training“ an. Zehn Spieler verkleiden sich als Nikolaus und Knecht Ruprecht, um abends mit kräftigem „Ho! Ho! Ho!“ an die Türen von Familien zu pochen, die sie bestellt haben. Fabian Graf ist einer von ihnen. Der 37 Jahre alte Handballer macht nun schon zum 19. Mal bei der Nikolaus-Aktion mit. Bei Renate Gotthold, die den Service organisiert hat, schlüpft er wenige Tage zuvor probeweise in seinen roten Mantel. Der passt gut, und der weiße Bart steht ihm ebenfalls prächtig.

Renate Gotthold lacht. Sie kennt das. Seit mehr als 20 Jahren kümmert sie sich darum, dass Kinder vom Nikolaus besucht werden. „Seit mindestens 40 Jahren schon“ gönnen sich die Handballer diesen Spaß, mit dem sie ihre Vereinskasse aufbessern. „Der Obolus, den die Eltern zahlen, wird für die Jugendmannschaften verwendet“, betont Gotthold.

Fabian Graf hat als Nikolaus schon allerhand erlebt. Die Zahl der Geschenke nehme immer mehr zu, bemerkt er. Bisweilen stellt ihn das vor Probleme. „Ein Fahrrad passt eben nicht in meinen Sack“, erklärt er. Mit Knecht Ruprecht müsse er dann improvisieren. Auch wenn bei seiner abendlichen Rundreise etwas durcheinander kommen sollte und er nicht genau weiß, welches Kind er vor sich hat.

So etwas sei möglich, komme aber selten vor, erzählt er. Wahrscheinlich wurde dann der Zettel verwechselt, den die beiden von den Eltern bekommen. „Schuld ist logischerweise immer Knecht Ruprecht“, versichert der Nikolaus. Den Zettel versteckt er übrigens in seinem goldenen Buch, so dass die Kinder davon nichts merken und sich wundern, woher der Weißbärtige alles über sie weiß. Renate Gotthold bittet bei der Anmeldung, dass Eltern notieren, ob Tochter oder Sohn artig waren, immer brav gelernt haben oder eher allen Grund haben sollten, vor dem hohen Besuch zu kuschen.

Streng ist Fabian Graf nicht, vielmehr hat er selbst jede Menge Spaß bei der Überraschung. Einen rebellischen Sprössling hatte er noch nicht vor sich. Von seinen früheren Stippvisiten weiß er, dass die Kleinen Respekt haben. Sind es allerdings mehrere, die gemeinsam auf ihn warten, sei schon mal einer dabei, der den Kasper macht.

Längst überreichen die zehn Nikoläuse und Knecht Ruprechte nicht nur Süßigkeiten und Obst, weiß Renate Gotthold. „Heute hat der 6. Dezember Event-Charakter“, sagt sie. Egal – für die Handballer des Nauheimer Turnvereins sei es wichtig, den Kindern eine Freude zu bereiten und die Tradition fortzusetzen. Und wie war das früher bei Fabian Graf? Er erinnert sich, dass er mit 16, 17 Jahren „immer noch nachts den Stiefel rausgestellt hat“. Klar wusste er längst Bescheid. Sonst wäre der Nikolaus, na ja, doch eher seine Mutter enttäuscht gewesen.

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