Der SV 07 mit seinem Vorsitzendem Oualid Mokhtari und der FC Raunheim mit Jugendleiterin Carmen Renneisen, die auch Jugendleiterin der Jugendspielgemeinschaft ist, kommen zusammen.
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Der SV 07 mit seinem Vorsitzendem Oualid Mokhtari und der FC Raunheim mit Jugendleiterin Carmen Renneisen, die auch Jugendleiterin der Jugendspielgemeinschaft ist, kommen zusammen.

Kräfte bündeln statt Steine in den Weg legen

Sportverein 07 und FC Raunheim beschließen „Fusion light“

Der SV 07 und der FC Raunheim wollen zusammengehen. Dafür löst sich der Fußball-Club auf. Beide Vereine blicken positiv und mit viel Ehrgeiz in die gemeinsame Zukunft.

Der SV 07 Raunheim hat bei seiner Hauptversammlung den Weg für eine Aufnahme des FC Raunheim bereitet. Von einer richtigen Fusion sehen die beiden Vereine ab. Vielmehr wird sich der FC auflösen, die Mitglieder wechseln zum SV 07. Der Sportverein hat bereits am Samstag die Aufnahme der Mitglieder des Nachbarvereins einstimmig beschlossen.

2004 gegründet

Der Beschluss des FC stand am Sonntagabend bei einer Mitgliederversammlung an, den sie ebenfalls positiv beschieden. Die Geschichte des Fußball-Clubs geht bis 2004 zurück. Er wurde von 25 Deutschen, Marokkanern, Türken, Italienern und Spaniern gegründet. Vorsitzender war damals Stephan Stähler, der jetzt zweiter Vorsitzender beim SV 07 ist.

Der Hessische Fußball-Verband sieht die „Fusion light“ vor, erklärte Kassierer Kenan Yildirim vor 57 anwesenden Mitgliedern. Zu einer Verschmelzung rate der Verband nur, wenn die Vereine große Sach- und Vermögenswerte einbringen. „In diesem Fall löst sich aber ein Verein auf, und es wechseln die Mitglieder zum anderen Verein“, erläuterte Yildirim den Unterschied.

Der Name bleibt

Diether Weigandt, ein alter Weggefährte des SV 07, wollte allerdings sicher gehen, dass der Name des 1907 gegründeten Sportvereins erhalten bleibt. „Der Name wird sich nicht ändern. SV 07 bleibt. Hier geht es nur um die Aufnahme der Spieler“, versicherte Beisitzer Tuncay Seven. Er machte zudem darauf aufmerksam, dass die beiden Vereine seit über einem Jahr an dem Zusammenschluss arbeiteten und den Prozess abgestimmt hätten. Auch der Hessische Fußball-Verband habe das Projekt beratend begleitet.

Viele Spieler lernten das Kicken beim SV 07 und verbrachten beim Verein auch ihre Jugendjahre, hieß es aus Kreisen des FC Raunheim. Damit wurde betont, dass es keine Ressentiments gegen einen Wechsel gibt. Carmen Renneisen, die Leiterin der Jugendspielgemeinschaft beider Vereine und Jugendleiterin des FC Raunheim, rechnete jedenfalls nicht mit einem negativen Beschluss bei der Versammlung des FC.

Mit dem Zusammenschluss zählt der frühere Oberligist dann rund 500 Mitglieder. 210 davon bringt er selbst ein. Er steuert eine, der FC Raunheim zwei aktive Mannschaften bei, die dann in der Kreisliga A, B und C spielen. Zudem trainieren 15 Mannschaften bei der Jugendspielgemeinschaft.

Kräfte bündeln

Mit der Aufnahme des FC Raunheim soll die Tradition des SV 07 als starker Verein wieder aufleben, erklärte Kenan Yildirim. Mit der hohen Mitgliederzahl sei eine finanzielle Stabilität gewährleistet. „Mit dem Zusammenschluss haben wir eine gesunde finanzielle Grundlage“, betonte er.

„Raunheim soll als Fußballstadt erstarken“, warb der Kassierer vor der Abstimmung um Zustimmung. Ein gegenseitiges Abwerben der Spieler könne damit unterbunden, Kräfte stattdessen gebündelt werden. Als negatives Beispiel nannte er Rüsselsheim mit seinen zahlreichen Fußballvereinen. „Wir wollen uns nicht gegenseitig torpedieren, sondern gemeinsam wachsen“, nannte er das Ziel.

Um dem gewachsenen Verein und der neuen Größenordnung auch im Vorstand gerecht zu werden, änderte der SV 07 die Satzung und erhöhte die Zahl der Beisitzer auf sechs Personen.

Die Stadt würde einen Zusammenschluss mit Blick auf die Planungen für einen Kunstrasenplatz ebenfalls begrüßen, informierte Yildirim. Denn die Stadt hätte dann nur noch einen Ansprechpartner.

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